Diagnostizieren von Problemen beim Sitzungsstart

Zusätzlich zu den in Abschnitt Diagnose von Benutzeranmeldeproblemen genannten Anmeldeprozessphasen zeigt Director die Dauer des Sitzungsstarts an. Diese ist unterteilt in die Dauer des Workspace App-Sitzungsstarts und die des VDA-Sitzungsstarts auf den Seiten Benutzerdetails und Maschinendetails. Diese beiden Prozesse sind ihrerseits in Phasen unterteilt, deren Dauer ebenfalls angezeigt wird. Anhand dieser Daten können Sie Verzögerungen beim Sitzungsstart auf den Grund gehen und beheben. Darüber hinaus lassen sich anhand der Angaben zur Zeitdauer der einzelnen Sitzungsstartphasen Probleme mit diesen Phasen gezielt beheben. Wenn beispielsweise die Dauer der Laufwerkzuordnung lang ist, können Sie überprüfen, ob alle gültigen Laufwerke im Gruppenrichtlinienobjekt oder Skript korrekt zugeordnet sind. Das Feature ist ab Delivery Controller-Version 7 1906 und ab VDA-Version 1903 verfügbar.

Voraussetzungen

Stellen Sie sicher, dass die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind, damit Daten zur Dauer des Sitzungsstarts angezeigt werden:

  • Delivery Controller 7 1906 oder höher.
  • VDA 1903 oder höher.
  • Der Dienst Citrix End User Experience Monitoring (EUEM) wird auf dem VDA ausgeführt.

Einschränkungen

Die folgenden Einschränkungen gelten bei der Anzeige der Startdauerdaten in Director.

  • Die Sitzungsstartdauer ist nur für HDX-Sitzungen verfügbar.
  • Für iOS- und Android OS-Sitzungsstarts ist nur die VDA-Startdauer verfügbar.
  • Die IFDCD ist nur verfügbar, wenn die Workspace-App beim Starten von einem Browser erkannt wird.
  • Für Mac OS-Sitzungsstarts ist die IFDCD nur ab Workspace-App-Version 1902 verfügbar.
  • Für Windows OS-Sitzungsstarts ist die IFDCD für Workspace-App-Version ab 1902 verfügbar. In früheren Versionen wird die IFDCD nur für App-Starts aus dem Browser unter Erkennung der Workspace-App angezeigt.

Hinweise:

  • Treten bei der Anzeige der Sitzungsstartdauer Probleme auf, obwohl die Voraussetzungen erfüllt sind, überprüfen Sie das Director-Serverprotokoll und das VDA-Protokoll (siehe CTX130320). Für gemeinsam genutzte Sitzungen (mehrere Anwendungen in einer Sitzung gestartet) werden die Workspace-App-Kennzahlen für die neueste Verbindung bzw. den letzten Anwendungsstart angezeigt.
  • Einige Kennzahlen des VDA-Sitzungsstarts gelten nicht bei Wiederverbindungen. In solchen Fällen wird eine Meldung angezeigt.

Sitzungsstart

Phasen des Workspace-App-Sitzungsstarts

Sitzungsstartdauer auf Client (SSCD)

Ist der Wert hoch, deutet dies auf ein clientseitiges Problem hin, das eine lange Startdauer verursacht. Überprüfen Sie nachfolgende Kennzahlen, um die Ursache des Problems zu ermitteln. Dies beginnt möglichst nah am Zeitpunkt der Anforderung (Mausklick) und endet bei Herstellung der ICA-Verbindung zwischen dem Clientgerät und VDA. Bei einer gemeinsamen Sitzung ist diese Dauer viel geringer, da ein Großteil der mit der Erstellung einer neuen Verbindung zum Server verbundenen Einrichtung entfällt. Auf der nächsten Ebene darunter stehen mehrere detaillierte Kennzahlen zur Verfügung.

Dauer des ICA-Dateidownloads (IFDCD)

Dies ist die Zeit, die das Herunterladen der ICA-Datei vom Server auf den Client in Anspruch nimmt. Der Gesamtprozess ist folgender:

  1. Der Benutzer klickt in der Workspace-Anwendung auf eine Ressource (Anwendung oder Desktop).
  2. Eine Anforderung wird über Citrix Gateway (falls konfiguriert) an StoreFront und von dort an den Delivery Controller gesendet.
  3. Der Delivery Controller sucht eine verfügbare Maschine und sendet die Maschineninformationen und weitere Details an StoreFront. Außerdem fordert StoreFront ein einmaliges Ticket von der Secure Ticket Authority an.
  4. StoreFront generiert eine ICA-Datei und sendet sie über Citrix Gateway (falls konfiguriert) an den Benutzer.

