Netzwerkkomponenten

In diesem Abschnitt werden die Aufgaben beschrieben, die Sie zum Verwalten der Netzwerkkomponenten in Ihrer Streaming-Implementierung ausführen müssen.

Vorbereiten von Netzwerkswitches

Netzwerkswitches stellen den einzelnen Zielgeräten mehr Bandbreite bereit. Sie werden sehr häufig in Netzwerken mit umfangreichen Benutzergruppen eingesetzt. Wenn Sie Citrix Provisioning im Netzwerk verwenden, müssen Sie die Konfiguration der Switches ggf. ändern. Achten Sie bei der Implementierungsplanung insbesondere auf verwaltete Switches.

Hinweis:

In Citrix Provisioning-Netzwerken müssen Sie alle Netzwerkswitch-Ports, an die Zielgeräte angeschlossen sind, als Edge-Ports angeben.

Verwaltete Switches verwenden in der Regel Software zur Schleifenerkennung. Die Software deaktiviert den Port so lange, bis der Switch sicher ist, dass durch die neue Verbindung keine Schleife im Netzwerk entsteht. Obwohl diese Verzögerung wichtig und nützlich ist, verhindert sie einen erfolgreichen PXE-Start der Zielgeräte.

Das Problem tritt dabei auf folgende Weise auf:

  • Die Anmeldung am Zielgerät (nicht die Windows-Anmeldung) schlägt fehl.
  • Das Zielgerät bleibt während des Startvorgangs hängen.
  • Das Zielgerät bleibt während des Herunterfahrens hängen.

Um dieses Problem zu vermeiden, müssen Sie die Schleifenerkennungsfunktion für die Ports, an die die Zielgeräte angeschlossen sind, deaktivieren. Konfigurieren Sie hierzu alle Ports, an die Zielgeräte angeschlossen sind, als Edge-Ports. Dies entspricht dem Aktivieren der Fast-Link-Funktion in älteren Switch-Modellen (Schleifenerkennung wird deaktiviert).

Hinweis:

Die Netzwerkgeschwindigkeit sollte mindestens 100 MB betragen. Wenn Sie einen 10-MB-Hub verwenden, prüfen Sie, ob Ihre Netzwerkkarte das Ausschalten des automatischen Aushandelns unterstützt. Hierdurch können Sie mögliche Probleme bei der Verbindung beheben.

Switchhersteller

Je nach Switchhersteller wird diese Funktion unterschiedlich bezeichnet. Beispiel:

  • PortFast, STP Fast Link oder Switchport mode access (Cisco)
  • Spanning Tree Fastlink (Dell)
  • Fast Port (Foundry)
  • Fast Start (3COM)

Verwenden von UNC-Namen

Mit UNC-Namen (Universal Naming Convention) definieren Sie den Speicherort von Dateien und anderen Ressourcen im Netzwerk. Das UNC-Format ermöglicht, die freigegebenen Ressourcen mit eindeutigen Adressen zu identifizieren. UNC wird von Windows und vielen Netzwerkbetriebssystemen (NBS) unterstützt.

In Citrix Provisioning geben Sie mit UNC-Namen den Speicherort der Betriebssystem-Streaming-Datenbank für alle Provisioningserver sowie den Speicherort einer bestimmten vDisk an.

Syntax

UNC-Namen haben die Syntax \SERVERNAME\FREIGABENAME, wobei SERVERNAME der Name des Provisioningservers und FREIGABENAME der Name der freigegebenen Ressource ist.

UNC-Namen von Verzeichnissen oder Dateien können zudem nach dem Freigabenamen den Verzeichnispfad enthalten. Die Syntax ist hierbei:

\SERVERNAME\SHARENAME\DIRECTORY\FILENAME

Beispiel: Der Ordner mit der Konfigurationsdatenbankdatei befindet sich in folgendem Verzeichnis:

C:\Program Files\Citrix\Provisioning Services

Geben Sie auf dem freigegebenen Provisioningserver (Server1) Folgendes ein:

\server1\Provisioning Services

Hinweis:

Für die UNC-Namensgebung muss die Ressource keine Netzwerkfreigabe sein. Sie können mit UNC auch einen lokalen Speicherort angeben, der nur von einem lokalen Computer verwendet wird.

Zugreifen auf eine Remotenetzwerkfreigabe

Wenn Sie mit einem Namen im UNC-Format auf eine Remotenetzwerkfreigabe zugreifen möchten, muss auf dem Remotesystem ein Benutzerkonto und ein Kennwort für den Streamdienst eingerichtet werden.

