Audiofeatures

Sie können die folgenden Citrix Richtlinieneinstellungen konfigurieren und einer Richtlinie hinzufügen, mit der HDX-Audiofeatures optimiert werden. Nutzungsinformationen sowie Beziehungen mit und Abhängigkeiten von anderen Richtlinieneinstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”, Einstellungen der Richtlinie “Bandbreite” und Einstellungen der Richtlinie “Multistreamverbindungen”.

Wichtig

Die Audiobereitstellung erfolgt zwar am besten über UDP (User Datagram Protocol) und nicht über TCP, doch ist die UDP-Audioverschlüsselung mit DTLS nur zwischen NetScaler Gateway und Citrix Receiver möglich. Daher ist in manchen Fällen möglicherweise die Verwendung von TCP vorzuziehen. TCP unterstützt die lückenlose TLS-Verschlüsselung zwischen VDA und Citrix Receiver.

Audioqualität

Im Allgemeinen erfordert eine höhere Audioqualität mehr Bandbreite und führt zu einer höheren CPU-Auslastung, da mehr Audiodaten an die Benutzergeräte gesendet werden. Mit der Audiokomprimierung können Sie die Audioqualität und die Sitzungsleistung aufeinander abstimmen; verwenden Sie Citrix Richtlinieneinstellungen, um den Komprimierungsgrad für Audiodateien zu konfigurieren.

Standardmäßig wird die Richtlinieneinstellung Audioqualität auf “Hoch - High Definition Audio” eingestellt, wenn TCP-Transport verwendet wird, und auf “Mittel - optimiert für Sprache”, wenn UDP-Transport (empfohlen) verwendet wird. “High Definition Audio” bietet Audio in Hi-Fi-Stereoqualität, verbraucht aber mehr Bandbreite als die anderen Einstellungen. Verwenden Sie diese Audioqualität nicht für nicht optimierte Chat- und Videochat-Anwendungen (z. B. Softphones), da es hierbei zu Verzögerungen im Audiopfad kommen kann, was bei Echtzeitkommunikation ungeeignet ist. Die Richtlinieneinstellung “für Sprache optimiert” wird, unabhängig vom ausgewählten Transportprotokoll, für Echtzeitaudio empfohlen.

Bei Verbindungen mit begrenzter Bandbreite (z. B. bei Satelliten- oder DFÜ-Verbindungen) kann durch Verringern der Audioqualität auf Niedrig sichergestellt werden, dass die geringste Bandbreite verbraucht wird. Erstellen Sie in diesem Fall eigene Richtlinien für Benutzer von Verbindungen mit geringer Bandbreite, damit Benutzer von Verbindungen mit hoher Bandbreite nicht eingeschränkt werden.

Informationen zu Einstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”. Denken Sie daran, die Clientaudioeinstellungen auf dem Benutzergerät zu aktivieren (siehe “Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte”).

Clientaudioumleitung

Damit der Audioempfang von einer Anwendung auf dem Server über Lautsprecher oder andere Soundgeräte (z. B. Kopfhörer) auf dem Benutzergerät zugelassen wird, übernehmen Sie für die Einstellung “Clientaudioumleitung” den Standardwert (Zugelassen).

Die Clientaudiozuordnung verursacht zusätzliche Last auf dem Server und im Netzwerk. Durch Nichtzulassen der Clientaudioumleitung werden jedoch alle HDX-Audiofunktionen deaktiviert.

Informationen zu Einstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”. Denken Sie daran, die Clientaudioeinstellungen auf dem Benutzergerät zu aktivieren (siehe “Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte”).

Clientmikrofonumleitung

Damit die Audioaufzeichnung mit Eingabegeräten wie Mikrofonen auf dem Benutzergerät zugelassen wird, übernehmen Sie für die Einstellung “Clientmikrofonumleitung” den Standardwert (Zugelassen).

Aus Sicherheitsgründen werden Benutzer darauf hingewiesen, wenn Server, die keine vertrauenswürdige Beziehung zu den Benutzergeräten haben, auf Mikrofone zugreifen und können dann den Zugriff vor Verwenden des Mikrofons akzeptieren oder ablehnen. Benutzer können die diesbezügliche Warnung in Citrix Receiver deaktivieren.

Informationen zu Einstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”. Denken Sie daran, die Clientaudioeinstellungen auf dem Benutzergerät zu aktivieren (siehe “Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte”).

