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Verwalten von und Zugreifen auf LUNs ohne Verwendung von Netzwerkfreigaben

Oct 17, 2016

Normalerweise muss beim Verwenden eines SANs für den vDisk-Speicher mit Provisioning Services ein freigegebenes Dateisystem vor das SAN platziert werden, um den Zugriff mehrerer Server auf die NTFS-formatierten LUNs zu koordinieren. Unter gewissen Umständen kann jedoch zugelassen werden, dass Provisioning Services ein SAN ohne ein freigegebenes Dateisystem verwendet. Provisioning Services kann dies tun und dennoch mehreren Servern den Zugriff auf dieselben LUNs ohne Beschädigung der Volumes ermöglichen.

Provisioning Services lässt nur freigegebenen Zugriff auf die SAN LUNs mit Leserechten zu. Daher sind die gewünschten Boot-Modi für Zielgeräte der Provisioning Services bei Verwendung dieser Funktion wichtig.

In der folgenden Tabelle werden der Bootmodus und die Einschränkungen beschrieben, wenn der schreibgeschützte vDisk-Speicher verwendet wird.
Bootmodus Schreibcacheeinschränkungen Einschränkungen
Privatimage Nicht unterstützt Nicht unterstützt
Standardimage mit Cache auf Serverdatenträger Es ist ein separater freigegebener Schreibcache-Speicherort mit Lese- und Schreibzugriff für den Store erforderlich. vDisk-Eigenschaften können nicht geändert werden, wenn die LUN schreibgeschützt ist.

vDisks können auf dem Provisioningserver nicht zugeordnet werden.

Standardimage mit Cache im RAM des Zielgeräts Keine Einschränkung. vDisk-Eigenschaften können nicht geändert werden, wenn die LUN schreibgeschützt ist.

vDisks können auf dem Provisioningserver nicht zugeordnet werden.

Standardimage mit Cache auf der Festplatte des Zielgeräts Das Fallback auf den Cache auf dem Serverdatenträger funktioniert nicht, wenn die Festplatte des Zielgeräts nicht gefunden wird oder fehlschlägt. vDisk-Eigenschaften können nicht geändert werden, wenn die LUN schreibgeschützt ist.

vDisks können auf dem Provisioningserver nicht zugeordnet werden.

Zu den Haupteinschränkungen beim Platzieren von vDisks in schreibgeschützten Speicher gehören:
  • Der Privatimage-Start von schreibgeschütztem Speicher ist nicht zulässig
  • Wenn Cache auf dem Datenträger des Provisioningservers gewünscht wird, ist für die Schreibcachedateien ein separater freigegebener Speicherort mit Lese- und Schreibzugriff erforderlich.
  • Das Ändern der vDisk-Eigenschaften ist nicht zulässig, wenn der vDisk-Speicherort schreibgeschützt ist.
  • Das Bereitstellen der vDisk auf dem Server ist nicht zulässig, wenn der vDisk-Speicherort schreibgeschützt ist.

Voraussetzungen

Die folgenden Voraussetzungen zur Verwendung dieses Features müssen erfüllt sein:
  • Provisioningserver, die Zugriff auf die schreibgeschützten freigegebenen LUNs haben, sind Computer der Serverklasse.
  • Die Microsoft iSCSI-Initiatorsoftware ist auf allen Provisioningservern installiert, die Zugriff auf das SAN haben.
  • Die vDisk-Dateien, die auf den schreibgeschützten freigegebenen LUNs platziert werden, wurden bereits erstellt und sind an einem normalen, nicht schreibgeschützten Speicherort abgelegt. Das Erstellen von vDisk-Dateien direkt auf einer LUN ist schwieriger, als die VHDX-Dateien vorab in einem normalen Store mit Lese- und Schreibzugriff zu erstellen und anschließend in die freigegebene LUN zu kopieren.
  • Das verwendete SAN kann ohne ein freigegebenes Frontend-Dateisystem eine LUN für den freigegebenen Lese-/Schreibzugriff oder den freigegebenen schreibgeschützten Zugriff einrichten. Normalerweise führt die Verwendung einer LUN in einem freigegebenen Zugriffsmodus mit Lese- und Schreibzugriff ohne freigegebenes Front-End-Dateisystem zu einem fehlerhaften NTFS-Volume. Die Beschränkung des LUN-Zugriffs auf Lesezugriff umgeht dieses Problem.

