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Hohe Verfügbarkeit und Multisitekonfiguration für StoreFront

Jul 07, 2016

StoreFront enthält eine Reihe von Features, die zusammen Lastausgleich und Failover zwischen den Bereitstellungen von Ressourcen für Stores bieten. Sie können auch zur Erhöhung der Systemstabilität dedizierte Bereitstellungen für die Notfallwiederherstellung spezifizieren. Mit diesen Features können Sie StoreFront-Bereitstellungen, die über mehrere Sites verteilt sind, für hohe Verfügbarkeit für die Stores konfigurieren. Hohe Verfügbarkeit und Multisitekonfiguration für StoreFront werden durch Bearbeiten der Storekonfigurationsdateien eingerichtet. Hoch verfügbare Multisitekonfigurationen können nicht über die Citrix StoreFront-Managementkonsole eingerichtet oder verwaltet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Einrichten hoch verfügbarer Stores mit mehreren Sites.

Ressourcenaggregation

Standardmäßig werden in StoreFront alle Bereitstellungen, die Desktops und Anwendungen für einen Store bieten, aufgelistet und alle entsprechenden Ressourcen als separat behandelt. Wenn die gleiche Ressource aus mehreren Bereitstellungen verfügbar ist, sehen Benutzer daher ein Symbol für jede Ressource, was verwirrend sein kann, wenn die Ressourcen den gleichen Namen haben. Wenn Sie hoch verfügbare Multisitekonfigurationen einrichten, können Sie XenDesktop- und XenApp-Bereitstellungen, die den gleichen Desktop oder die gleiche Anwendung anbieten, so gruppieren, dass identische Ressourcen für Benutzer aggregiert werden können. Gruppierte Bereitstellungen müssen nicht identisch sein, aber Ressourcen müssen für die Aggregation den gleichen Namen und Pfad auf jedem Server haben.

Wenn ein Desktop oder eine Anwendung aus mehreren, für einen bestimmten Store konfigurierten XenDesktop- oder XenApp-Bereitstellungen verfügbar ist, werden alle Instanzen der Ressource in StoreFront aggregiert und den Benutzern wird ein einzelnes Symbol angezeigt. App Controller-Anwendungen können nicht aggregiert werden. Wenn ein Benutzer eine aggregierte Ressource startet, bestimmt StoreFront die für den Benutzer am besten geeignete Instanz der Ressource auf der Grundlage der Serververfügbarkeit, der Tatsache, ob der Benutzer bereits eine aktive Sitzung hat, und der Reihenfolge, die Sie in der Konfiguration angegeben haben.

StoreFront überwacht dynamisch Server, die nicht auf Anforderungen reagieren, auf der Basis, dass solche Server entweder überlastet oder vorübergehend nicht verfügbar sind. Benutzer werden zu Ressourceninstanzen auf anderen Servern umgeleitet, bis die Kommunikation wiederhergestellt ist. Wenn die Server, auf denen die Ressourcen bereitgestellt werden, dies unterstützen, versucht StoreFront eine Wiederverwendung vorhandener Sitzungen, um zusätzliche Ressourcen zu liefern. Wenn ein Benutzer bereits eine aktive Sitzung auf einer Bereitstellung hat, die auch die angeforderte Ressource umfasst, verwendet StoreFront diese Sitzung, wenn sie mit der Ressource kompatibel ist. Durch Minimieren der Anzahl Sitzungen für jeden Benutzer wird die Zeit zum Starten zusätzlicher Desktops oder Anwendungen reduziert und ggf. eine effizientere Verwendung von Produktlizenzen ermöglicht.

Nach der Überprüfung auf Verfügbarkeit und vorhandene Benutzersitzungen verwendet StoreFront die in der Konfiguration angegebene Reihenfolge zur Bestimmung der Bereitstellung, mit der der Benutzer verbunden wird. Wenn dem Benutzer mehrere äquivalente Bereitstellungen zur Verfügung stehen, können Sie festlegen, dass eine Verbindung mit der ersten verfügbaren Bereitstellung oder per Zufallsprinzip mit einer beliebigen Bereitstellung in der Liste erfolgt. Die Verbindung von Benutzern mit der ersten verfügbaren Bereitstellung ermöglicht eine Minimierung der Anzahl der von den aktuellen Benutzern verwendeten Bereitstellungen. Die Verbindung per Zufallsprinzip erzielt eine gleichmäßigere Verteilung der Benutzer über alle verfügbaren Bereitstellungen.

