Verwenden des Startgerätverwaltungsdienstprogramms

Das Startgerätverwaltungsdienstprogramm ist eine optionale Methode zum Bereitstellen von IP- und Startinformationen (Startgerät) für Zielgeräte. Es ist eine Alternative zur Verwendung der herkömmlichen DHCP-, PXE- und TFTP-Methoden. Mit dieser Methode werden die Startinformationen direkt vom Startgerät abgerufen, wenn das Zielgerät gestartet wird. Mit diesen Informationen kann das Zielgerät den entsprechenden Provisioningserver suchen, mit ihm kommunizieren und von ihm starten. Nach der Benutzerauthentifizierung stellt der Provisioningserver dem Zielgerät das vDisk-Image zur Verfügung.

Die folgenden Startgeräte werden unterstützt:

  • USB
  • CD (ISO)
  • Festplattenpartition

Drahtlose Netzwerkkarten werden nicht unterstützt.

Warnung

Wird eine gesamte Festplatte als Startgerät ausgewählt, werden alle vorhandenen Partitionen gelöscht und es wird eine einzige aktive Partition neu erstellt. Die Zielpartition wird als Startgerät reserviert und kann nicht vom Betriebssystem oder von Daten verwendet werden.

Wenn eine Festplattenpartition als Startlaufwerk ausgewählt wird, werden die Daten der ausgewählten Partition gelöscht und die Partition als aktive Partition festgelegt. Diese aktive Partition wird zum Startgerät.

Konfigurieren von Startgeräten

Startgeräte werden mit dem Startgerätverwaltungsdienstprogramm konfiguriert. Mit dieser assistentenähnlichen Anwendung können Sie Startgeräte schnell programmieren.

Führen Sie nach dem Installieren des Startgeräts die folgenden Schritte aus.

  • Die vDisk muss bereits formatiert und einsatzbereit sein, bevor BDM.exe ausgeführt wird.
  • Wenn Sie die Festplatte des Zielgeräts als Startgerät verwenden, kopieren Sie BDM.exe aus dem Installationsverzeichnis des Produkts auf dem Server in das Installationsverzeichnis des Produkts auf dem Zielgerät.
  • Die Einstellungen des Zielgeräts in der Konsole sollten so festgelegt werden, dass es von der vDisk gestartet wird, aber das tatsächliche Gerät sollte so eingerichtet werden, dass es zuerst von der Festplatte gestartet wird.
  1. Führen Sie BDM.exe im Produktinstallationsverzeichnis für Provisioning Services aus. Das Fenster Boot Device Management wird geöffnet und die Seite “Specify the Login Server” wird angezeigt.
  2. Wählen Sie unter “Server Lookup” das Optionsfeld für die Methode zum Abrufen der Provisioningserver-Startinformationen aus:
    • Use DNS to find the Provisioning Server from which to boot from. Wenn diese Option und die Option “Use DHCP to retrieve Device IP” ausgewählt sind (unter “Device IP Configuration”), muss der DHCP-Server Option 6 (DNS Server) bereitstellen.

      Hinweis: Das Startgerät verwendet den Hostnamen plus DHCP-Option 15 (Domänenname, der optional ist) als FQDN zum Kontaktieren des DNS-Servers, um die IP-Adresse aufzulösen.

      Geben Sie bei Verwendung der hohen Verfügbarkeit bis zu vier Provisioningserver für den gleichen Hostnamen auf dem DNS-Server an.

    • Use the static IP address of the Provisioning Server from which to boot. Wenn Sie diese Option auswählen, klicken Sie auf “Add”, um die folgenden Provisioningserverinformationen einzugeben:

      • IP-Adresse
      • Port (der Standardport ist 6910)

      Wenn Sie die hohe Verfügbarkeit einsetzen, geben Sie bis zu vier Provisioningserver ein. Wenn Sie die hohe Verfügbarkeit nicht verwenden, geben Sie nur einen Server ein. Legen Sie mit den Schaltflächen “Move up” und “Move down” die Startreihenfolge der Provisioningserver fest. Der erste aufgeführte Provisioningserver ist der Server, von dem aus das Zielgerät zu starten versucht.