Implementierung

Auf dem SAN
  1. Erstellen Sie mit dem EqualLogic Group Manager (oder einem anderen relevanten SAN-Schnittstellen-Front-End) ein Volume auf dem EqualLogic-SAN. Machen Sie das Volume groß genug, dass es alle VHDX- und mit VHDX verbundenen PVP-Dateien aufnehmen kann, die von den Provisioningservern gemeinsam verwendet werden.
  2. Legen Sie für das Volume den Zugriffstyp auf Lesen/Schreiben und freigegeben fest. Beachten Sie, dass das Volume über die NTFS-Attribute und nicht über die SAN-Zugriffsrechte schreibgeschützt wird Obwohl die Verwendung des Volumes im schreibgeschützten freigegebenen Modus möglich ist, müssen zusätzliche Schritte zur Implementierung der Lösung durchgeführt werden. Daher wird in diesem Verfahren der Prozess für den freigegebenen Zugriff mit Lese- und Schreibrechten auf das Volume beschrieben.
Auf Provisioningservern
  1. Melden Sie sich mit dem iSCSI-Initiator nur an einem Provisioningserver am SAN-Volume an.
    Hinweis: Melden Sie sich NICHT an mehreren Servern gleichzeitig am SAN-Volume an, es sei denn, das Volume ist schreibgeschützt. Wenn sich mehrere Server gleichzeitig über die iSCSI-Schnittstelle am Volume anmelden, wenn es für dieses Lese- und Schreibzugriff gibt, wird das Volume beschädigt und muss neu formatiert werden. Dabei gehen alle Daten auf dem Volume verloren.
  2. Formatieren Sie das Volume über die Datenträgerverwaltung von Windows mit einem NTFS-Dateisystem und weisen Sie ihm einen Laufwerksbuchstaben oder einen Pfad zum Bereitstellungspunkt zu. Ein Pfad zum Bereitstellungspunkt ist sinnvoll, wenn Sie viele LUNs/Volumes auf einem Server verfügbar machen möchten, da es keine Einschränkungen für Laufwerksbuchstaben gibt. Stellen Sie sicher, dass Sie einen Laufwerksbuchstaben/Bereitstellungspunkt verwenden, der auf allen Servern, die das Volume verwenden, gleich ist. Wenn Sie nicht auf allen Servern denselben Laufwerksbuchstaben bzw. Bereitstellungspunkt verwenden können, müssen Sie die mit den Überschreibungspfaden der Provisioning Services/des Stores einen bestimmten Server auf einen anderen Laufwerksbuchstaben/Bereitstellungspunkt für das Volume verweisen.
  3. Wenn das Volume formatiert und ihm ein Laufwerksbuchstabe/Bereitstellungspunkt zugewiesen wurde, sollte das Volume auf diesem einzelnen Provisioningserver als Volume mit Lese- und Schreibzugriff zugänglich sein. Stellen Sie sicher, dass alle Eigenschaften der VHDX- und PVP-Dateien, die sich auf dem Volume befinden, korrekt festgelegt sind, einschließlich der Aktivierung der hohen Verfügbarkeit), und kopieren Sie anschließend alle VHDX-Dateien und ihre zugehörigen PVP-Dateien auf das Volume. Sperrdateien müssen nicht kopiert werden. Die PVP-Datei muss zusammen mit der VHDX-Datei kopiert werden. Das System kann keine PVP-Datei direkt erstellen, wenn das Volume schreibgeschützt ist.
  4. Nachdem alle Dateien auf das Volume kopiert wurden, müssen Sie das Volume in den schreibgeschützten Modus setzen. Schließen Sie alle Explorer-Fenster, die Zugriff auf das Volume haben, und öffnen Sie dann eine Eingabeaufforderung auf dem Server, der Zugriff auf das Volume hat.
  5. Führen Sie diskpart.exe aus. Eine interaktive Sitzung mit diskpart.exe wird gestartet.
  6. Suchen Sie die Volumenummer, indem Sie folgenden Befehl eingeben: list volume.
  7. Notieren Sie sich die Volumenummer des Volumes und wählen Sie sie aus, indem Sie folgenden Befehl eingeben: select volume volumeNumber, wobei "volumeNumber" die Nummer des Volumes angibt, die mit dem Befehl "list volume" ermittelt wurde.