Sie können die angegebene Reihenfolge der Bereitstellungen für einzelne XenDesktop- und XenApp-Ressourcen außer Kraft setzen und bevorzugte Bereitstellungen definieren, mit denen Benutzer bei Zugriff auf einen bestimmten Desktop oder eine bestimmte Anwendung verbunden werden. Damit können Sie z. B. festlegen, dass Benutzer bevorzugt mit einer speziell für einen bestimmten Desktop oder eine bestimmte Anwendung angepassten Bereitstellung verbunden werden, für andere Ressourcen jedoch andere Bereitstellungen verwenden. Fügen Sie zu diesem Zweck die Zeichenfolge KEYWORDS:Primary an die Beschreibung des Desktops oder der Anwendung in der bevorzugten Bereitstellung an und KEYWORDS:Secondary an die Ressource in anderen Bereitstellungen. Soweit möglich, werden Benutzer unabhängig von der Reihenfolge der Bereitstellungen in der Konfiguration mit der Bereitstellung mit der primären Ressource verbunden. Benutzer werden mit Bereitstellungen mit sekundären Ressourcen verbunden, wenn die bevorzugte Bereitstellung nicht verfügbar ist oder wenn bereits eine aktive Sitzung mit einer nicht bevorzugten Bereitstellung besteht.

Zuordnen von Benutzern zu Ressourcen

Standardmäßig wird Benutzern beim Zugriff auf einen Store ein Aggregat aller verfügbaren Ressourcen aus allen für den Store konfigurierten Bereitstellungen angezeigt. Um unterschiedlichen Benutzern eigene Ressourcen bereitzustellen, können Sie separate Stores oder sogar separate StoreFront-Bereitstellungen konfigurieren. Wenn Sie jedoch eine Multisitekonfiguration mit hoher Verfügbarkeit einrichten, können Sie den Zugriff auf bestimmte Bereitstellungen auf der Basis der Mitgliedschaft der Benutzer bei Microsoft Active Directory-Gruppen konfigurieren. So können Sie für verschiedene Benutzergruppen verschiedene Benutzererfahrungen über einen einzelnen Store konfigurieren.

Sie können z. B. allgemeine Ressourcen für alle Benutzer in einer Bereitstellung gruppieren und Finanzanwendungen für die Buchhaltungsabteilung in einer anderen. In einer solchen Konfiguration sieht ein Benutzer, der kein Mitglied der Benutzergruppe "Buchhaltung" ist, nur die allgemeinen Ressourcen, wenn er auf den Store zugreift. Ein Mitglied der Gruppe "Buchhaltung" sieht neben den allgemeinen Ressourcen auch die Finanzanwendungen.

Für Poweruser können Sie auch eine Bereitstellung erstellen, die dieselben Ressourcen wie die anderen Bereitstellungen enthält, jedoch auf schnellerer und leistungsfähigerer Hardware beruht. So können Sie eine verbesserte Benutzererfahrung für wichtige Benutzer, wie etwa Führungskräfte, bereitstellen. Alle Benutzer sehen bei der Anmeldung bei einem Store die gleichen Desktops und Anwendungen, die Mitglieder der Gruppe "Führungskräfte" werden jedoch bevorzugt mit den Ressourcen der Bereitstellung für Poweruser verbunden.

