Multimedia

Der HDX-Technologiestack unterstützt die Bereitstellung von Multimediaanwendungen über zwei einander ergänzende Methoden:

  • Serverseitige Wiedergabe
  • Clientseitige Wiedergabe mit Multimediaumleitung

Diese Strategie gewährleistet, dass Sie alle Multimediaformate mit einer guten Benutzererfahrung und bei maximaler Serverskalierbarkeit zu möglichst geringen Kosten pro Benutzer bereitstellen können.

Bei der serverseitigen Wiedergabe wird Audio- und Videoinhalte decodiert und auf dem XenApp- oder XenDesktop-Server von der Anwendung wiedergegeben. Der Inhalt wird dann komprimiert und unter Einsatz des ICA-Protokolls an die Citrix Receiver-Instanz auf dem Benutzergerät gesendet. Diese Methode bietet die größtmägliche Kompatibilität mit verschiedenen Anwendungen und Medienformaten. Da die Videoverarbeitung rechenintensiv ist, profitiert die serverseitige Wiedergabe stark von einer platineninternen Hardwarebeschleunigung. DirectX Video Acceleration (DXVA) entlastet die CPU beispielsweise, da die H.264-Decodierung in einer separaten Hardware erfolgt. Intel Quick Sync und NVIDIA NVENC bieten H.264-Codierung mit Hardwarebeschleunigung.

Da die meisten Server keine Hardwarebeschleunigung für die Videokomprimierung bieten, beeinträchtigt eine Abwicklung der gesamten Videoverarbeitung auf der Server-CPU die Serverskalierbarkeit. Zur Wahrung einer hohen Serverskalierbarkeit können viele Multimediaformate zur lokalen Wiedergabe an die Benutzergeräte umgeleitet werden. Die Windows Media-Umleitung entlastet den Server bei vielen Medienformaten, die normalerweise Windows Media Player zugeordnet sind.

Die Flash-Umleitung leitet Adobe Flash-Videoinhalte auf einen Flash-Player um, der lokal auf dem Benutzergerät ausgeführt wird. Citrix hat eine Umleitungstechnologie für die mittlerweile verbreiteten HTML5-Videoinhalte eingeführt. Außerdem können Sie die allgemeinen Kontaktumleitungstechnologien der Host-zu-Client-Umleitung und des lokalen App-Zugriffs für Multimediainhalte nutzen.

Wenn Sie keine Umleitung konfigurieren, erfolgt bei HDX die Wiedergabe serverseitig. Wenn Sie eine Umleitung konfigurieren verwendet HDX entweder den serverseitigen Abruf mit clientseitiger Wiedergabe oder den clientseitigen Abruf mit clientseitiger Wiedergabe. Wenn diese Methoden fehlschlagen, wechselt HDX zu serverseitigen Wiedergabe. Hier kommt dann die Richtlinie zum Verhindern von Videofallback zur Anwendung.

Beispielszenarios

lokalisiertes Bild

Szenario 1. (Serverseitiger Abruf und serverseitige Wiedergabe):

  1. Der Server ruft die Mediendatei von der Quelle ab, decodiert sie und sendet den Inhalt an ein Audio- oder Anzeigegerät.
  2. Die Server extrahiert das von dem Gerät erzeugte Bild bzw. Audio.
  3. Der Server komprimiert den Inhalt optional und sendet ihn an den Client.

Diese Methode ist mit einer starken CPU-Auslastung und, falls der extrahierte Inhalt nicht effizient komprimiert wurde, einer hohen Bandbreite sowie geringer Serverskalierbarkeit verbunden.

Thinwire und virtuelle Audiokanäle sind bei dieser Methode im Einsatz. Die Methode hat den Vorteil geringerer Anforderungen an Hardware und Software auf dem Client. Die Decodierung erfolgt auf dem Server und die Methode gestattet vielfältigere Geräte und Formate.

Szenario 2. (Serverseitiger Abruf und clientseitige Wiedergabe):

Diese Methode stützt sich auf die Möglichkeit, Medieninhalte abzufangen, bevor sie decodiert und auf einem Gerät ausgegeben werden. Die komprimierten Inhalte werden stattdessen an den Client gesendet und dort decodiert und wiedergegeben. Der Vorteil dieses Ansatzes besteht darin,, dass die Decodierung und Wiedergabe auf den Clients stattfindet und die Server-CPU entlastet wird.

Sie bedeutet jedoch einige zusätzliche Anforderungen an die Clienthardware und -software. Der Client muss jedes empfangene Format decodieren können.

Szenario 3. (Clientseitiger Abruf und clientseitige Wiedergabe):

Diese Methode stützt sich auf die Möglichkeit, die URL von Medieninhalten abzufangen, bevor diese von der Quelle abgerufen werden. Die URL wird an den Client gesendet, wo die Inhalte dann lokal abgerufen, decodiert und wiedergegeben werden. Das Konzept dieser Methode ist einfach. Sie bietet den Vorteil einer Entlastung der Server-CPU sowie einer geringeren Bandbreitennutzung, da vom Server nur Steuerbefehle gesendet werden. Die Clients können jedoch nicht immer auf Medieninhalte zugreifen.

Framework und Plattform

Desktopbetriebssysteme (Windows, Mac OS X und Linux) bieten Multimediaframeworks zum schnelleren und einfacheren Entwickeln von Multimediaanwendungen. Die nachstehende Tabelle enthält einige gebräuchliche Multimediaframeworks. Bei jedem Framework ist die Medienverarbeitung in mehreren Phasen unterteilt und es wird eine Pipelinearchitektur verwendet.

Framework Plattform
DirectShow Windows (98 und höher)
Media Foundation Windows (Vista und höher)
Gstreamer Linux
Quicktime Mac OS X

Double-Hop-Unterstützung mit Medienumleitungstechnologien

Media-Umleitung Unterstützung
HDX Flash-Umleitung Nein
Windows Media-Umleitung Ja
HTML5-Videoumleitung Ja
Audioumleitung N0

Verwandte Informationen