Audio Plug & Play

Die Richtlinie Audio Plug & Play steuert, ob mehrere Audiogeräte zum Aufzeichnen und Wiedergeben zulässig sind. Diese Einstellung ist standardmäßig aktiviert. Audio-Plug & Play ermöglicht die Erkennung von Audiogeräten, selbst wenn diese erst nach Beginn einer Sitzung angeschlossen werden.

Diese Einstellung gilt nur für Windows-Serverbetriebssystemmaschinen.

Informationen zu Einstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”.

Bandbreitenlimit für die Audioumleitung und Bandbreitenlimit für die Audioumleitung (Prozent)

Die Richtlinieneinstellung “Bandbreitenlimit für die Audioumleitung” gibt die maximale Bandbreite (in Kilobits pro Sekunde) für die Wiedergabe und Aufzeichnung von Audio in einer Sitzung an. Die Einstellung Bandbreitenlimit für die Audioumleitung (Prozent) gibt die maximale Bandbreite für die Umleitung als Prozentsatz der insgesamt verfügbaren Bandbreite an. Standardmäßig ist Null (Maximum) für beide Einstellungen angegeben. Wenn beide Einstellungen konfiguriert sind, wird die Einstellung mit dem niedrigsten Bandbreitenlimit verwendet.

Informationen zu Einstellungen finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Bandbreite”. Denken Sie daran, die Clientaudioeinstellungen auf dem Benutzergerät zu aktivieren (siehe “Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte”).

Audio über UDP - Real-time Transport und Audio-UDP-Portbereich

Standardmäßig ist “Audio über UDP - Real-time Transport” auf “Zugelassen” eingestellt (sofern die entsprechende Option bei der Installation ausgewählt wurde), sodass ein UDP-Port auf dem Server für alle Verbindungen geöffnet wird, die für die Echtzeitübertragung von Audio über UDP konfiguriert wurden. Citrix empfiehlt, dass Sie UDP/RTP für Audio konfigurieren, um auch bei Netzwerküberlastung oder Paketverlust die beste Benutzererfahrung sicherzustellen. Für Echtzeitaudio, z. B. Softphone-Anwendungen wird UDP-Audio jetzt gegenüber EDT bevorzugt. Bei UDP ist Paketverlust ohne Neuübertragung möglich, sodass bei Verbindungen mit hohen Paketverlusten keine zusätzliche Latenz entsteht.

Wichtig:

Mit UDP übertragene Audiodaten werden nicht verschlüsselt, wenn NetScaler Access Gateway nicht im Pfad ist. Ist NetScaler Access Gateway für den Zugriff auf XenApp- und XenDesktop-Ressourcen konfiguriert, wird der Audioverkehr zwischen Endpunktgerät und NetScaler Access Gateway mittels DTLS gesichert.

Mit der Einstellung “Audio-UDP-Portbereich” geben Sie den Bereich der Portnummern an, die der Virtual Delivery Agent (VDA) zum Austausch von Audiopaketdaten mit dem Benutzergerät verwendet.

Standardmäßig ist der Bereich 16500 bis 16509.

Informationen zu den Einstellungen von “Audio über UDP - Real-time Transport” finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Audio”. Informationen zu “Audio-UDP-Portbereich” finden Sie unter Einstellungen der Richtlinie “Multistreamverbindungen”. Denken Sie daran, die Clientaudioeinstellungen auf dem Benutzergerät zu aktivieren (siehe “Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte”).