Abonnementsynchronisierung

Wenn Sie Benutzern den Zugriff auf dieselben Anwendungen aus ähnlichen Stores in unterschiedlichen StoreFront-Bereitstellungen ermöglichen, müssen die Anwendungsabonnements der Benutzer zwischen den Servergruppen synchronisiert werden. Andernfalls müssen Benutzer, die eine Anwendung in einem Store in einer StoreFront-Bereitstellung abonniert haben, beim Anmelden bei einer anderen Servergruppe diese möglicherweise neu abonnieren. Zur Gewährleistung einer nahtlosen Benutzererfahrung beim Wechsel zwischen StoreFront Bereitstellungen können Sie eine regelmäßige Synchronisierung der Anwendungsabonnements zwischen den Stores in verschiedenen Servergruppen konfigurieren. Wählen Sie zwischen einer regelmäßigen Synchronisierung nach bestimmten Intervallen oder einer für bestimmte Tageszeiten geplanten Synchronisierung.

Dedizierte Ressourcen für die Notfallwiederherstellung

Sie können spezifische Bereitstellungen für die Notfallwiederherstellung konfigurieren, die nur verwendet werden, wenn alle anderen Bereitstellungen nicht verfügbar sind. In der Regel befinden sich Bereitstellungen für die Notfallwiederherstellung nicht am gleichen Standort wie Hauptbereitstellungen, sie enthalten nur eine Teilmenge der normalerweise verfügbaren Ressourcen und sie bieten ggf. eine beeinträchtigte Benutzererfahrung. Wenn Sie festlegen, dass eine Bereitstellung für die Notfallwiederherstellung verwendet werden soll, wird sie für Lastausgleich oder Failover nicht verwendet. Benutzer können nur dann auf die Desktops und Anwendungen der Bereitstellung für die Notfallwiederherstellung zugreifen, wenn alle anderen Bereitstellungen, für die letztere eingerichtet wurde, nicht mehr verfügbar sind.

Ist der Zugriff auf eine andere Bereitstellung wieder möglich, können Benutzer keine weitere Ressourcen der Notfallwiederherstellung starten, selbst wenn sie bereits eine dieser Ressourcen verwenden. Benutzer, die Ressourcen der Notfallwiederherstellung verwenden, werden nicht von diesen Ressourcen getrennt, wenn der Zugriff auf andere Bereitstellungen wieder möglich wird. Sobald sie eine der Ressourcen für die Notfallwiederherstellung beendet haben, können sie diese jedoch nicht wieder starten. Genauso gilt, dass StoreFront keine Wiederverwendung vorhandener Sitzungen mit Bereitstellungen für die Notfallwiederherstellung versucht, wenn zwischenzeitlich andere Bereitstellungen wieder verfügbar geworden sind.

Optimales NetScaler Gateway-Routing

Wenn Sie konfigurierte separate NetScaler Gateway-Geräte für die Bereitstellungen haben, können Sie mit StoreFront das optimale Gerät für den Zugriff auf die Bereitstellungen mit den Ressourcen für einen Store definieren. Beispiel: Wenn Sie einen Store mit aggregierten Ressourcen aus zwei geografischen Standorten erstellen, von denen jeder ein NetScaler Gateway-Gerät hat, können Benutzer, die eine Verbindung über das Gerät an einem Standort herstellen, einen Desktop oder eine Anwendung am anderen Standort starten. Standardmäßig wird die Verbindung jedoch über das Gerät geleitet, mit dem der Benutzer ursprünglich eine Verbindung hergestellt hat, sodass das Unternehmens-WAN durchquert werden muss.

Zur Verbesserung der Benutzererfahrung und zur Reduzierung des Netzwerkdatenverkehrs im WAN können Sie das optimale NetScaler Gateway-Gerät für jede Bereitstellung festlegen. Mit dieser Konfiguration werden Benutzerverbindungen automatisch über das lokal zur Bereitstellung mit den Ressourcen vorliegende Gerät geleitet, unabhängig von dem Standort des Geräts, über das der Benutzer auf den Store zugreift.

