Zonen

In Bereitstellungen mit weit auseinanderliegenden Standorten in einem WAN kann es zu Latenz- und Zuverlässigkeitsproblemen kommen. Es gibt zwei Möglichkeiten, diesen Herausforderungen zu begegnen:

  • Bereitstellen mehrerer Sites mit eigener SQL Server-Sitedatenbank:

Diese Option empfiehlt sich für große Unternehmen. Mehrere Sites können einzeln verwaltet werden und erfordern alle eine eigene SQL Server-Sitedatenbank. Jede Site ist eine eigenständige XenApp-Bereitstellung.

  • Konfigurieren mehrerer Zonen in einer einzelnen Site:

Mit Zonen können Benutzer an entfernten Standorten eine Verbindung mit Ressourcen herstellen, ohne dass die Verbindungen durch große WAN-Segmente laufen müssen. Zonen gestatten eine effektive Siteverwaltung über eine einzelne Citrix Studio-Konsole, Citrix Director und die Sitedatenbank. Auf diese Weise können die Kosten für Bereitstellung, Personalbesetzung, Lizenzierung und Betrieb zusätzlicher Sites mit eigenen Datenbanken an entfernten Standorten gespart werden.

Zonen können bei Bereitstellungen aller Größen nützlich sein. Mit Zonen können Sie Anwendungen und Desktops näher an den Benutzern ansiedeln und so die Leistung verbessern. Aus Redundanz- und Flexibilitätsgründen ist die Installation eines oder mehrerer Controller zonenlokal möglich, jedoch nicht erforderlich.

Die Zahl der für die Site konfigurierten Controller kann die Leistung bei einigen Vorgängen (z. B. beim Hinzufügen von neuen Controllern) beeinträchtigen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Zahl der Zonen in Ihrer XenApp- oder XenDesktop-Site auf maximal 50 beschränken.

Hinweis:

Wenn die Netzwerklatenz Ihrer Zonen 250 ms (RTT) übersteigt, empfiehlt Citrix die Bereitstellung mehrerer Sites anstelle von Zonen.

In diesem Artikel bezieht sich der Begriff “lokal” auf die jeweils behandelte Zone. “Ein VDA registriert sich bei einem lokalen Controller” bedeutet beispielsweise, dass sich der VDA bei einem Controller in der Zone registriert, in der der VDA ist.

Die Zonen in diesem Release ähneln denen in XenApp 6.5 und Vorversionen, sind mit ihnen jedoch nicht identisch. Beispielsweise gibt es in dieser Zonenimplementierung keine Datensammelpunkte. Alle Controller in einer Site kommunizieren mit einer Sitedatenbank in der primären Zone. Auch Failover und bevorzugte Zonen funktionieren in diesem Release anders.

Zonentypen

Eine Site hat immer eine primäre Zone. Sie kann auch eine oder mehrere Satellitenzonen haben. Satellitenzonen können für die Notfallwiederherstellung, entfernte Datencenter, Zweigstellen, eine Cloud oder eine Availability Zone in einer Cloud verwendet werden.

Primäre Zone

Die primäre Zone hat den Standardnamen “Primär” und umfasst SQL Server-Sitedatenbank (sowie ggf. hoch verfügbare SQL Server-Computer), Studio, Director, Citrix StoreFront, Citrix Lizenzserver und NetScaler Gateway. Die Sitedatenbank muss immer in der primären Zone sein.

Die primäre Zone sollte aus Redundanzgründen außerdem mindestens zwei Controller enthalten und kann einen oder mehrere VDAs mit Anwendungen umfassen, die eng an die Datenbank und Infrastruktur gekoppelt sind.

Satellitenzonen

Eine Satellitenzone enthält einen oder mehrere VDAs, Controller und StoreFront- sowie NetScaler Gateway-Server. Im Normalbetrieb kommunizieren Controller in einer Satellitenzone direkt mit der Datenbank in der primären Zone.

Satellitenzonen, insbesondere große, können auch einen Hypervisor für die Bereitstellung und/oder Speicherung von Maschinen enthalten. Beim Konfigurieren einer Satellitenzone können Sie dieser eine Hypervisor- oder Clouddienstverbindung zuweisen. Alle Maschinenkataloge, die diese Verbindung verwenden, müssen in der gleichen Zone sein.