  3. Klicken Sie auf Weiter. Das Dialogfeld “Set Options” wird angezeigt.
  4. Konfigurieren Sie die folgenden lokalen Startoptionen und klicken Sie anschließend auf Next:
    • Verbose Mode: Aktiviert bzw. deaktiviert die Anzeige ausführlicher Start- und Diagnoseinformationen. Diese können beim Debugging hilfreich sein.
    • Interrupt Safe Mode: Aktivieren bzw. deaktivieren Sie diesen Modus zwecks Debugging. Dies wird manchmal für Treiber erforderlich, die Probleme beim Timing oder beim Startverhalten aufweisen.
    • Advanced Memory Support: Aktiviert bzw. deaktiviert die Adresserweiterungen, damit diese mit den Einstellungen des Betriebssystems übereinstimmen. Diese Option ist standardmäßig aktiviert. Deaktivieren Sie diese Option nur, wenn das Zielgerät zu Beginn des Startvorgangs hängt bzw. unerwartetes Verhalten zeigt.
    • Network Recovery Method: Wählen Sie diesen Modus, wenn Sie versuchen möchten, die Netzwerkverbindung wiederherzustellen oder von einer Festplatte neu zu starten, falls die Verbindung des Zielgeräts mit dem Provisioningserver unterbrochen wird, und wenn Sie die Dauer (in Sekunden) angeben möchten, die auf das Herstellen dieser Verbindung gewartet wird.
    • Login Polling Timeout: Beginnen Sie mit Werten von einer Sekunde für jede der Polling- und allgemeinen Zeitüberschreitungen. Erhöhen Sie die Werte, wenn Sie die 3DES-Verschlüsselung verwenden. Erhöhen Sie die Timer auch basierend auf der Arbeitslast. Eine angemessene Einstellung für 100 Zielgeräte, auf denen Triple-DES im Netzwerk ausgeführt wird, ist drei Sekunden.
    • Login General Timeout: Eine angemessene Einstellung für 100 Zielgeräte, auf denen Triple-DES im Netzwerk ausgeführt wird, ist 10 Sekunden für das allgemeine Timeout.
  5. Konfigurieren Sie im Dialogfeld “Burn the Boot Device” die IP-Adresse des Zielgeräts. Wenn die Option Use DNS to find the Server ausgewählt ist und der DHCP-Dienst die Option 6 (DNS-Server) nicht bietet, geben Sie die folgenden erforderlichen Informationen ein (beachten Sie, dass der Servername höchstens 16 Zeichen und der Domänenname höchstens als 48 Zeichen hat):
    • Adresse des primären DNS-Servers
    • Adresse des sekundären DNS-Servers
    • Domänenname
  6. Konfigurieren Sie die Boot Device-Eigenschaften.
    • Add an active boot partition: Aktivieren Sie diese Option, um eine Startpartition hinzuzufügen. Hinweis: Eine Startpartition ist erforderlich, wenn der Start von der Festplatte des Geräts erfolgt (z. B. wenn Sie ein XENPVDISK-Startgerät mit einer kleinen Partition oder einem Partition-Offset auswählen).
    • Wählen Sie das Startgerät aus der Liste der Geräte aus. Wenn die Größe eines Partition-Offsets festgelegt wurde, müssen Sie die Zielgröße bestätigen. Geben Sie Yes ein (achten Sie auf die Groß-/Kleinschreibung), um fortzufahren.
  7. Konfigurieren Sie ggf. die Eigenschaften unter “Media Properties”.
  8. Klicken Sie auf Burn. Es erscheint eine Meldung, die bestätigt, dass das Startgerät erfolgreich erstellt wurde. Falls Sie das ISO-Format wählen, verwenden Sie Ihre CD-Brennsoftware, um das ISO-Image brennen.
  9. Klicken Sie auf Exit, um das Dienstprogramm zu beenden.
  10. Starten Sie das Zielgerät und rufen Sie das BIOS-Setup auf. Verschieben Sie unter “Boot Sequence” das Startgerät auf den Anfang der Liste der startbaren Geräte. Speichern Sie Ihre Änderungen und starten Sie das Zielgerät.

Nachdem das Startgerät konfiguriert wurde, kann eine Startsequenz des Zielgeräts im Dialogfeld “Target Device Disk Properties” der Konsole konfiguriert werden. Diese Bootverhalten werden eingesetzt, wenn ein Zielgerät eine Verbindung mit einem Provisioningserver hergestellt hat. Mit der Konsole können Sie einem Zielgerät mehrere vDisk-Images zuweisen. Die Startmethode dieser vDisks hängt vom ausgewählten Startverhalten ab.

Beim Konfigurieren des BIOS für das Startgerät (entweder USB oder ISO-Image) muss die PXE-Option der Netzwerkkarte aktiviert werden. Die PXE-Startoption ist erforderlich, damit während des Pre-Boot-Vorgangs die Netzwerkkartenoption ROM permanent im Arbeitsspeicher bleibt. Auf diese Weise steht dem Startgerät UNDI zur Verfügung und die Netzwerkkarte wird richtig initialisiert. Sonst zeigt das Startgerät die Meldung “API not found” an.

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