Zugreifen auf eine Remotenetzwerkfreigabe mit einem Namen im UNC-Format

  1. Erstellen Sie auf dem Provisioningserver ein Benutzerkonto, unter dem der Streamdienst ausgeführt wird. Diesem Konto muss ein Kennwort zugewiesen werden. Anderenfalls kann sich der Streamdienst nicht ordnungsgemäß anmelden. Sie können für die einzelnen Streamdienste separate Benutzerkonten und Kennwörter erstellen oder dasselbe Benutzerkonto und Kennwort für alle Dienste gemeinsam verwenden.
  2. Geben Sie die vDisk und die Konfigurationsdatenbankordner frei. Klicken Sie im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf den Ordner und wählen Sie Eigenschaften. Klicken Sie auf die Registerkarte Freigabe und wählen Sie anschließend die Option Diesen Ordner freigeben. Geben Sie den Freigabenamen ein oder wählen Sie ihn aus.
  3. Stellen Sie sicher, dass der Vollzugriff auf alle Dateien im vDisk- und Datenbankordner erteilt wurde. Klicken Sie auf der Registerkarte Freigabe auf die Schaltfläche Berechtigungen oder klicken Sie auf die Registerkarte Sicherheit. Wählen Sie anschließend die korrekten Berechtigungen aus.
  4. Für den Streamdienst:
    • Wählen Sie Systemsteuerung > Computerverwaltung > Komponentendienste. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Streamdienst und wählen Sie Eigenschaften.
    • Klicken Sie auf die Registerkarte Anmelden. Ändern Sie die Einstellung Anmelden als: in Dieses Konto und richten Sie den Dienst so ein, dass er sich mit dem Benutzernamen und dem Kennwort anmeldet, die Sie in Schritt 1 definiert haben.
  5. Stellen Sie sicher, dass alle Streamdienste neu gestartet werden. Der Konfigurationsassistent führt die Neustarts automatisch durch. Sie können die Streamdienste auch von der Konsole oder von der Systemsteuerung aus starten.

Hinweis:

Verwenden Sie daher beim Konfigurieren der Streamdienste keine zugeordneten Laufwerksbuchstaben für die Verzeichnisse, in denen die vDisk und die Datenbank gespeichert sind. Der Streamdienst kann mit zugeordneten Laufwerksbuchstaben nicht auf Ordner zugreifen, da die zugeordneten Laufwerke beim Starten der Dienste noch nicht vorhanden sind.

Verringern der Netzwerkauslastung

Windows bietet mehrere Funktionen, die voraussetzen, dass der Computer über eine große und schnelle Festplatte verfügt. Diese Funktionen können auch auf Systemen ohne Datenträger, d. h. der Datenträger befindet sich auf dem Netzwerk, sehr nützlich sein. Der Nachteil ist jedoch, dass sie die Leistungsfähigkeit des Cache herabsetzen und somit die Netzwerkauslastung erhöht wird. In Umgebungen, in der die Netzwerkauslastung ein kritischer Faktor ist, sollten Sie daher die Funktionen deaktivieren oder deren Eigenschaften entsprechend anpassen, um die möglichen Auswirkungen zu vermeiden.

Insbesondere sind Offlineordner auf Systemen ohne Datenträger nicht sinnvoll und beeinträchtigen auf diesen Systemen möglicherweise die Leistung von Windows. In Offlineordnern werden Netzwerkdateien zwischengespeichert, d. h. die Funktion ist nicht für Systeme geeignet, wo sich alle Dateien auf dem Netzwerk befinden.

Alle diese Funktionen sind über das Zielgerät konfigurierbar. Die folgenden Funktionen werden in der Windows-Gruppenrichtlinie konfiguriert.

  • Offlineordner
  • Ereignisprotokolle

Konfigurieren von Windows-Funktionen auf einer Standard-vDisk

  1. Bereiten Sie die gewünschte vDisk im Standardimagemodus für die Konfiguration vor.
    • Fahren Sie alle Zielgeräte herunter, die die vDisk im Standardimagemodus verwenden.
    • Ändern Sie in der Konsole den Zugriffsmodus für den Datenträger in Private Image.
    • Starten Sie ein Zielgerät.
  2. Konfigurieren Sie die gewünschten Features.
  3. Bereiten Sie die vDisk im Standardimagemodus für die Verwendung vor
    • Fahren Sie das Zielgerät, auf dem Sie die vDisk konfiguriert haben, herunter.
    • Ändern Sie in der Konsole den Zugriffsmodus für den Datenträger in “Standard Image”.
    • Starten Sie die gewünschten Zielgeräte.