Eine Site kann je nach Anforderungen und Umgebung Satellitenzonen verschiedener Konfigurationen enthalten. Die folgende Abbildung zeigt eine primäre Zone und Beispiele von Satellitenzonen.

Zonen

  • Die primäre Zone enthält zwei Controller, Studio, Director, StoreFront, den Lizenzserver und die Sitedatenbank (sowie hoch verfügbare SQL Server-Bereitstellungen). Die primäre Zone enthält außerdem mehrere VDAs und ein NetScaler Gateway.

  • Satellitenzone 1 – VDAs mit Controller

Satellitenzone 1 enthält einen Controller, VDAs und einen StoreFront-Server. Die VDAs in dieser Satellitenzone registrieren sich bei dem lokalen Controller. Der lokale Controller kommuniziert mit der Sitedatenbank und dem Lizenzserver in der primären Zone.

Wenn das WAN ausfällt, kann der Controller in der Satellitenzone dank Verbindungsleasing weiterhin Verbindungen mit VDAs in dieser Zone vermitteln. Eine solche Bereitstellung ist beispielsweise an Standorten nützlich, an denen Mitarbeiter über die lokale StoreFront-Site und den lokalen Controller auf ihre lokalen Ressourcen zugreifen, was möglich ist, selbst wenn die WAN-Verbindung zwischen dem Standort und dem Unternehmensnetzwerk ausfällt.

  • Satellitenzone 2 – VDAs mit redundanten Controllern

Satellitenzone 2 enthält zwei Controller, VDAs und einen StoreFront-Server. Dieser Zonentyp bietet die größte Resilienz bei gleichzeitigem Ausfall des WANs und eines lokalen Controllers.

VDAs-Registrierung und Controllerfailover

Site mit primärer Zone und Satellitenzonen und VDAs, deren Version mindestens 7.7 ist:

  • Ein VDA in der primären Zone registriert sich bei einem Controller in der primären Zone. Ein VDA in der primären Zone versucht nie eine Registrierung bei einem Controller in einer Satellitenzone.
  • Ein VDA in einer Satellitenzone registriert sich bei einem lokalen Controller, sofern möglich. Dies ist der bevorzugte Controller. Sind keine lokalen Controller verfügbar (z. B. weil sie keine weiteren VDA-Registrierungen annehmen können oder weil sie ausgefallen sind), versucht der VDA die Registrierung bei einem Controller in der primären Zone. In diesem Fall bleibt der VDA in der primären Zone registriert, selbst wenn wieder ein Controller in der Satellitenzone verfügbar wird. Ein VDA in einer Satellitenzone versucht nie eine Registrierung bei einem Controller in einer anderen Satellitenzone.
  • Wenn für die VDA-Ermittlung von Controllern die automatische Aktualisierung aktiviert ist und Sie bei der VDA-Installation eine Liste von Controlleradressen angegeben haben, wird aus dieser nach dem Zufallsprinzip ein Controller für die erste Registrierung ausgewählt, unabhängig davon, in welcher Zone der Controller residiert. Wenn die Maschine mit dem VDA neu gestartet wird, versucht dieser die Registrierung bei einem Controller in der lokalen Zone.
  • Wenn ein Controller in einer Satellitenzone ausfällt, erfolgt, sofern möglich, ein Failover zu einem anderen lokalen Controller. Ist kein lokaler Controller verfügbar, erfolgt ein Failover auf einen Controller in der primären Zone.
  • Wenn Sie einen Controller in eine Zone oder aus einer Zone verschieben und die automatische Aktualisierung aktiviert ist, erhalten die VDAs eine aktualisierte Liste der lokal und in der primären Zone angesiedelten Controller, anhand derer die Registrierung und die Annahme von Verbindungen erfolgt.
  • Wenn Sie einen Maschinenkatalog in eine andere Zone verschieben, registrieren sich die VDAs in diesem Katalog bei Controllern in der Zone, in die Sie den Katalog verschoben haben. (Wenn Sie einen Katalog in eine Zone verschieben, die nur schlecht mit der aktuellen Zone verbunden ist (z. B. über ein Netzwerk mit hoher Latenz oder geringer Bandbreite), sollten Sie auch alle zugeordneten Hostverbindungen in dieselbe Zone verschieben.)
  • Auf Controllern in der primären Zone werden Verbindungsleasingdaten für alle Zonen gespeichert. Auf Controllern in Satellitenzonen werden Verbindungsleasingdaten für die eigene Zone und die primäre Zone, jedoch nicht für die anderen Satellitenzonen gespeichert.