  8. Wenn das Volume ausgewählt wurde, legen Sie das Schreibschutzattribut des Volumes fest, indem Sie folgenden Befehl eingeben: "attributes volume set readonly".
  9. Prüfen Sie, ob das Schreibschutzattribut korrekt eingestellt ist, indem Sie folgenden Befehl eingeben: detail volume.
  10. Beenden Sie diskpart.exe, indem Sie folgenden Befehl eingeben:exit.
  11. Melden Sie das Volume über die Oberfläche des iSCSI-Initiators von diesem Server ab und melden Sie sich dann erneut am Volume an. Stellen Sie sicher, dass Sie das Volume zu einem permanenten Ziel machen. Sie müssen sich abmelden und erneut am Volume anmelden, damit NTFS auf dem Server die Volumeattribute erneut liest und das Volume als schreibgeschützt erkennt. Wenn Sie das Volume zu einem permanenten Ziel machen, ist sichergestellt, dass das Volume nach einem Neustart des Servers zugänglich ist.
  12. Sie können jetzt das iSCSI-Volume sicher auf allen Provisioningservern bereitstellen. Verwenden Sie das iSCSI-Initiator-Applet und die Microsoft Datenträgerverwaltung, um das Volume auf allen Provisioningservern bereitzustellen, die auf das Volume zugreifen müssen. Machen Sie das Ziel über die iSCSI-Schnittstelle zu einem permanenten Ziel und versuchen Sie, dass es alle Server mit demselben Laufwerksbuchstaben oder Bereitstellungspunkt bereitstellen, da dies die Einrichtung des Provisioning Services-Stores erleichtert.
    Hinweis: Sie müssen ggf. den Streamdienst der Provisioning Services auf allen Servern vom iSCSI-Dienst abhängig machen. Dies stellt sicher, dass die Volumes zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind, falls der Server neu startet und die Zielgeräte während des Server-Neustarts gestartet werden. Bearbeiten Sie hierzu die Registrierung für den Streamdienst und fügen Sie anschließend den Wert DependsOnService dem iscsiexe.exe-Dienst (MSiSCSI) hinzu.
  13. Starten Sie die Konsole auf einem der Provisioningserver, um einen Store zu erstellen, der auf den Laufwerksbuchstaben/Bereitstellungspunkt des Volumes verweist.
  14. Geben Sie an, welche Provisioningserver Zugriff auf das Volume für diesen Store haben
    Hinweis: Wenn Sie den Modus "Cache auf Server" oder "Differenzierender Datenträger" für VHDX-Dateien auf dem Volume verwenden, MÜSSEN Sie einen Standard-Schreibcachepfad für den Store eingeben, der NICHT auf das schreibgeschützte SAN-Volume verweist. Dieser Pfad muss sich in einem für alle Provisioningserver freigegebenen Speicherort befinden. Sie können eine Windows-Netzwerkfreigabe oder ein anderes freigegebenes Speichergerät mit Lese- und Schreibzugriff verwenden, der Schreibcachepfad kann aber nicht auf das schreibgeschützte Volume verweisen. Das schreibgeschützte Volume darf nur die VHDX- und PVP-Dateien enthalten. Wenn Sie einen der Zielgerät-Cachemodi verwenden (lokale HD oder RAM), müssen Sie für den Store keinen freigegebenen Schreibcache-Speicherort mit Lese- und Schreibzugriff einrichten.
  15. Klicken Sie in der Konsole mit der rechten Maustaste auf den Store und wählen Sie dann die Menüoption Add Existing Disk; der Store wird durchsucht und die VHDX-Dateien werden der Datenbank hinzufügt.
  16. Weisen Sie die in diesem Store vorhandenen VHDX-Dateien Zielgeräten zu und starten Sie dann diese Zielgeräte auf normale Weise. Die VHDX-Dateien auf dem schreibgeschützten Volume werden in der Konsole immer als gesperrt angezeigt, wobei der Sperrtyp "Read only media: Shared" lautet. Sie können diesen Sperrtyp nicht entfernen. Sie können keine neue vDisk in einem Store erstellen, wenn dieser mit diskPart.exe als schreibgeschützt markiert wurde. Sie können die Eigenschaften der VHDX nicht ändern, wenn der Store als schreibgeschützt markiert wurde.