Audioeinstellungsrichtlinien für Benutzergeräte

  1. Laden Sie die Gruppenrichtlinienvorlagen gemäß den Anweisungen unter Konfigurieren der administrativen Gruppenrichtlinienobjektvorlage herunter.
  2. Erweitern Sie im Gruppenrichtlinien-Editor “Administrative Vorlagen > Citrix Components > Citrix Receiver > User Experience”.
  3. Wählen Sie für Clientaudioeinstellungen die Option Nicht konfiguriert, Aktiviert oder Deaktiviert.
    • Nicht konfiguriert: Standardmäßig ist die Audioumleitung mit hoher Qualität oder zuvor konfigurierten benutzerdefinierten Audioeinstellungen aktiviert.
    • Aktiviert: Die Audioumleitung wird mit den ausgewählten Optionen aktiviert.
    • Deaktiviert: Die Audioumleitung wird deaktiviert.
  4. Wenn Sie Aktiviert eingestellt haben, wählen Sie eine Tonqualität. Verwenden Sie für UDP-Audio die Standardeinstellung Mittel.
  5. Aktivieren Sie nur für UDP-Audio die Einstellung Real-Time Transport und legen Sie den Bereich der eingehenden Ports so fest, dass der Durchgang durch die lokale Windows Firewall gewährleistet ist.
  6. Um UDP-Audio mit NetScaler Access Gateway zu verwenden, wählen Sie die Option Allow Real-Time Transport Through gateway. NetScaler Access Gateway muss mit DTLS konfiguriert werden. Weitere Informationen finden Sie unter UDP Audio Through a NetScaler Gateway.

Wenn Sie als Administrator auf Endpunktgeräten solche Änderungen nicht vornehmen können (beispielsweise im Fall von BYOD-Geräten oder Heimcomputern), aktivieren Sie UDP-Audio über die default.ica-Attribute von StoreFront.

  1. Öffnen Sie auf dem Computer mit StoreFront die Datei C:\inetpub\wwwroot\Citrix\<Storename>\App_Data\default.ica in einem Texteditor.
  2. Fügen Sie unter dem Abschnitt [Application] Folgendes hinzu:
; This is to enable Real-Time Transport
EnableRtpAudio=true
; This is to Allow Real-Time Transport Through gateway
EnableUDPThroughGateway=true
; This is to set audio quality to Medium
AudioBandwidthLimit=1-
; UDP Port range
RtpAudioLowestPort=16500
RtpAudioHighestPort=16509

Wird UDP-Audio über die Datei default.ica aktiviert, gilt die Aktivierung für alle Benutzer des Stores.

Vermeiden von Echo in Multimediakonferenzen

Teilnehmer von Audio- oder Videokonferenzen hören eventuell ein Echo. Echos treten normalerweise auf, wenn der Abstand zwischen Lautsprechern und Mikrofonen nicht groß genug ist. Aus diesem Grund empfiehlt Citrix, dass Sie für Audio- und Videokonferenzen Kopfhörer verwenden.

HDX verfügt über eine Option zur Echounterdrückung (standardmäßig aktiviert), die das Auftreten von Echo minimiert. Die Qualität der Echounterdrückung hängt stark vom Abstand zwischen den Lautsprechern und dem Mikrofon ab. Der Abstand zwischen den Geräten darf nicht zu groß aber auch nicht zu klein sein.

Sie können eine Registrierungseinstellung ändern, um die Echounterdrückung zu deaktivieren.

Warnung

Eine unsachgemäße Bearbeitung der Registrierung kann schwerwiegende Probleme verursachen und ein erneutes Installieren des Betriebssystems erforderlich machen. Citrix übernimmt keine Garantie dafür, dass Probleme, die auf eine unsachgemäße Verwendung des Registrierungs-Editors zurückzuführen sind, behoben werden können. Die Verwendung des Registrierungs-Editors geschieht daher auf eigene Gefahr. Machen Sie auf jeden Fall ein Backup der Registrierung, bevor Sie sie bearbeiten.

  1. Navigieren Sie mit dem Registrierungs-Editor auf dem Benutzergerät zu einer der folgenden Optionen:
    • 32-Bit-Computer: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Citrix\ICA Client\Engine\Configuration\Advanced\Modules\ClientAudio\EchoCancellation
    • 64-Bit-Computer: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\Citrix\ICA Client\Engine\Configuration\Advanced\Modules\ClientAudio\EchoCancellation
  2. Ändern Sie den Wert im Feld Wert zu FALSE.

Softphones

Eine Softphone ist Software, die als Telefonbenutzeroberfläche fungiert. Mit einem Softphone können Anrufe von einem Computer oder einem anderen Gerät über das Internet getätigt werden. Das Softphone ermöglicht das Wählen einer Telefonnummer und die Nutzung weiterer Telefonfunktionen über einen Bildschirm.

XenApp und XenDesktop unterstützen verschiedene Bereitstellungsmethoden für Softphones.