Wenn alle Controller in einer Site fehlschlagen:

  • kann Studio keine Verbindung mit der Site herstellen.
  • können keine Verbindungen mit VDAs in der primären Zone hergestellt werden.
  • verschlechtert sich die Siteleistung kontinuierlich, bis die Controller in der primären Zone verfügbar werden.

Sites mit VDAs vor Version 7.7:

  • VDAs in einer Satellitenzone akzeptieren Anforderungen von Controllern in der lokalen Zone und der primären Zone. (VDAs ab Version 7.7 können Controlleranforderungen aus anderen Satellitenzonen akzeptieren.)
  • VDAs in einer Satellitenzone registrieren sich nach dem Zufallsprinzip bei einem Controller in der lokalen Zone oder der primären Zone. Bei VDAs ab Version 7.7 ist die lokale die bevorzugte Zone.

Zonenpräferenz

Wichtig:

Zur Verwendung des Zonenpräferenz-Features müssen Sie mindestens StoreFront 3.7 und NetScaler Gateway 11.0-65.x ausführen.

In einer Site mit mehreren Zonen bietet das Zonenpräferenz-Feature Administratoren mehr Flexibilität bei der Steuerung, welcher VDA zum Starten einer Anwendung oder eines Desktops verwendet werden soll.

Funktionsweise der Zonenpräferenz

Es gibt drei Formen der Zonenpräferenz. Die Präferenz einer Zone zur Verwendung eines spezifischen VDAs kann auf folgenden Parametern basieren:

  • Speicherort der Anwendungsdaten. Dies wird als “Anwendungshome” bezeichnet.
  • Speicherort der Benutzerstammdaten (Profil oder Stammfreigabe). Dies wird als “Benutzerhome” bezeichnet.
  • Aktueller Standort des Benutzers (auf dem Citrix Receiver ausgeführt wird). Dies wird als “Benutzerstandort” bezeichnet.

Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel für eine Konfiguration mit mehreren Zonen.

Zonenpräferenz

In diesem Beispiel sind die VDAs über drei Satellitenzonen verteilt, gehören jedoch zur gleichen Bereitstellungsgruppe. Daher kann der Broker möglicherweise einen von mehreren VDAs für eine Startanforderung auswählen. Das Beispiel illustriert, dass die Benutzer Citrix Receiver an diversen Standorten ausführen können: Benutzer A verwendet ein Gerät mit Citrix Receiver in der Satellitenzone 1, Benutzer B verwendet ein Gerät in der Satellitenzone 2. Die Dokumente der Benutzer können an verschiedenen Speicherorten gespeichert sein: Bei Benutzer A und B ist es eine Freigabe in Satellitenzone 1, bei Benutzer C eine Freigabe in Satellitenzone 3. Für eine der veröffentlichten Anwendungen wird eine Datenbank in Satellitenzone 1 verwendet.

Zum Zuordnen eines Benutzers oder einer Anwendung zu einer Zone konfigurieren Sie eine Homezone für den Benutzer bzw. die Anwendung. Der Delivery Controller-Broker wählt dann die Zone zum Start einer Sitzung anhand dieser Zuordnungen, sofern Ressourcen verfügbar sind. Ihre Aufgaben:

  • Sie konfigurieren die Homezone für einen Benutzer, indem Sie diesen einer Zone hinzufügen.
  • Sie konfigurieren die Homezone für eine Anwendung durch Bearbeiten der Anwendungseigenschaften.

Ein Benutzer bzw. eine Anwendung kann jeweils nur eine Homezone haben. (Ausnahme sind ggf. Benutzer, die zu mehreren Zonen gehören. Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt “Weitere Überlegungen”. Der Broker verwendet jedoch auch hier nur eine Homezone.)