Ändern von vDisk-Eigenschaften

vDisk-Eigenschaften können nicht geändert werden, wenn der SAN-LUN-Speicherort als schreibgeschützt markiert ist. Bearbeiten der vDisk-Eigenschaften oder Ändern der vDisk-Dateien auf der LUN
  1. Fahren Sie alle Zielgeräte herunter, die VHDXs im Store verwenden.
  2. Verwenden Sie den iSCSI-Initiator auf allen Provisioningservern (außer einem), um das Volume abzumelden. Auf einigen Serverbetriebssystemen können Sie das Volume auf allen Provisioningservern mit dem diskpart.exe-Dienstprogramm als offline markieren. (Diese Funktion ist nicht auf allen Betriebssystemen verfügbar. Melden Sie das Volume bei Bedarf mit dem iSCSI-Initiator ab.)
  3. Wenn Sie das Volume mit dem diskpart.exe-Dienstprogramm als nicht schreibgeschützt markieren möchten, öffnen Sie eine Eingabeaufforderung auf dem Server, der Zugriff auf das Volume hat, und führen Siediskpart.exe. Eine interaktive Sitzung mit diskpart.exe wird gestartet.
  4. Suchen Sie die Volumenummer, indem Sie folgenden Befehl eingeben:list volume.
  5. Notieren Sie sich die Volumenummer des Volumes und wählen Sie sie aus, indem Sie folgenden Befehl eingeben:select volume volumeNumber , wobei "volumeNumber" die Nummer des Volumes angibt, die mit dem Befehl "list volume" ermittelt wurde.
  6. Wenn Sie nach der Auswahl des Volumes das Schreibschutzattribut entfernen möchten, geben Sie folgenden Befehl ein:attributes volume clear readonly.
  7. Prüfen Sie, ob das Schreibschutzattribut korrekt gesetzt ist, indem Sie folgenden Befehl eingeben:detail volume.
  8. Beenden Sie diskpart.exe, indem Sie folgenden Befehl eingeben:exit.
  9. Melden Sie das Volume auf dem Server, der als einziger noch Zugriff auf das Volume hat, ab und wieder an (oder markieren Sie es im diskpart-Dienstprogramm als offline bzw. online).
  10. Bearbeiten Sie die VHDX-Dateiattribute über die Konsole und kopieren Sie die neuen Dateien in das Volume.
  11. Wenn alle Änderungen durchgeführt wurden, markieren Sie das Volume mit dem diskpart.exe-Dienstprogramm als schreibgeschützt. Wählen Sie das Volume aus und legen Sie das Schreibschutzattribut wie folgt fest: attributes volume set readonly.
  12. Prüfen Sie, ob das Schreibschutzattribut korrekt gesetzt ist, indem Sie folgenden Befehl eingeben:detail volume
  13. Beenden Sie diskpart.exe, indem Sie folgenden Befehl eingeben:exit.
  14. Verwenden Sie den iSCSI-Initiator zum Abmelden und melden Sie sich anschließend wieder am Volume an, damit die Schreibschutzattribute erneut gelesen werden.
  15. Melden Sie sich mit dem iSCSI-Initiator auf allen Provisioningservern wieder am Volume an.
Wichtiger Hinweis: Melden Sie sich NICHT an mehreren Servern gleichzeitig am SAN-Volume an, es sei denn, das Volume ist schreibgeschützt. Wenn sich mehrere Server gleichzeitig über die iSCSI-Schnittstelle am Volume anmelden, wenn es für dieses Lese- und Schreibzugriff gibt, wird das Volume beschädigt und muss neu formatiert werden. Dabei gehen alle Daten auf dem Volume verloren.