Konfigurieren des Papierkorbs

Wenn Sie den Papierkorb deaktivieren, werden Dateien sofort gelöscht. Folglich kann das Dateisystem die entsprechenden Datenträgersektoren und Cache-Einträge früher wiederverwenden.

Konfigurieren des Papierkorbs

  1. Klicken Sie auf dem Zielgerät oder im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf den Papierkorb.
  2. Wählen Sie “Eigenschaften”.
  3. Wählen Sie die Option “Global”.
  4. Wählen Sie eine der folgenden Einstellungen:
    • Eine Einstellung für alle Laufwerke verwenden
    • Dateien sofort löschen (nicht in Papierkorb verschieben)

Konfigurieren von Offlineordnern

Das Deaktivieren der Funktion “Offlineordner” wird dringend empfohlen, um zu verhindern, dass Windows Netzwerkdateien auf dem lokalen Datenträger zwischenspeichert. Die Funktion bringt auf Systemen ohne Datenträger keine Vorteile. Konfigurieren Sie diese Funktion auf dem Zielgerät oder mit der Windows-Gruppenrichtlinie.

Konfigurieren der Funktion auf dem Zielgerät

  1. Öffnen Sie den Windows-Explorer.
  2. Wählen Sie “Extras > Ordneroptionen”.
  3. Wählen Sie Offlineordner.
  4. Deaktivieren Sie die Option Offlineordner aktivieren.

Konfigurieren der Funktion mit der Windows-Gruppenrichtlinie

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console und dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für folgende Objekte und die zugehörigen Einstellungen, administrativen Vorlagen, Netzwerk- und Offlinedateien fest.

  • Richtlinieneinstellung: Disable user configuration of offline files (aktiviert)
  • Richtlinieneinstellung: Synchronize all offline files before logging off (deaktiviert)
  • Richtlinieneinstellung: Prevent use of the Offline Files folder (aktiviert)

Konfigurieren von Ereignisprotokollen

Verringern Sie den Wert für die maximale Größe der Anwendungs-, Sicherheits- und Systemprotokolle. Konfigurieren Sie die Funktion auf dem Zielgerät oder mit der Windows-Gruppenrichtlinie.

Konfigurieren der Ereignisprotokolle auf dem Zielgerät

  1. Wählen Sie Start > Einstellungen > Systemsteuerung.
  2. Öffnen Sie Verwaltung > Ereignisanzeige.
  3. Öffnen Sie das Eigenschaftendialogfeld der einzelnen Protokolle.
  4. Legen Sie einen relativ niedrigen Wert für die maximale Protokollgröße fest. Empfehlenswert sind 512 Kilobytes.

Konfigurieren der Funktion mit der Windows-Gruppenrichtlinie

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console und dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für folgende Objekte fest:

  • Richtlinieneinstellung: Policy Maximum Application Log Size. Relativ niedriger Wert. Empfehlenswert sind 512 Kilobytes.
  • Richtlinieneinstellung: Policy Maximum Application Log Size. Relativ niedriger Wert. Empfehlenswert sind 512 Kilobytes.
  • Richtlinieneinstellung: Policy Maximum Application Log Size. Relativ niedriger Wert. Empfehlenswert sind 512 Kilobytes.

Deaktivieren von automatischen Windows-Updates

Wenn auf dem Zielgerät der Dienst “Automatische Windows-Updates” ausgeführt wird, sucht Windows regelmäßig auf der Microsoft-Website nach Updates, Sicherheitspatches und Systemupdates. Wenn es Updates findet, die auf dem Computer noch nicht installiert sind, versucht Windows, sie herunterzuladen und automatisch zu installieren. Normalerweise ist diese Funktion sehr sinnvoll, um Ihr System auf dem neuesten Stand zu halten. Wenn Provisioning Services jedoch im Standardimagemodus ausgeführt wird, kann diese Funktion die Leistung beeinträchtigen oder schwerwiegendere Probleme verursachen. Dies liegt daran, dass der Dienst für automatische Windows-Updates Programme herunterlädt, die den Schreibcache füllen. Falls bei Verwendung des RAM-Caches des Zielgeräts der Schreibcache gefüllt wird, reagiert das Zielgerät möglicherweise nicht mehr.

Wenn Sie das Zielgerät neu starten, werden der Schreibcache des Zielgeräts und der Schreibcache von Provisioning Services gelöscht. Wenn Sie diesen Vorgang nach einem automatischen Update ausführen, gehen die Änderungen, die aufgrund des Updates vorgenommen wurden, verloren. Somit sind automatische Updates in diesem Fall nicht sinnvoll. (Damit Änderungen nicht verloren gehen, müssen Sie die automatischen Windows-Updates auf die vDisk anwenden, während sie im Privatimagemodus ausgeführt wird, wie unten beschrieben.)