Es können zwar Zonenpräferenzen für Benutzer und Anwendungen konfiguriert werden, der Broker wählt jedoch für einen Start nur eine bevorzugte Zone. Die standardmäßige Priorität bei der Wahl der bevorzugten Zone ist “Anwendungshome > Benutzerhome > Benutzerstandort”. (Sie können diese Abfolge wie im nächsten Abschnitt beschrieben einschränken.) Wenn ein Benutzer eine Anwendung startet, passiert Folgendes:

  • Wenn für die Anwendung eine Zonenzuordnung konfiguriert ist (= Anwendungshome), wird diese als bevorzugte Zone für die Anwendung verwendet.
  • Wenn die Anwendung keine Zonenzuordnung hat, doch für den Benutzer wurde eine konfiguriert (= Benutzerhome), wird diese als bevorzugte Zone verwendet.
  • Wenn weder Anwendung noch Benutzer eine Zonenzuordnung haben, wird als bevorzugte Zone diejenige verwendet, in der der Benutzer eine Citrix Receiver-Instanz ausführt (Benutzerstandort). Ist diese Zone nicht definiert, werden VDA und Zone nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Beim Lastausgleich werden alle VDAs in der bevorzugten Zone berücksichtigt. Gibt es keine bevorzugte Zone, werden beim Lastausgleich alle VDAs in der Bereitstellungsgruppe berücksichtigt.

Anpassen der Zonenpräferenz

Wenn Sie eine Homezone für einen Benutzer oder eine Anwendung konfigurieren oder entfernen, können Sie auch die Anwendung der Zonenpräferenz steuern.

  • Obligatorische Verwendung der Homezone des Benutzers: In Bereitstellungsgruppen können Sie festlegen, dass Sitzungen in der Homezone von Benutzern (sofern eine existiert) gestartet werden und kein Failover auf andere Zonen erfolgt, wenn in der Homezone keine Ressourcen verfügbar sind. Dadurch können Sie verhindern, dass umfangreiche Profile oder große Datendateien von Zone zu Zone kopiert werden. In diesem Fall wird also eine Sitzung lieber gar nicht gestartet als in einer anderen Zone.
  • Obligatorische Verwendung der Homezone der Anwendung: Wenn Sie eine Homezone für eine Anwendung konfigurieren, können Sie festlegen, dass die Anwendung nur in dieser Zone gestartet wird und kein Failover auf andere Zonen erfolgt, wenn in der Homezone der Anwendung keine Ressourcen verfügbar sind.
  • Keine Anwendungshomezone und konfigurierte Benutzerhomezone ignorieren: Wenn Sie keine Homezone für eine Anwendung konfiguriert haben, können Sie auch festlegen, dass jegliche Benutzerhomezonen beim Starten der Anwendung nicht berücksichtigt werden. Damit können Sie beispielsweise dafür sorgen, dass anhand des Benutzerstandorts die Verwendung einer bestimmten Anwendung auf einem VDA erzwungen wird, der sich in der Nähe der Maschine mit der ausgeführten Citrix Receiver-Instanz befindet, selbst wenn ein Benutzer eine andere Homezone hat.

Wie bevorzugte Zonen die Sitzungsverwendung beeinflussen

Wenn ein Benutzer eine Anwendung oder einen Desktop startet, bevorzugt der Broker die bevorzugte Zone anstelle der vorhandenen Sitzung.

Wenn ein Benutzer beim Starten einer Anwendung oder eines Desktops bereits eine Sitzung laufen hat, die sich für die gestartete Ressource eignet (die z. B. die Sitzungsfreigabe für eine von der Ressource bereits ausführte Anwendung oder Sitzung verwenden kann), die Sitzung jedoch auf einem VDA in einer anderen als der bevorzugten Zone des Benutzers bzw. der Anwendung ausgeführt wird, kann eine neue Sitzung erstellt werden. Auf diese Weise erfolgt vorzugsweise der Start in der richtigen Zone (sofern dort Kapazität frei ist), vor der Wiederverbindung mit einer Sitzung in einer für die Sitzungsanforderungen des Benutzers weniger bevorzugten Zone.

Zur Vermeidung verwaister, nicht mehr erreichbarer Sitzungen ist eine Wiederverbindung mit vorhandenen getrennten Sitzungen zulässig, selbst wenn diese in einer nicht bevorzugten Zone sind.

