Product Documentation

Produktinfrastruktur von Provisioning Services

Nov 16, 2015

Die Infrastruktur von Provisioning Services steht in direktem Zusammenhang mit den administrativen Rollen in der Provisioning Services-Farm. Die Provisioning Services-Administratorrolle legt fest, welche Komponenten der Administrator in der Konsole verwalten und anzeigen kann.

Provisioning Services-Farmen enthalten mehrere Komponenten. Die folgende Abbildung gibt einen allgemeinen Überblick über die grundlegende Infrastruktur von Provisioning Services. Sie zeigt, wie die Komponenten von Provisioning Services in der Implementierung angeordnet sein können.


Farm

In den folgenden Abschnitten erhalten Sie eine kurze Einführung in die Provisioning Services-Komponenten.

Lizenzserver

Sie können den Produktlizenzserver in der freigegebenen Infrastruktur installieren oder einen vorhandenen Citrix Lizenzserver auswählen.
Hinweis: Sie wählen den Lizenzserver bei der Ausführung des Konfigurationsassistenten auf einem Provisioningserver aus. Alle Provisioningserver in der Farm müssen mit dem Lizenzserver kommunizieren können.

Provisioning Services-Datenbank

In der Datenbank werden alle Systemkonfigurationseinstellungen der Farm gespeichert. In einer Farm gibt es nur eine Datenbank und alle Provisioningserver in dieser Farm müssen mit der Datenbank kommunizieren können. Sie können eine vorhandene SQL Server-Datenbank verwenden oder SQL Server Express installieren, das kostenfrei von Microsoft erhältlich ist.
Hinweis: Sie wählen den Datenbankserver bei der Ausführung des Konfigurationsassistenten auf einem Provisioningserver aus.

Konsole

Die Konsole ist ein Dienstprogramm zum Verwalten der Provisioning Services-Implementierung. Nach dem Anmelden an der Konsole wählen Sie die Farm aus, mit der Sie eine Verbindung herstellen möchten. Ihre Administratorrolle legt fest, welche Elemente in der Konsole angezeigt und von Ihnen in der Farm verwaltet werden können.
Hinweis: Die Konsole wird getrennt installiert und ist auf dem Produktinstallationsmedium verfügbar. Die Provisioning Services Console ist ein MMC-Snap-In (Microsoft Management Console). MMC-spezifische Konsolenfeatures werden in diesem Dokument nicht beschrieben. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in der MMC-Dokumentation von Microsoft.

Wenn Sie den Knoten "Farm" auf der höchsten Ebene erweitern, wird das Provisioning Services Console-Fenster angezeigt. Die Konsole enthält Folgendes:

Menü "Action"

Das Menü "Action" enthält die Provisioning Services-Aufgaben, die Sie für ein in der Konsole ausgewähltes Objekt ausführen können. Dieselben Aufgaben sind verfügbar, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt in der Konsole klicken.

Aufgaben sind objektspezifisch und können nur ausgeführt werden, wenn dem Benutzer die entsprechende Rolle zugewiesen wurde (rollenbasierte Verwaltung). Welche Komponenten in der Konsole angezeigt werden, hängt von der zugewiesenen Rolle ab. Wenn Sie beispielsweise der Farmadministrator sind, können Sie alle Aufgaben ausführen und alle Objekte in der Farm anzeigen. Geräteadministratoren können nur Verwaltungsaufgaben für die Gerätesammlungen durchführen, für die sie entsprechende Berechtigungen haben. Die Administratorrollen werden an anderer Stelle in diesem Abschnitt beschrieben.

Konsolenstruktur und Detailbereich

Um im Detailbereich Informationen zu einem Objekt anzuzeigen, klicken Sie in der Struktur auf das gewünschte Objekt bzw. den gewünschten Ordner. Im Detailbereich finden Sie beispielsweise den Objektnamen und die Objektbeschreibung.

Menüs "Properties"

Zum Anzeigen oder Ändern der Objekteigenschaften klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt und wählen Sie die Menüoption Properties aus. Alternativ können Sie das Objekt im Konsolenfenster auswählen und dann die Option Properties im Menü "Action" auswählen. Im Dialogfeld "Properties" werden die Eigenschafteneinstellungen tabellarisch aufgeführt.

Netzwerkdienste

Die Netzwerkdienste umfassen den DHCP-Dienst, den PXE-Dienst (Preboot Execution Environment) und den TFTP-Dienst. Sie können diese Dienste während des Startvorgangs zum Abrufen von IP-Adressen und zum Herunterladen des Startprogramms vom Provisioningserver auf das Zielgerät verwenden. Darüber hinaus sind alternative Startoptionen verfügbar.

Hinweis: Sie können die Netzwerkdienste im Rahmen der Produktinstallation installieren (optional) und anschließend mit dem Konfigurationsassistenten einrichten. Sie können auch vorhandene Netzwerkdienste in der Infrastruktur verwenden.