Um zu verhindern, dass der Schreibcache gefüllt wird, deaktivieren Sie den Dienst “Automatische Windows-Updates” für das Zielgerät, auf denen Sie die vDisk erstellen.

Deaktivieren des Diensts “Automatische Windows-Updates”

  1. Wählen Sie Start > Einstellungen > Systemsteuerung > Verwaltung.
  2. Wählen Sie System.
  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Automatische Updates.
  4. Wählen Sie Automatische Updates deaktivieren.
  5. Klicken Sie auf Übernehmen.
  6. Klicken Sie auf OK.
  7. Wählen Sie Dienste.
  8. Doppelklicken Sie auf den Dienst Automatische Updates.
  9. Wählen Sie unter Starttyp die Option Deaktiviert aus der Dropdownliste aus.
  10. Wenn der Dienst “Automatische Updates” ausgeführt wird, klicken Sie auf die Schaltfläche Beenden, um den Dienst zu stoppen.
  11. Klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu speichern.

Permanentes Speichern von Windows-Updates

  1. Fahren Sie alle Zielgeräte herunter, die die vDisk gemeinsam verwenden.
  2. Ändern Sie den vDisk-Modus in “Privat Image”.
  3. Starten Sie ein Zielgerät von der vDisk.
  4. Führen Sie die Windows-Updates aus.
  5. Fahren Sie das Zielgerät herunter.
  6. Ändern Sie den vDisk-Modus in “Standard Image”.
  7. Starten Sie alle Zielgeräte, die die vDisk gemeinsam verwenden.

Verwalten von servergespeicherten Benutzerprofilen

Servergespeicherte Benutzerprofile sind Benutzerprofile, die auf einer Netzwerkfreigabe gespeichert sind. Sie umfassen Dateien und Ordner mit den persönlichen Einstellungen und Dokumenten des Benutzers. Wenn sich der Benutzer an einem Zielgerät in der Domäne anmeldet, kopiert Windows das entsprechende Profil von der Netzwerkfreigabe auf dem Datenträger des Zielgeräts. Wenn sich der Benutzer abmeldet, synchronisiert Windows das Benutzerprofil auf der Festplatte des Zielgeräts mit dem Benutzerprofil auf der Netzwerkfreigabe.

Bei Zielgeräten ohne Datenträger ist der Datenträger tatsächlich eine vDisk in einem freigegebenen Speicher. Folglich kehrt das Profil zum freigegebenen Speicher mit der vDisk zurück. Da sich die permanenten Benutzerdaten immer im freigegebenen Speicher befinden, muss Windows das Profil nicht herunterladen. Hierdurch wird Zeit, Netzwerkbandbreite und Dateicache gespart. Da einige Profildateien sehr groß werden können, sind erhebliche Einsparungen möglich.

Bei servergespeicherten Benutzerprofilen auf Systemen ohne Datenträger müssen Sie entsprechende Richtlinien konfigurieren und die Ordnerumleitung verwenden.

Obwohl servergespeicherte Benutzerprofile und die Offlineordnerfunktion nichts miteinander zu tun haben, hat sie auf Systeme ohne Datenträger ähnliche Auswirkungen. Wenn Sie diese Funktion deaktivieren, werden dieselben Auswirkungen verhindert.

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console mit dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für folgende Objekte fest.

Konfigurieren von servergespeicherten Benutzerprofilen

Das Konfigurieren servergespeicherter Benutzerprofile für Systeme ohne Datenträger ermöglicht, dass Roaming ohne das Herunterladen potenziell großer Profildateien durchgeführt werden kann.

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console mit dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für folgende Objekte fest.

Vermeiden der Ansammlung servergespeicherter Benutzerprofile auf vDisks

Objekt Computer configuration\Administrative templates\System\Logon
Richtlinie Delete cached copies of roaming profiles
Einstellung Enabled

Ausschließen von Verzeichnissen mit möglicherweise großen Dateien vom Download

Objekt User configuration\Administrative templates\System\Logon, Logoff
Richtlinie Exclude directories in roaming profile
Einstellung Enabled
Eigenschaften Prevent the following directories from roaming with the profile: Application Data; Desktop; My Documents; Start Menu.

Konfigurieren der Ordnerumleitung mit servergespeicherten Benutzerprofilen

Wenn Sie auf Systemen ohne Datenträger die Ordnerumleitung zusammen mit servergespeicherten Benutzerprofilen verwenden, stehen die Benutzerdokumente weiterhin zur Verfügung.