Beim Start gilt für Sitzungen folgende Priorität:

  1. Verbindung mit einer vorhandenen Sitzung in der bevorzugten Zone
  2. Wiederverbindung mit einer getrennten Sitzung in einer anderen als der bevorzugten Zone
  3. Starten einer neuen Sitzung in der bevorzugten Zone
  4. Wiederverbindung mit einer verbundenen Sitzung in einer anderen als der bevorzugten Zone
  5. Starten einer neuen Sitzung in einer anderen als der bevorzugten Zone

Andere Überlegungen zur Zonenpräferenz

  • Wenn Sie eine Homezone für eine Benutzergruppe konfigurieren (z. B. eine Sicherheitsgruppe), werden die (direkten und indirekten) Mitglieder der Gruppe dieser Zone zugeordnet. Da Benutzer jedoch mehreren Sicherheitsgruppen angehören können, können für sie über die Gruppenmitgliedschaft andere Homezonen konfiguriert sein. In solchen Fällen ist die Bestimmung der Homezone nicht eindeutig.

Wenn für einen Benutzer eine Homezone konfiguriert und nicht per Gruppenmitgliedschaft zugewiesen wurde, so erhält diese Zone den Vorzug. Durch Gruppenmitgliedschaft entstandene Zonenzuordnungen werden dann ignoriert.

Gibt es für einen Benutzer mehrere Zonenzuordnungen, die ausschließlich durch Gruppenmitgliedschaften entstanden sind, wählt der Broker die Zone nach dem Zufallsprinzip. Die einmal gewählte Zone wird so lange für nachfolgende Sitzungen verwendet, bis sich die Gruppenmitgliedschaft des Benutzers ändert.

  • Für die Zonenpräferenz nach Benutzerstandort ist die Erkennung von Citrix Receiver auf dem Endpunktgerät durch das Citrix NetScaler Gateway erforderlich, über welches das Gerät eine Verbindung herstellt. Hierfür muss NetScaler für die Zuordnung von IP-Adressbereichen zu bestimmten Zonen konfiguriert sein und die ermittelte Zonenidentität muss über StoreFront an den Controller übergeben werden.

Weitere Informationen zur Zonenpräferenz finden Sie unter Zone preference internals.