Farmen

Die Farm ist die höchste Ebene in der Provisioning Services-Infrastruktur. Die Farm wird erstellt, wenn Sie den Konfigurationsassistenten auf dem ersten Provisioningserver ausführen, den Sie einer Farm hinzufügen. Mit Farmen kann der Farmadministrator alle Komponenten in der Farm verwalten, u. a.:
  • Produktlizenzierung
  • Farmeigenschaften
  • Administrative Rollen
  • Active Directory-Konfigurationen
  • Provisioningserver
  • vDisk-Images
  • Zielgeräte
  • Zielgerätesammlungen
  • Sites
  • Stores
  • Ansichten
Hinweis: Die Microsoft SQL-Datenbank der Farm wird von allen Sites in der Farm gemeinsam genutzt. Die Konsole muss nicht direkt der Farm zugewiesen werden, da die Remoteverwaltung auf allen Konsolen unterstützt wird, die eine Verbindung zum Netzwerk dieser Farm herstellen können.
Die Farmhierarchie in der Konsole besteht aus den folgenden Hauptkomponenten:

Stores

Eine Farm hat einen oder mehrere Stores. Der Store ist der logische Name des physischen oder virtuellen Speicherorts der vDisk. Der Storename ist der allgemeine Name, der von allen Provisioningservern in der Farm verwendet wird.

Beispiel 1

Die physische vDisk für Windows XP wird lokal auf einem Provisioningserver in der Site gespeichert. Der logische Name dieses physischen Speicherorts ist der Store.

Storename (logischer Name): bostonwinxp

Physischer Pfad zur vDisk: C:\vDisks\

Beispiel 2

Die physische vDisk für Windows XP wird auf einer Netzwerkfreigabe (FinanceVdisks) auf Farmebene gespeichert.

Storename (logischer Name): financevdisks

Physischer Pfad zur vDisk für alle Provisioningserver in der Farm ist \\financeserver\financevdisks\

Ob die Benutzer den Store sehen und darauf zugreifen können, hängt von den administrativen Berechtigungen ab.
  • Farmadministratoren haben vollen Zugriff auf alle Stores in der Farm.
  • Siteadministratoren können nur auf Stores zugreifen, die zur Site gehören. Sie können die Stores der Site löschen. Sie dürfen jedoch nicht die Storeeigenschaften ändern oder vDisks dem Store hinzufügen.
  • Geräteadministratoren und Geräteoperatoren haben nur Lesezugriff, d. h., die Storeinformationen werden nicht angezeigt. Siteadministratoren haben ggf. auch nur Lesezugriff, wenn sich der Store auf Farmebene befindet oder zu einer anderen Site gehört.
Der Farmadministrator führt beispielsweise die folgenden Storeaufgaben aus:
  • Konfigurieren von Storeeigenschaften
  • Erstellen oder Importieren neuer vDisks
  • Hinzufügen neuer vDisk-Versionen zum Store

Sites

In einer Farm gibt es eine oder mehrere Sites. Sie erstellen die erste Site mit dem Konfigurationsassistenten, wenn Sie diesen auf dem ersten Provisioningserver in der Farm ausführen. Die Site ermöglicht sowohl dem Siteadministrator als auch dem Farmadministrator, die folgenden Komponenten der Site anzuzeigen und zu verwalten:
  • Server
  • vDisk-Pools
  • vDisk-Updateverwaltungskomponenten
  • Gerätesammlungen
  • Ansichten
  • Hosts

Sites werden in der Konsole wie folgt dargestellt:



Provisioningserver

Provisioningserver sind Server, auf denen Streamdienste installiert sind, mit denen Software von vDisks bei Bedarf zu Zielgeräten gestreamt werden. Bei einigen Implementierungen werden die vDisks direkt auf dem Provisioningserver gespeichert. Bei einigen Implementierungen werden die vDisks direkt auf dem Provisioningserver gespeichert.

Provisioningserver rufen auch Konfigurationsinformationen aus der Provisioning Services-Datenbank ab und übertragen Informationen in die Datenbank. Darüber hinaus rufen die Provisioningserver Konfigurationsinformationen aus der Provisioning Services-Datenbank ab und übertragen Informationen in die Datenbank.

Weitere Informationen zum Provisioningserver finden Sie unter Verwalten von Provisioningservern.

vDisk-Pools

Alle vDisks, die einer Site zur Verfügung stehen, werden als vDisk-Pool bezeichnet. Pro Site gibt es nur einen vDisk-Pool.

vDisk-Updateverwaltung

Mit dem vDisk-Updateverwaltungsfeature in der Konsole konfigurieren Sie die Automatisierung von vDisk-Updates mit virtuellen Maschinen. Automatische vDisk-Updates können geplant oder vom Administrator zu einem beliebigen Zeitpunkt direkt von der Konsole ausgeführt werden. Das Feature unterstützt Updates, die von ESD-Servern (Electronic Software Delivery) erkannt und bereitgestellt wurden, sowie Windows-Updates und andere gepushte Updates.