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console mit dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für folgende Objekte fest.

Konfigurieren der Ordnerumleitung

  1. Erstellen Sie eine Netzwerkfreigabe (\Servername\Freigabename), die die umgeleiteten Benutzerordner enthält.
  2. Erteilen Sie allen Benutzern die Berechtigung Vollzugriff für die Netzwerkfreigabe.
  3. Ordnerumleitung aktivieren.
Objekt Configuration\Administrative templates\System\Group policy
Richtlinie Folder Redirection policy processing
Einstellung Enabled

Ordner “Anwendungsdaten” umleiten.

Objekt Users configuration\Windows settings\Folder redirection\Application data
Eigenschaften Basic oder Advanced. Zielordnerpfad: \ServerName\ShareName%username%\Application Data

Desktopordner umleiten.

Objekt Users configuration\Windows settings\Folder redirection\Desktop
Eigenschaften Basic oder Advanced. Zielordnerpfad: \ServerName\ShareName%username%\Desktop

Leiten Sie den Ordner “Eigene Dateien” um.

Objekt Users configuration\Windows settings\Folder redirection\Desktop
Eigenschaften Basic oder Advanced. Zielordnerpfad: \ServerName\ShareName%username%\My Documents

Leiten Sie den Ordner “Startmenü” um.

Objekt Users configuration\Windows settings\Folder redirection\Desktop
Eigenschaften Basic oder Advanced. Zielordnerpfad: \ServerName\ShareName%username%\Start Menu

Deaktivieren von Offlineordnern

Mit dem Deaktivieren von Offlineordnern verhindern Sie, dass auf Systemen ohne Datenträger, aber mit Netzwerkfreigaben, Dateien unnötig zwischengespeichert werden.

Legen Sie auf dem Domänencontroller mit der Microsoft Management Console mit dem Grupppenrichtlinien-Snap-In die Domänenrichtlinien für das folgende Objekt fest.

Deaktivieren von Offlineordnern

Objekt Users configuration\Windows settings\Folder redirection\Desktop
Richtlinieneinstellung Disable user configuration of Offline Files (aktiviert).
Richtlinieneinstellung Synchronize all Offline Files before logging off (deaktiviert).
Richtlinieneinstellung Prevent user of Offline Files folder (aktiviert).

Starten über einen Router

Sie können Zielgeräte über einen Netzwerkrouter starten. Bei dieser Konfiguration können sich der Provisioningserver und das Zielgerät in verschiedenen Subnetzen befinden. Da die Netzwerkkonfigurationen von Kunde zu Kunde unterschiedlich sind, müssen Sie die Konfiguration bei Bedarf entsprechend anpassen.

Bei der Konfiguration in der folgenden Abbildung wird der Provisioningserver vom Zielgerät durch eine Windows 2000 Server-Plattform, die als Router fungiert, getrennt.

Starten über einen Router

Konfigurieren für DHCP

Bei dieser Konfiguration muss ein DHCP-Server im lokalen Subnetz (197.100.x.x) des Zielgeräts aktiv sein. Im Konfigurationsbeispiel oben wird der DHCP-Dienst auf dem Computer ausgeführt, der als Router zwischen den beiden Subnetzen fungiert. Der DHCP-Dienst muss jedoch nicht auf dem Router ausgeführt werden. Der DHCP-Server sendet die IP-Adresse und die PXE-Startinformationen an das Zielgerät.

Konfigurieren Sie den DHCP-Dienst so, dass er allen Zielgeräten, die im lokalen Subnetz (197.100.x.x) hochgefahren werden, gültige IP-Adressen bereitstellt.

Legen Sie auf dem DHCP-Server die folgenden Optionen fest, damit die PXE-Startinformationen an die Zielgeräte übertragen werden:

  1. DEAKTIVIEREN Sie Option 60 (Klassen-ID).
  2. Aktivieren Sie Option 66 (Hostname des Bootservers). Geben Sie die IP-Adresse des TFTP-Servers ein. Bei dieser Konfiguration ist die Adresse “10.64.0.10”.
  3. Aktivieren Sie Option 67 (Name der Startdatei). Geben Sie den Namen der Startdatei ein. Bei der Standardkonfiguration ist der Dateiname “ARDBP32.bin”.

Konfigurieren von Provisioning Services für PXE

Legen Sie in der Konsole für die Bootstrapeinstellungen fest, dass die Felder “Gateway” und “Subnet mask” verwendet werden. Die Felder geben an, welches Gateway und Subnetz das Zielgerät verwendet. In diesem Fall ist das Gateway “197.100.x.x” und die Netzmaske ist “255.255.255.0”.