IFDCD entspricht der Zeit, die für den gesamten Prozess benötigt wird (Schritte 1–4). Die IFDCD-Dauer endet, wenn der Client die ICA-Datei empfängt.

LPWD ist der StoreFront-Teil des Prozesses.

Wenn IFDCD hoch und LPWD normal ist, war die serverseitige Verarbeitung des Starts erfolgreich, aber es gab Kommunikationsprobleme zwischen dem Clientgerät und StoreFront. Ursache sind Netzwerkprobleme zwischen den beiden Maschinen. Behandeln Sie in diesem Fall ggf. mögliche Netzwerkprobleme.

Dauer des Seitenstarts auf Webserver (LPWD)

Dies ist die Zeit für die Verarbeitung der Startseite (launch.aspx) in StoreFront. Ist der LPWD-Wert hoch, liegt bei StoreFront ggf. ein Engpass vor.

Mögliche Ursachen:

  • Hohe Last in StoreFront. Suchen Sie die Ursache der Verzögerung in den Protokollen von IIS, Überwachungstools, Task-Manager, Systemmonitor usw.
  • Kommunikationsprobleme zwischen StoreFront und anderen Komponenten, z. B. Delivery Controllern. Prüfen Sie, ob die Netzwerkverbindung zwischen StoreFront und Delivery Controllern langsam ist oder ob Delivery Controller ausgefallen oder überlastet sind.

Dauer der Namensauflösung auf Webserver (NRWD)

Dies ist die Zeit, die der Delivery Controller zum Auflösen des Namens einer veröffentlichten Anwendung/eines veröffentlichten Desktops in eine VDA-IP-Adresse braucht.

Ist der Wert hoch, bedeutet dies, dass der Delivery Controller lange braucht, um den Namen einer veröffentlichten Anwendung in eine IP-Adresse aufzulösen. Mögliche Ursachen sind ein Problem auf dem Client, Probleme mit dem Delivery Controller, z. B. der Überlastung, oder ein Problem mit der Netzwerkverbindung zwischen diesen Maschinen.

Dauer der Antwort auf Tickets für Webserver (TRWD)

Dies ist die Zeit, die für den Abruf eines Tickets (falls erforderlich) vom Secure Ticket Authority-Server (STA) oder dem Delivery Controller benötigt wird. Ist der Wert hoch, deutet dies auf eine Überlastung des STA-Servers bzw. Delivery Controllers hin.

Sitzungslookupdauer auf Client (SLCD)

Dies ist die Zeit, die benötigt wird, um jede Sitzung zum Hosten der angeforderten veröffentlichten Anwendung abzufragen. Die Überprüfung wird auf dem Client durchgeführt, um festzustellen, ob eine bestehende Sitzung die Anforderung zum Starten der Anwendung verarbeiten kann. Die verwendete Methode hängt davon ab, ob die Sitzung neu ist oder gemeinsam genutzt wird.

Sitzungserstellungsdauer auf Client (SCD)

Dies ist die Zeit, die das Erstellen einer Sitzung ab dem Starten von wfica32.exe (oder einer äquivalenten Datei) bis zum Herstellen der Verbindung dauert.

Phasen des VDA-Sitzungsstarts

Sitzungsstartdauer auf VDA (SSVD)

Diese serverseitige Kennzahl entspricht der Zeit, die der VDA für den gesamten Startvorgang benötigt. Ist der Wert hoch, deutet dies auf ein VDA-seitiges Problem hin, das eine lange Startdauer verursacht. Dies umfasst die Zeit, die der VDA für den gesamten Startprozess benötigt.

Dauer des Anmeldeinformationsabrufs auf VDA (COVD)

Die Zeit, die der VDA zum Abrufen der Benutzeranmeldeinformationen benötigt.

Die Dauer kann sich erhöhen, wenn ein Benutzer die Anmeldeinformationen nicht zügig eingibt, sie wird daher nicht in die VDA-Startdauer eingerechnet. Die Dauer ist in der Regel nur relevant, wenn eine manuelle Anmeldung verwendet wird und das serverseitige Anmeldedialogfeld angezeigt wird (oder wenn ein Rechtshinweis vor Beginn der Anmeldung angezeigt wird).

Dauer der Authentifizierung von Anmeldeinformationen auf VDA (CAVD)

Dies ist die Zeit, die der VDA für die Authentifizierung der Anmeldeinformationen des Benutzers anhand des Authentifizierungsanbieters benötigt (Kerberos, Active Directory oder ein SSPI).