Überlegungen, Anforderungen und bewährte Methoden

  • Sie können Controller, Maschinenkataloge, Hostverbindungen, Benutzer und Anwendungen in einer Zone platzieren. Wenn ein Maschinenkatalog eine Hostverbindung verwendet, müssen Katalog und Verbindung in der gleichen Zone sein, sodass die Verbindung zwischen ihnen eine geringe Latenz und hohe Bandbreite hat.
  • Wenn Sie Elemente in einer Satellitenzone platzieren wirkt sich dies auf die Interaktion der Site mit den Elementen und den mit diesen verbundenen Elementen aus.
    • Wenn Controllermaschinen in einer Satellitenzone platziert werden, wird angenommen, dass sie eine gute (lokale) Verbindung mit Hypervisors und VDA-Maschinen in derselben Satellitenzone haben. Controller in dieser Satellitenzone werden dann bevorzugt vor solchen in der primären Zone für das Handling der Hypervisors und VDA-Maschinen eingesetzt.
    • Wenn eine Hypervisorverbindung in einer Satellitenzone platziert wird, wird davon ausgegangen, dass alle über die Hypervisorverbindung verwalteten Hypervisors in derselben Satellitenzone sind. Controller in dieser Satellitenzone werden dann bevorzugt vor solchen in der primären Zone für die Kommunikation mit der Hypervisorverbindung eingesetzt.
    • Wenn ein Maschinenkatalog in einer Satellitenzone platziert wird, wird davon ausgegangen, dass alle VDA-Maschinen des Katalogs in derselben Satellitenzone sind. Lokale Controller werden bei der Registrierung bei der Site bevorzugt gegenüber Controllern in der primären Zone verwendet, nachdem nach der ersten Registrierung jedes VDAs die automatische Aktualisierung der Controllerliste aktiviert wurde.
    • Auch NetScaler Gateway-Instanzen können Zonen zugeordnet werden. Dies geschieht im Rahmen der Konfiguration des optimalen HDX-Routings in StoreFront statt wie bei den anderen hier beschriebenen Elementen über die Konfiguration der XenApp- oder XenDesktop-Site. Wenn ein NetScaler Gateway einer Zone zugeordnet ist, wird es für HDX-Verbindungen mit VDA-Maschinen in dieser Zone bevorzugt eingesetzt.
  • Beim Erstellen des ersten Maschinenkatalogs und der ersten Bereitstellungsgruppe einer Produktionssite sind alle Elemente in der primären Zone. Sie können Satellitenzonen erst erstellen, wenn das anfängliche Setup abgeschlossen ist. Wenn Sie eine leere Site erstellen, enthält die primäre Zone zunächst nur einen Controller. Sie können Satellitenzonen vor oder nach dem Erstellen eines Maschinenkatalogs und einer Bereitstellungsgruppe erstellen.
  • Beim Erstellen der ersten Satellitenzone mit einem oder mehreren Elementen verbleiben alle anderen Elemente der Site in der primären Zone.
  • Die primäre Zone heißt standardmäßig “Primär”. Sie können diesen Namen nach Wunsch ändern. Obwohl die primäre Zone in Studio als solche gekennzeichnet ist, empfiehlt sich die Verwendung eines Namens, anhand dessen sie sich leicht identifizieren lässt. Sie können die primäre Zone neu zuweisen, d. h. eine andere Zone als primäre Zone festlegen, die Sitedatenbank und alle hoch verfügbaren Server müssen jedoch immer in der primären Zone sein.
  • Die Sitedatenbank muss immer in der primären Zone sein.
  • Nach dem Erstellen von Zonen können Sie Elemente zwischen Zonen verschieben. Diese Flexibilität birgt jedoch das Risiko der Trennung von Elementen, die am besten in unmittelbarer Nähe zueinander funktionieren. Das Verschieben eines Maschinenkatalogs in eine andere Zone als die zugehörige Verbindung (Host), durch welche die Maschinen in dem Katalog erstellt werden, kann sich beispielsweise negativ auf die Leistung auswirken. Überlegen Sie daher vor dem Verschieben von Elementen zwischen Zonen, ob dies unerwünschte Auswirkungen haben könnte. Behalten Sie einen Katalog und die verwendete Hostverbindung in derselben Zone oder in Zonen, die gut verbunden sind (z. B. über ein Netzwerk mit niedriger Latenz und hoher Bandbreite).
  • Zur Erzielung der optimalen Leistung installieren Sie Studio und Director nur in der primären Zone. Wenn Sie eine zusätzliche Studio-Instanz in einer Satellitenzone installieren möchten, z. B. in einer Satellitenzone mit Controllern, die für ein Failover bei Ausfall der primären Zone verwendet wird, führen Sie Studio als lokal veröffentlichte Anwendung aus. Sie können auch von einer Satellitenzone auf Director zugreifen, da es eine Webanwendung ist.
  • Idealerweise sollte NetScaler Gateway in einer Satellitenzone für Benutzerverbindungen aus anderen Zonen oder externen Orten verwendet werden, es kann jedoch auch für zoneninterne Verbindungen verwendet werden.
  • Nicht vergessen: Zur Verwendung des Zonenpräferenz-Features müssen Sie mindestens StoreFront 3.7 und NetScaler Gateway 11.0-65.x ausführen.
  • Weitere technische und leistungsbezogene Informationen finden Sie unter Zones Deep Dive.

Erforderliche Verbindungsqualität

Die Controller in der Satellitenzone führen SQL-Interaktionen direkt mit der Sitedatenbank aus. Dies erfordert eine bestimmte Qualität der Verbindung zwischen der Satellitenzone und der primären Zone mit der Sitedatenbank. Wie hoch die Verbindungsqualität sein muss, hängt von der Zahl der VDAs und deren Benutzersitzungen in der Satellitenzone ab. Satellitenzonen mit einigen wenigen VDAs und Sitzungen kommen mit einer geringeren Verbindungsqualität aus als solche mit vielen VDAs und Sitzungen.

Weitere Informationen finden Sie unter Latency and SQL Blocking Query Improvements.

Auswirkungen der Latenz auf die Vermittlungsleistung

Sitzungen können in Zonen zwar über Verbindungen mit einer höheren Latenz ausgeführt werden (sofern es einen lokalen Broker gibt), die zusätzliche Latenz wirkt sich jedoch unweigerlich auf die Benutzererfahrung aus. Bei den meisten Arbeiten, die Benutzer in solchen Sitzungen ausführen, machen sich durch Roundtrips zwischen den Controllern in der Satellitenzone und der Sitedatenbank verursachte Verzögerungen bemerkbar.

Beim Starten von Anwendungen treten zusätzliche Verzögerungen auf, während die Sitzungsvermittlung geeignete VDAs zum Senden von Sitzungsstartanfragen sucht.