Stellen Sie sicher, dass der TFTP-Dienst auf dem Provisioningserver ausgeführt wird.

In der Konfiguration oben ist der PXE-Dienst auf dem Provisioningserver nicht erforderlich, da die Optionen 66 und 67 des DHCP-Dienstes des Routers dieselben Informationen an das Zielgerät senden. Sie können den PXE-Dienst auf dem Provisioningserver beenden, wenn die Zielgeräte im Subnetz des Provisioningservers den Dienst nicht benötigen. Das gleiche gilt für die DHCP-Dienste, die auf dem Provisioningserver ausgeführt werden.

Ausführen von PXE und DHCP auf demselben Computer

Wenn PXE und DHCP auf demselben Provisioningserver ausgeführt werden, müssen Sie ein Options-Tag der DHCP-Konfiguration hinzufügen. Das Tag liefert den Zielgeräten, die PXE verwenden, die Information, dass der DHCP-Server auch der PXE-Bootserver ist. Stellen Sie sicher, dass das Options-Tag 60 dem DHCP-Bereich hinzugefügt ist. Das Tag wird im Rahmen des Provisioning Services-Setups automatisch hinzufügt, wenn vor der Installation von Provisioning Services der Microsoft DHCP-Server installiert und konfiguriert wurde. Der Konfigurationsassistent richtet die Konfigurationsdatei des Tellurian DHCP-Servers ein, wenn Sie Provisioning Services mit dem Konfigurationsassistenten konfigurieren.

Nachfolgend finden Sie eine Beispielkonfigurationsdatei für den Tellurian DHCP-Server mit dem Options-Tag 60.

max-lease-time 120;


default-lease-time 120;


option dhcp-class-identifier "PXEClient";


subnet 192.168.4.0 netmask 255.255.255.0 {


option routers 192.168.123.1;


range 192.168.4.100 192.168.4.120;


}

Verwalten mehrerer Netzwerkkarten

Mit Provisioning Services können Sie redundante Netzwerke zwischen den Servern und Zielgeräten betreiben. Dies setzt voraus, dass sowohl die Server als auch die Zielgeräte mit mehreren Netzwerkkarten (NICs) ausgestattet sind.

Mehrere Netzwerkkarten auf dem Zielgerät können mit den NIC-Teaming-Treibern des Herstellers als virtuelles Bündel oder mit der Netzwerkkarten-Failoverfunktion von Provisioning Services als Failovergruppe konfiguriert werden.

Die NIC-Teaming- und -Failoverfunktionen bieten Sicherheit bei Netzwerkkartenausfällen, die nach dem Starten des Systems auftreten können. Das eigentliche NIC-Team bzw. die eigentliche NIC-Failovergruppe wird erst dann eingerichtet, nachdem das Betriebssystem geladen wurde. Falls nach der Einrichtung eine Netzwerkkarte ausfällt:

  • Die NIC-Teaming-Funktion stellt die Systemfunktion sicher, da die virtuelle MAC-Adresse mit der physischen MAC-Adresse der primären Netzwerkkarte für den Startvorgang identisch ist.
  • Die NIC-Failoverfunktion sorgt dafür, dass das System weiterhin funktioniert, weil sie automatisch ein Failover auf eine andere Netzwerkkarte durchführt, die für dieses System bereits konfiguriert wurde.

Beim Verwenden einer Vorlage mit mehreren Netzwerkkarten überschreibt Provisioning Services die Netzwerkkonfiguration der ersten Netzwerkkarte. Die Konfigurationen der anderen Netzwerkkarten werden nicht geändert. Bei einem Host mit mehreren Netzwerkressourcen zeigt der XenDesktop-Setupassistent von Provisioning Services die für den Host verfügbaren Netzwerkressourcen an und ermöglicht es Ihnen, die Netzwerkressource auszuwählen, die der ersten Netzwerkkarte zugeordnet werden soll.