Gruppenrichtliniendauer für VDA (GPVD)

Dies ist die Zeit, die für das Anwenden von Gruppenrichtlinienobjekten während der Anmeldung benötigt wird.

Anmeldeskriptdauer für VDA (LSVD)

Dies ist die Zeit, die der VDA zum Ausführen der Anmeldeskripts des Benutzers benötigt.

Erwägen Sie, die Anmeldeskripts des Benutzers oder der Gruppe asynchron zu machen. Erwägen Sie, Anwendungskompatibilitätsskripts zu optimieren oder stattdessen Umgebungsvariablen zu verwenden.

Profilladedauer für VDA (PLVD)

Dies ist die Zeit, die der VDA zum Laden des Benutzerprofils in Anspruch nimmt.

Ist der Wert hoch, prüfen Sie die Benutzerprofilkonfiguration. Die Größe und der Speicherort von Roamingprofilen wirken sich auf die Dauer von Sitzungsstarts aus. Wenn ein Benutzer sich an einer Sitzung anmeldet, in der Terminaldienste-Roamingprofile und -Basisordner aktiviert sind, werden die Roamingprofilinhalte und der Zugriff auf diesen Ordner während der Anmeldung zugeordnet, wodurch zusätzliche Ressourcen benötigt werden. Dies kann zu einer erheblichen CPU-Nutzung führen. Verwenden Sie ggf. Terminaldienste-Basisordner mit umgeleiteten persönlichen Ordnern, um dieses Problem zu beheben. Verwenden Sie allgemein ggf. die Citrix Profilverwaltung für Benutzerprofile in Citrix Umgebungen. Wenn Sie die Citrix Profilverwaltung verwenden und die Anmeldedauer hoch ist, prüfen Sie, ob Ihre Antivirensoftware die Citrix Profilverwaltung blockiert.

Dauer der Druckererstellung auf VDA (PCVD)

Dies ist die Zeit, die der VDA benötigt, um die Clientdrucker des Benutzers synchron zuordnen. Ist die asynchrone Druckererstellung konfiguriert, wird kein PCVD-Wert aufgezeichnet, da sie sich nicht auf den Sitzungsstart auswirkt.

Ein hoher Zeitaufwand für die Zuordnung von Druckern wird oft von den Richtlinieneinstellungen für die automatische Druckererstellung verursacht. Die Anzahl der lokal auf den Clientgeräten der Benutzer hinzugefügten Drucker und die Druckkonfiguration können sich direkt auf die Sitzungsstartdauer auswirken. Beim Start einer Sitzung muss Citrix Virtual Apps and Desktops jeden lokal zugeordneten Drucker auf dem Clientgerät erstellen. Konfigurieren Sie evtl. die Druckrichtlinien neu, um die Anzahl der erstellten Drucker zu verringern, insbesondere wenn Benutzer viele lokale Drucker haben. Bearbeiten Sie hierzu die Richtlinie “Druckererstellung” auf dem Delivery Controller und in Citrix Virtual Apps and Desktops.

Dauer der Laufwerkzuordnung auf VDA (DMVD)

Dies ist die Zeit, die der VDA für die Zuordnung der Clientlaufwerke, -geräte und -ports des Benutzers in Anspruch nimmt.

Stellen Sie sicher, dass die Basisrichtlinien Einstellungen zum Deaktivieren nicht verwendeter virtueller Kanäle (z. B. Audio- oder COM-Portzuordnung) enthalten, um das ICA-Protokoll zu optimieren und die Gesamtsitzungsleistung zu verbessern.

Startdauer von Anwendung/Desktop für VDA (ALVD/DLVD)

Diese Phase ist die kombinierte aus UserInit- und Shell-Dauer. Wenn sich ein Benutzer bei einem Windows-Computer anmeldet, führt Winlogon userinit.exe aus. Userinit.exe führt Anmeldeskripts aus, stellt Netzwerkverbindungen wieder her und startet dann explorer.exe die Windows-Benutzeroberfläche. Userinit repräsentiert die Dauer zwischen dem Start von userinit.exe bis zum Start der Benutzeroberfläche des virtuellen Desktops oder der Anwendung. Die Shell-Phase ist die Dauer zwischen der Initialisierung der Benutzeroberfläche und dem Zeitpunkt, zu dem der Benutzer die Kontrolle über Tastatur und Maus erhält.

Dauer der Sitzungserstellung auf VDA (SCVD)

Diese Zeit umfasst verschiedene Verzögerungen bei der Erstellung der Sitzung auf dem VDA.