Erweitern Sie in der Konsolenstruktur den Knoten "Site", um das vDisk-Updateverwaltungsfeature anzuzeigen. Wenn Sie das vDisk-Updateverwaltungsfeature erweitern, werden folgende verwaltete Komponenten aufgeführt:
  • vDisks
  • Aufgaben

Weitere Informationen zur Verwendung des vDisk-Updateverwaltungsfeatures finden Sie unter "Automating vDisk Updates".

Gerätesammlungen

Mit Gerätesammlungen erstellen und verwalten Sie logische Zielgerätegruppen. Zielgeräte sind Geräte, z. B. Desktopcomputer oder Server, die von einer vDisk im Netzwerk gestartet werden und Software von dieser vDisk abrufen. Eine Gerätesammlung kann einen physischen Standort, einen Subnetzbereich oder eine logische Anordnung von Zielgeräten darstellen. Das Erstellen von Gerätesammlungen erleichtert die Geräteverwaltung, da die Aktionen auf Sammlungsebene anstatt auf Zielgerätebene durchgeführt werden.

Hinweis: Ein Zielgerät kann nur zu einer Gerätesammlung gehören.

Gerätesammlungen werden von Farmadministratoren, von Siteadministratoren mit Sicherheitsberechtigungen für die Site oder von Geräteadministratoren mit Sicherheitsberechtigungen für die Sammlung erstellt und verwaltet. Geräteadministratoren können nur die Geräte in der Sammlung und nicht die Sammlung selbst ändern. Geräteoperatoren können nur Aufgaben für die Ihnen zugeordneten Gerätesammlungen durchführen.

vDisks

vDisks sind Datenträgerimages und werden auf dem Provisioningserver oder auf einem freigegebenen Speichergerät gespeichert. vDisks setzen sich aus der VHD-Basisimagedatei, den zugehörigen Eigenschaftendateien (.pvp) und ggf. mehreren differenzierenden VHD-Datenträgern (.avhd) zusammen, auf die verwiesen wird.

vDisks sind Zielgeräten zugewiesen. Die Zielgeräte starten von dem zugeordneten vDisk-Image und streamen Software von diesem Image.

vDisk-Modi

Sie können vDisk-Images im Privatimagemodus (für ein einzelnes Gerät, Lese- und Schreibzugriff) oder im Standardimagemodus (für mehrere Geräte, nur Lesezugriff mit verschiedenen Caching-Optionen) konfigurieren.

vDisk-Kette

Alle Updates am vDisk-Basisimage können auf versionierten differenzierenden Datenträgern (VHD) erfasst werden, wobei das ursprüngliche Basisdatenträgerimage nicht geändert wird. In der folgenden Abbildung sehen Sie die grundlegende Beziehung zwischen dem Basisdatenträger und den Datenträgerversionen, die auf diesen Basisdatenträger verweisen.



Bei jedem vDisk-Update kann eine neue Version des differenzierenden VDH-Datenträgers erstellt werden, wobei die Versionsnummer im Dateinamen um eins erhöht wird. Dies wird in der folgenden Tabelle dargestellt.
  VHD-Dateiname
Basisimage win7dev.avhd
Version 1 win7dev.1.avhd
Version 2 win7dev.2.avhd
... ...
Version N win7dev.N.avhd

Starten von vDisks

Die folgende Abbildung zeigt, wie die vDisk auf einer Serverfreigabe gefunden und von dort gestartet wird.



  1. Das Zielgerät beginnt den Startvorgang, indem es die Verbindung mit einem Provisioningserver herstellt und eine Lizenz abruft.
  2. Der Provisioningserver sucht im vDisk-Pool die vDisk-Informationen, u. a. die Provisioningserver, die dem Zielgerät die vDisk bereitstellen können, sowie die Pfadinformationen, über die Server auf die vDisk zugreifen. In diesem Beispiel gibt es nur einen Provisioningserver in der Site, der dem Zielgerät die vDisk bereitstellen kann. Der physische Speicherort der vDisk ist der Finance Server (freigegebener Speicherort auf Farmebene).
  3. Der Provisioningserver sucht die vDisk auf dem Finance Server und streamt die vDisk bei Bedarf zum Zielgerät.

Ansichten

Mit Ansichten verwalten Sie schnell eine Gruppe von Zielgeräten. Ansichten werden üblicherweise entsprechend der Unternehmensanforderungen erstellt. Beispielsweise kann eine Ansicht einen physischen Standort darstellen, z. B. ein Gebäude oder einen Benutzertyp. Im Unterschied zu Gerätesammlungen kann ein Zielgerät ein Mitglied vieler Ansichten sein.

Ansichten werden in der Konsole wie folgt dargestellt:



Hinweis: Farmansichten können jedes Zielgerät enthalten, das in dieser Farm vorhanden ist. Siteansichten können nur Zielgeräte enthalten, die sich innerhalb dieser Site befinden.