Tipp:

Wenn ein Computer gestartet wird, arbeitet das BIOS die Liste der verfügbaren Startgeräte und die Startreihenfolge dieser Geräte ab. Zu den Startgeräten können mehrere PXE-fähige Netzwerkkarten gehören. Provisioning Services verwendet die erste Netzwerkkarte in der Liste als die primäre Netzwerkkarte für den Startvorgang. Die MAC-Adresse der primären Netzwerkkarte für den Startvorgang wird als Suchschlüssel für den Datensatz des Zielgeräts in der Datenbank verwendet. Wenn zur Startzeit die primäre Netzwerkkarte für den Startvorgang nicht zur Verfügung steht, kann Provisioning Services den Datensatz des Zielgeräts in der Datenbank suchen (eine nicht-primäre Netzwerkkarte kann möglicherweise nur die PXE-Startphase verarbeiten). Obwohl das Hinzufügen eines separaten Zielgeräteintrags für jede Netzwerkkarte im System und das anschließende Synchronisieren aller Einträge als Workaround in Frage käme, ist dies nicht zu empfehlen (es sei denn, das erfolgreiche Starten des Systems wird als genauso wichtig wie der Weiterbetrieb des bereits laufenden Systems erachtet).

NIC-Teaming

Beachten Sie die folgenden Anforderungen beim Konfigurieren von NIC-Teaming:

  • Provisioning Services unterstützt die NIC-Teaming-Treiber von Broadcom, Intel und Moonshot-Treiber von Mellanox/HP. vDisks, die nach der Konfiguration des Netzwerkkarten-Teaming erstellt werden, können im Standardimagemodus oder Privatimagemodus ausgeführt werden. Die Broadcom NIC-Teaming-Treiber v9.52 und 10.24b sind nicht mit den Zielgerätetreibern von Provisioning Services kompatibel.
  • Das Teaming von Netzwerkschnittstellen mit mehreren Ports wird von Provisioning Services nicht unterstützt.
  • Mehrere Netzwerkkarten werden unterstützt für XenDesktop Private Image-VM-Desktops. Sie können mithilfe des Assistenten in Provisioning Services das Netzwerk auswählen, das der Provisioning Services-Netzwerkkarte (NIC 0) zugeordnet werden soll. Der Delivery Controller stellt eine Liste von zugeordneten Netzwerkressourcen für Hostverbindungen bereit.
  • Das Zielgerätbetriebssystem muss unter einem Serverbetriebssystem ausgeführt werden.
  • Die neue virtuelle Team-NIC-MAC-Adresse muss der physischen Netzwerkkartenadresse, die den PXE-Startvorgang ausführt, entsprechen.
  • Die integrierte Microsoft Windows Server 2012-NIC-Teaming-Software oder die Originalgerätehersteller-Software für NIC-Teaming sollte vor der Zielgerätsoftware installiert und konfiguriert werden.
  • Richten Sie das NIC-Teaming ein und stellen Sie sicher, dass Sie den von der Anwendung und der Netzwerktopologie erwarteten Teaming-Modus auswählen. Es sollte mindestens eine virtuelle Team-NIC für das Betriebssystem verfügbar gemacht werden.
  • Beim Provisioning von Maschinen auf einem SCVMM-Server ändert der XenDesktop-Setupassistent automatisch die Netzwerkkonfiguration der ersten Legacy-NIC und der zweiten, synthetischen NIC.
  • Während des Installationsvorgangs auf dem Masterzielgerät müssen Sie die Clienttreiber des Provisioning Services-Zielgeräts an die neue virtuelle Team-NIC-MAC-Adresse binden. Wenn alle physischen Netzwerkkarten zu einer einzelnen virtuellen Netzwerkkarte zusammengefasst wurden, wählt das Provisioning Services-Installationsprogramm die virtuelle Netzwerkkarte automatisch und ohne Benutzereingriff aus.
  • Falls Änderungen erforderlich sind, müssen Sie zuerst die Provisioning Services-Zielgerätsoftware deinstallieren, bevor Sie die Teamkonfiguration ändern. Nachdem Sie alle Änderungen vorgenommen haben, installieren Sie die Software neu. Das Ändern der Teamingkonfigurationen auf Masterzielgeräten, auf denen die Zielgerätsoftware installiert ist, kann zu unvorhersehbarem Verhalten führen.
  • Wenn Sie Provisioning Services-Zielgerätsoftware auf NT6.x-Systemen in einer Umgebung mit mehreren Netzwerkkarten installieren, können alle verfügbaren Netzwerkkarten verwendet werden. Aus diesem Grund wird bindcfg.exe nicht mehr benötigt und nicht mehr mit der Zielgerätsoftware installiert.

NIC-Failover

Ein Provisioning Services-Zielgerät oder Provisioningserver kann für das Failover zwischen mehreren Netzwerkkarten konfiguriert werden. Dieses Feature funktioniert mit allen Marken von Netzwerkkarten und auch bei einer Mischung von Marken. Provisioning Services unterstützt das Failover von Netzwerkkarten für vDisks sowohl im Standard- als auch im Privatimagemodus.