Erstellen und Verwalten von Zonen

Ein Volladministrator kann alle Aufgaben der Zonenerstellung und -verwaltung ausführen. Sie können jedoch auch eine benutzerdefinierte Rolle zum Erstellen, Bearbeiten oder Löschen einer Zone erstellen. Das Verschieben von Elementen zwischen Zonen erfordert für die Zone selbst lediglich eine Leseberechtigung. Sie benötigen jedoch die Berechtigung zum Bearbeiten der Elemente, die Sie verschieben möchten. Zum Verschieben eines Maschinenkatalogs von einer Zone in eine andere brauchen Sie beispielsweise die Berechtigung zum Bearbeiten des Maschinenkatalogs. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Delegierte Administration.

Mit Provisioning Services: Die mit diesem Release bereitgestellte Provisioning Services-Konsole erkennt keine Zonen. Citrix empfiehlt daher, Studio zum Erstellen von Maschinenkatalogen zu verwenden, die Sie in Satellitenzonen platzieren möchten. Verwenden Sie den Assistenten in Studio zum Erstellen des Katalogs und geben Sie die richtige Satellitenzone an. Verwenden Sie dann die Provisioning Services Console zum Bereitstellen von Maschinen in diesem Katalog. Wenn Sie den Katalog mit dem Provisioning Services-Assistenten erstellen, wird er in die primäre Zone platziert und muss anschließend mit Studio in die Satellitenzone verschoben werden.

Erstellen von Zonen

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen aus.
  2. Wählen Sie im Aktionsbereich Zone erstellen.
  3. Geben Sie einen Namen für die Zone und optional eine Beschreibung ein. Der Name muss innerhalb der Site eindeutig sein.
  4. Wählen Sie die Elemente, die Sie in der neuen Zone platzieren möchten. Sie können die Liste der verfügbaren Elemente filtern oder durchsuchen. Sie können auch eine leere Zone erstellen. Wählen Sie hierfür einfach keine Elemente aus.
  5. Klicken Sie auf Speichern.

Alternativ können Sie ein oder mehrere Elemente in Studio auswählen und dann im Aktionsbereich die Option Zone erstellen auswählen.

Ändern des Namen oder der Beschreibung einer Zone

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen aus.
  2. Wählen Sie im mittleren Bereich eine Zone und dann im Aktionsbereich Zone bearbeiten.
  3. Ändern Sie den Zonennamen und/oder die Beschreibung. Wenn Sie den Namen der primären Zone ändern, stellen Sie sicher, dass sie weiterhin eindeutig als primäre Zone identifiziert werden kann.
  4. Klicken Sie auf OK oder Übernehmen.

Verschieben von Elementen zwischen Zonen

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen aus.
  2. Wählen Sie im mittleren Bereich eine Zone und dann ein oder mehrere Elemente.
  3. Ziehen Sie das Element in die Zielzone oder wählen Sie im Aktionsbereich Elemente verschieben und geben Sie dann die gewünschte Zielzone an.

Durch eine Meldung mit einer Liste der ausgewählten Elemente werden Sie aufgefordert, das Verschieben zu bestätigen.

Nicht vergessen: Wenn ein Maschinenkatalog eine Hostverbindung zu einem Hypervisor oder Clouddienst verwendet, müssen Katalog und Verbindung in der gleichen Zone sein. Andernfalls kann die Leistung leiden. Wenn Sie eines dieser Elemente verschieben, verschieben Sie auch das andere.

Löschen von Zonen

Eine Zone muss leer sein, damit sie gelöscht werden kann. Die primäre Zone kann nicht gelöscht werden.

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen aus.
  2. Wählen Sie eine Zone im mittleren Bereich.
  3. Wählen Sie im Aktionsbereich Zone löschen. Wenn die Zone nicht leer ist, werden Sie aufgefordert, die Zone auszuwählen, in die die enthaltenen Elemente verschoben werden sollen.
  4. Bestätigen Sie die Löschung.

Hinzufügen einer Homezone für einen Benutzer

Das Konfigurieren einer Homezone für einen Benutzer wird als Hinzufügen eines Benutzers zu einer Zone bezeichnet.

