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Abrufen der Bootstrapdatei

Nov 16, 2015

Ein Zielgerät initiiert den Startvorgang, indem es zuerst ein Bootstrapprogramm lädt. Ein Bootstrapprogramm ist ein kleines Programm, das vor dem Laden des Betriebssystems ausgeführt wird. Provisioning Services verwendet ein spezielles Bootstrapprogramm, das die Streamingsitzung zwischen dem Zielgerät und dem Provisioningserver initiiert. Nach dem Beginn dieser Sitzung wird das Betriebssystem gestreamt und von der initiierten vDisk geladen.

Es gibt drei Möglichkeiten für ein Zielgerät, das Bootstrapprogramm zu laden.
  • Über das Netzwerk mit PXE (Preboot eXecution Environment)
  • Von einem Startgerät, das auf einem angeschlossenen Medium gespeichert ist
  • Von einem BIOS-Bootstrapping (nur OEM-Versionen)
Nachdem das BIOS des Zielgeräts für den Start vom Netzwerk konfiguriert wurde, kann das Gerät gestartet werden und eine vDisk-Zuweisung vom Provisioningserver abrufen. Die Firmware des Zielgeräts ruft die Bootstrapdatei mit Standardnetzwerkprotokollen ab.
Hinweis: Die Firmware des Geräts (Netzwerkkarte) muss PXE 0.99j, PXE 2.1 oder höher unterstützen.

Starten eines Zielgeräts vom Netzwerk

Der DHCP-Dienst überträgt IP-Konfigurationen an ein Zielgerät. Er kann auch mit den Optionen 67 und 60 oder 66 den Speicherort der Bootstrapdatei bereitstellen. Erwägen Sie das Bereitstellen des Speicherorts der Bootstrapdatei über einen DHCP-Dienst, um die Anzahl der Dienste zu reduzieren und die Zuverlässigkeit zu erhöhen.
Hinweis: Der BOOTP-Dienst kann einem Zielgerät entsprechend der Registerkarte "BOOTP" die IP-Konfiguration bereitstellen. Mit optionalen Feldern kann er auch den Speicherort des Startprogramms übermitteln. Die Verwendung dieses Dienstes ist nicht mehr üblich. Verwenden Sie diesen Dienst nur, wenn DHCP Ihre Anforderungen nicht erfüllt.

Der PXE-Dienst kann gemäß PXE Specification Version 2.1 den Speicherort der Bootstrapdatei an ein Zielgerät übermitteln. Verwenden Sie diesen Dienst, wenn ein DHCP-Dienst vorhanden ist, der nicht geändert werden kann, und ein weiterer PXE-Dienst nicht verwendet wird.

Der TFTP-Dienst stellt auf Anfrage die Bootstrapdatei einem Zielgerät bereit. Verwenden Sie ihn, falls kein weiterer TFTP-Dienst zur Verfügung steht.

Die nachfolgenden Abbildungen und Schritte beschreiben den Startvorgang mit und ohne PXE.

Verwenden von DHCP zum Abrufen der IP-Adresse und Bereichsoptionen (ohne PXE)
  1. Wenn ein Zielgerät vom Netzwerk gestartet wird, fordert DHCP vom Provisioningserver eine IP-Adresse und die Bereichsoptionseinstellungen (66 und 67) an. Der Provisioningserver gibt die angeforderten Informationen zurück.
  2. Eine Anforderung für die Bootstrapdatei wird mit TFTP vom Zielgerät an den Provisioningserver gesendet. Der Provisioningserver lädt die Startdatei auf das Zielgerät herunter.
  3. Das Zielgerät startet das zugewiesene vDisk-Image.

Verwenden von DHCP mit PXE zum Abrufen der IP-Adresse und Bereichsoptionen
  1. Wenn ein Zielgerät vom Netzwerk gestartet wird, fordert DHCP vom Provisioningserver eine IP-Adresse und die Bereichsoptionseinstellungen (Option 60; PXEClient-Bezeichner) an. Der Provisioningserver gibt die angeforderten Informationen zurück.
  2. Das Zielgerät fordert vom Provisioningserver den Namen und den Speicherort der Bootstrapdatei für den PXE-Dienst (Optionen 66 und 67) an. Der PXE-Dienst gibt die Informationen an das Zielgerät zurück.
  3. Eine Anforderung für die Bootstrapdatei wird mit TFTP vom Zielgerät an den Provisioningserver gesendet. Der Provisioningserver lädt die Bootstrapdatei auf das Zielgerät herunter und das Zielgerät wird gestartet.

Starten von einem optionalen Startgerät

Als Alternative zu PXE kann der Startgerätmanager eine Bootstrapdatei auf einer lokalen Festplatte, einem USB-Stick oder einem ISO-Image erstellen. Die Bootstrapdatei wird dann zum Starten des Zielgeräts verwendet.
Hinweis: Die Startmethode mit BIOS-Bootstrapping steht auch zur Verfügung, um es OEMs zu ermöglichen, die Bootstrapdatei auf dem Zielgerät einzubetten.