  • Die Netzwerkkarte für den PXE-Startvorgang wird als MAC-Adresse des primären Zielgeräts betrachtet, die in der Provisioning Services-Datenbank gespeichert wird.
  • Sie können die Failovergruppe von Netzwerkkarten beim Ausführen des Installers des Provisioning Services-Zielgeräts auf dem Masterzielgerät definieren. Wenn der Computer über mehrere Netzwerkkarten verfügt, wird der Benutzer aufgefordert, die Netzwerkkarten auszuwählen, mit denen eine Bindung hergestellt werden soll. Wählen Sie alle Netzwerkkarten aus, die am Netzwerkkarten-Failover teilnehmen.
  • Ein Zielgerät wird nur ein Failover auf diejenigen Netzwerkkarten durchführen, die sich in demselben Subnetz wie die Netzwerkkarte für den PXE-Startvorgang befinden.
  • Das Teaming von Netzwerkschnittstellen mit mehreren Ports wird von Provisioning Services nicht unterstützt.
  • Beim Ausfall der physischen Schicht, z. B. wenn ein Netzwerkkabel getrennt wird, führt das Zielgerät ein Failover auf die nächste verfügbare Netzwerkkarte durch. Das Failover erfolgt im Grunde genommen sofort.
  • Das Failover für Netzwerkkarten und die hohe Verfügbarkeit (HA) von Provisioning Services ergänzen sich und bieten Unterstützung für das Failover von Netzwerkschichten. Entsprechend den Regeln für die hohe Verfügbarkeit wird beim Auftreten eines Fehlers in der höheren Netzwerkschicht für das Zielgerät ein Failover auf den nächsten Provisioningserver durchgeführt.
  • Beim Ausfall der Netzwerkkarte wird die nächste verfügbare Netzwerkkarte aus der Failovergruppe verwendet und das Zielgerät neu gestartet. Daher müssen die Netzwerkkarten PXE-fähig und für PXE aktiviert sein.
  • Wenn eine virtuelle Netzwerkkarte (Netzwerkkarten-Teaming) in die Failovergruppe eingefügt wird, steht der vDisk nur der Privatimagemodus zur Verfügung. Dies ist eine auf die NIC-Teamingtreiber zurückzuführende Einschränkung.
  • Standardmäßig wechselt Provisioning Services automatisch von Legacy-Hyper-V-Netzwerkkarten auf synthetische Netzwerkkarten, wenn beide im gleichen Subnetz vorhanden sind. Wenn Sie die Standardeinstellung deaktivieren möchten, damit Legacy-Hyper-V-Netzwerkkarten verwendet werden, selbst wenn synthetische Netzwerkkarten vorhanden sind, ändern Sie die Registrierungseinstellungen auf dem Zielgerät: [HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\services\BNIStack\Parameters] DisableHyperVLegacyNic”=dword:00000000
  • Die Lastausgleichsfunktion wird in der Netzwerkkarten-Failoverimplementierung nicht unterstützt.

Aktualisieren der Netzwerkkartentreiber

Von Zeit zu Zeit müssen Sie die Treiber für die Netzwerkkarten aktualisieren. Aktualisieren Sie die Netzwerkkartentreiber gemäß den folgenden Richtlinien.

Aktualisieren der Netzwerkkartentreiber auf Zielgeräten

Aktualisieren der Netzwerkkartentreiber für Zielgeräte

  1. Wechseln Sie zu dem Zielgerät mit der Festplatte, von der Sie das vDisk-Image erstellt haben.
  2. Legen Sie im System-BIOS einen Start von der Festplatte fest.
  3. Starten Sie das Zielgerät direkt von der Festplatte.
  4. Deinstallieren Sie die Zielgerätsoftware von dieser Festplatte.
  5. Aktualisieren Sie den Netzwerkkartentreiber gemäß den Anweisungen des Herstellers.
  6. Installieren Sie die Zielgerätsoftware neu auf der Festplatte.
  7. Erstellen Sie ein neues Image der Festplatte, um ein neues vDisk-Image anzulegen.

Hinweis:

Aktualisieren Sie nicht die Netzwerkkartentreiber auf vDisks. Aktualisieren Sie nicht die Netzwerkkartentreiber auf Festplatten, auf denen der Provisioningserver installiert ist. Wenn die Netzwerkkarte nicht ordnungsgemäß aktualisiert wird, kann die Festplatte möglicherweise nicht mehr gestartet werden.

Aktualisieren der Netzwerkkartentreiber auf Provisioningservern

Zum Aktualisieren der Netzwerkkartentreiber auf dem Provisioningserver führen Sie einfach die entsprechenden Anweisungen des Herstellers durch.