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen und dann im mittleren Bereich eine Zone.
  2. Wählen Sie im Aktionsbereich Benutzer zur Zone hinzufügen.
  3. Klicken Sie im Dialogfeld Benutzer zur Zone hinzufügen auf Hinzufügen, und wählen Sie dann die Benutzer und Gruppen aus, die der Zone hinzugefügt werden sollen. Wenn darunter Benutzer sind, die bereits eine Homezone haben, werden zwei Optionen angezeigt: Mit Ja werden nur die Benutzer hinzugefügt, die noch keine Homezone haben, bei Auswahl von Nein wird wieder das Dialogfeld zur Auswahl der Benutzer angezeigt.
  4. Klicken Sie auf OK.

Für Benutzer mit einer Homezone können Sie festlegen, dass Sitzungen nur in der Homezone starten dürfen:

  1. Erstellen oder bearbeiten Sie eine Bereitstellungsgruppe.
  2. Wählen Sie auf der Seite Benutzer das Kontrollkästchen Sitzungen müssen in der Homezone eines Benutzers starten, wenn eine konfiguriert wurde.

Alle von Benutzern in der Bereitstellungsgruppe gestarteten Sitzungen müssen auf Maschinen in der Homezone des jeweiligen Benutzers gestartet werden. Wenn für einen Benutzer in der Bereitstellungsgruppe keine Homezone konfiguriert ist, hat diese Einstellung keine Auswirkung.

Entfernen einer Homezone für einen Benutzer

Dieses Verfahren wird auch als Entfernen eines Benutzers aus einer Zone bezeichnet.

  1. Wählen Sie im Studio-Navigationsbereich Konfiguration > Zonen und dann im mittleren Bereich eine Zone.
  2. Wählen Sie im Aktionsbereich Benutzer aus Zone entfernen.
  3. Klicken Sie im Dialogfeld Benutzer zur Zone hinzufügen auf Entfernen, und wählen Sie dann die Benutzer und Gruppen aus, die aus der Zone entfernt werden sollen. Mit dieser Aktion werden die Benutzer nur aus der Zone entfernt, sie verbleiben in den Bereitstellungsgruppen und Anwendungsgruppen, zu denen sie gehören.
  4. Bestätigen Sie das Entfernen, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Verwalten von Homezonen für Anwendungen

Das Konfigurieren einer Homezone für eine Anwendung wird als Hinzufügen einer Anwendung zu einer Zone bezeichnet. Standardmäßig haben Anwendungen in Umgebungen mit mehreren Zonen keine Homezone.

Die Homezone wird in den Anwendungseigenschaften festgelegt. Sie können die Eigenschaften von Anwendungen konfigurieren, wenn Sie die Anwendung einer Gruppe hinzufügen, oder später durch Bearbeitung der Eigenschaften in Studio.

Auf der Seite Zonen in den Eigenschaften/Einstellungen der Anwendung:

  • Wenn Sie eine Homezone für die Anwendung konfigurieren möchten:
    • Aktivieren Sie das Optionsfeld Durch ausgewählte Zone bestimmen, wo die Anwendung gestartet wird und wählen Sie dann die Zone aus der Dropdownliste.
    • Wenn die Anwendung ausschließlich in der ausgewählten Zone gestartet werden soll, aktivieren Sie das Kontrollkästchen unter der Zonenauswahl.
  • Wenn Sie keine Homezone für die Anwendung konfigurieren möchten:
    • Aktivieren Sie das Optionsfeld Keine Homezone für diese Anwendung konfigurieren.
    • Wenn der Broker beim Start dieser Anwendung keine für Benutzer konfigurierten Homezonen berücksichtigen soll, aktivieren Sie das Kontrollkästchen unterhalb des Optionsfelds. In diesem Fall werden weder für die Anwendung noch für Benutzer konfigurierte Homezonen bei der Wahl des Orts, an dem die Anwendung gestartet wird, berücksichtigt.

Andere Aktionen, die eine Angabe von Zonen erfordern

In Sites mit mindestens einer Satellitenzone können Sie beim Hinzufügen einer Hostverbindung und beim Erstellen eines Maschinenkatalogs (nach Erstellen der Site) eine Zone für dieses Element angeben.

In den meisten Fällen ist die primäre Zone die Standardeinstellung. Wenn Sie einen Maschinenkatalog mit den Maschinenerstellungsdiensten erstellen, wird die für die Hostverbindung konfigurierte Zone automatisch ausgewählt.

Enthält die Site keine Satellitenzonen, wird die primäre Zone ausgewählt und die Option zur Auswahl der Zone wird nicht angezeigt.