Das optimale NetScaler Gateway-Routing können Sie auch in dem Spezialfall verwenden, wo lokale Benutzer im internen Netzwerk sich für die Endpunktanalyse an NetScaler Gateway anmelden müssen. Mit dieser Konfiguration stellen Benutzer eine Verbindung mit dem Store über das NetScaler Gateway-Gerät her, allerdings muss die Verbindung nicht über das Gerät zu der Ressource geleitet werden, weil die Benutzer im internen Netzwerk sind. In diesem Fall aktivieren Sie das optimale Routing, geben aber kein Gerät für die Bereitstellung an, sodass Benutzerverbindungen mit Desktops und Anwendungen direkt und nicht über NetScaler Gateway geleitet werden. Sie müssen auch eine spezifische interne virtuelle Server-IP-Adresse für das NetScaler Gateway-Gerät konfigurieren. Außerdem müssen Sie einen nicht zugänglichen internen Beacon festlegen, damit Citrix Receiver unabhängig vom Netzwerkstandort des Benutzers immer angefordert wird, eine Verbindung zu NetScaler Gateway herzustellen.

Globaler Serverlastausgleich mit NetScaler Gateway

StoreFront unterstützt für den globalen Serverlastausgleich konfigurierte NetScaler Gateway-Bereitstellungen mit mehreren Geräten, die mit einem einzelnen vollqualifizierten Domänennamen (FQDN) konfiguriert sind. Für die Benutzerauthentifizierung und das Routing der Verbindungen über das richtige Gerät muss StoreFront zwischen den Geräten unterscheiden können. Da der Geräte-FQDN in einer Konfiguration mit globalem Serverlastausgleich nicht als eindeutige ID verwendet werden kann, müssen Sie StoreFront mit eindeutigen IP-Adressen für alle Geräte konfigurieren. Normalerweise ist dies die IP-Adresse des virtuellen Servers für NetScaler Gateway.

Weitere Informationen über den Lastausgleich finden Sie unter Lastausgleich mit NetScaler.

Wichtige Hinweise

Bei der Entscheidung, ob Sie hoch verfügbare Multisitekonfigurationen für Ihre Stores einrichten, sollten Sie die folgenden Anforderungen und Einschränkungen in Betracht ziehen.

  • Desktops und Anwendungen müssen für eine Aggregation auf jedem Server denselben Namen und Pfad haben. Außerdem müssen die Eigenschaften der aggregierten Ressourcen, wie Namen und Symbole, identisch sein. Ist dies nicht der Fall, sehen Benutzer evtl. eine Änderung der Eigenschaften ihrer Ressourcen, wenn Citrix Receiver die verfügbaren Ressourcen auflistet.
  • Zugewiesene Desktops, sowohl vorab zugewiesene und solche, die bei der ersten Verwendung zugewiesen werden, sollten nicht aggregiert werden. Stellen Sie sicher, das Bereitstellungsgruppen, die solche Desktops enthalten, nicht den gleichen Namen und Pfad in Sites haben, die Sie für die Aggregation konfigurieren.
  • App Controller-Anwendungen können nicht aggregiert werden.
  • Primäre Bereitstellungen im gleichen, äquivalenten Bereitstellungssatz müssen identisch sein. In StoreFront werden nur die Ressourcen aus der ersten verfügbaren primären Bereitstellung in einem Satz aufgelistet und angezeigt, da vorausgesetzt wird, dass jede Bereitstellung genau dieselben Ressourcen bietet. Konfigurieren Sie für Bereitstellungen, deren Ressourcen sich geringfügig unterscheiden, separate Sätze äquivalenter Bereitstellungen.
  • Wenn Sie die Synchronisierung der Anwendungsabonnements von Benutzern zwischen Stores in separaten StoreFront-Bereitstellungen konfigurieren, müssen die Stores in jeder Servergruppe denselben Namen haben. Außerdem müssen beide Servergruppen in der Active Directory-Domäne mit den Benutzerkonten residieren oder aber in einer Domäne die mit dieser eine Vertrauensstellung hat.
  • StoreFront bietet nur Zugriff auf Backupbereitstellungen für die Notfallwiederherstellung, wenn alle primären Sites im äquivalenten Bereitstellungssatz nicht verfügbar sind. Wird eine Backupbereitstellung von mehreren äquivalenten Bereitstellungssätzen verwendet, können Benutzer erst dann auf die Ressourcen für die Notfallwiederherstellung zugreifen, wenn alle primären Sites in jedem Bereitstellungssatz nicht verfügbar sind.