  • Steuermodus: Das gehostete Softphone steuert einfach ein physisches Telefon. In diesem Modus werden keine Audiodaten über den XenApp- oder XenDesktop-Server gesendet.
  • Softphone-Unterstützung mit HDX RealTime-Optimierung: Die Media Engine wird auf dem Benutzergerät ausgeführt und der VoIP-Datenverkehr erfolgt Peer-to-Peer. Beispiele:
  • Lokaler App-Zugriff: XenApp- und XenDesktop-Funktion, welche die lokale Ausführung von Softphones und ähnlichen Anwendungen auf dem Windows-Gerät eines Benutzers ermöglicht, wobei die Anwendung nahtlos in dessen virtuellen/veröffentlichte Desktop integriert erscheint. Dadurch wird die gesamte Audioverarbeitung auf das Benutzergerät übertragen. Weitere Informationen finden Sie unter Lokaler App-Zugriff und URL-Umleitung.
  • Generische Softphone-Unterstützung mit HDX RealTime-Optimierung: VoIP über ICA

Generische Softphone-Unterstützung

Mit der generischen Softphone-Unterstützung können Sie ein unverändertes Softphone unter XenApp oder XenDesktop im Datencenter hosten. Für den Audiodatenverkehr an das Benutzergerät mit Citrix Receiver wird das Citrix ICA-Protokoll (vorzugsweise mit UDP/RTP) verwendet.

Die generische Softphone-Unterstützung ist ein Feature von HDX RealTime. Diese Art der Softphone-Bereitstellung eignet sich besonders in folgenden Fällen:

  • Wenn keine optimierte Lösung für die Softphone-Bereitstellung zur Verfügung steht und der Benutzer kein Windows-Gerät verwendet, auf dem der lokale App-Zugriff verwendet werden kann
  • Wenn die Media Engine für die optimierte Softphone-Bereitstellung nicht auf dem Benutzergerät installiert ist oder für dessen Betriebssystemversion nicht verfügbar ist In diesem Szenario ist die generische Unterstützung mit HDX RealTime eine nützliche Fallback-Lösung.

Bei der Softphone-Bereitstellung mit XenApp und XenDesktop sind zwei Punkte zu beachten:

  • Art der Bereitstellung des Softphones auf dem virtuellen/veröffentlichten Desktop
  • Art der Übermittlung der Audiodaten zwischen XenApp und XenDesktop und dem Kopfhörer, Mikrofon, Lautsprecher und/oder USB-Telefon des Benutzers

XenApp und XenDesktop umfassen zahlreiche Technologien für die generische Softphone-Bereitstellung:

  • Sprachoptimierter Codec zur schnellen und bandbreiteneffizienten Echtzeit-Audiocodierung
  • Audio Stack mit geringer Latenz
  • Serverseitiger Jitter-Puffer zur Audiooptimierung bei schwankender Netzwerklatenz
  • Paket-Markierung (DSCP und WMM) für Servicequalität
    • DSCP-Markierung für RTP-Pakete (Layer-3)
    • WMM-Markierung für WLAN

Die Citrix Receiver-Versionen für Windows, Linux, Chrome und Mac sind auch VoIP-fähig. Citrix Receiver für Windows bietet die folgenden Features:

  • Clientseitiger Jitter-Puffer zur Audiooptimierung bei schwankender Netzwerklatenz
  • Echounterdrückung, die größere Unterschiede beim Abstand zwischen Mikrofon und Lautsprecher ausgleicht, wenn Mitarbeiter kein Headset verwenden
  • Audio-Plug & Play, sodass Audiogeräte nicht vor Sitzungsstart angeschlossen werden müssen. Sie können jederzeit angeschlossen werden.
  • Audiogeräterouting, sodass die Benutzer den Klingelton an den Lautsprecher und die Sprachausgabe an ihr Headset senden können
  • Multistream-ICA für ein flexibles, servicequalitätbasiertes Routing über das Netzwerk
  • ICA unterstützt vier TCP- und zwei UDP-Streams. Einer der UDP-Streams unterstützt Echtzeit-Audio über RTP.

Eine Übersicht über die Funktionen von Citrix Receiver finden Sie in der Citrix Receiver-Featurematrix.

Empfehlungen für die Systemkonfiguration

Clienthardware und -software: Zur Gewährleistung der optimalen Audioqualität empfiehlt Citrix die Verwendung der aktuellen Citrix Receiver-Version und eines hochwertigen Headsets mit akustischer Echounterdrückung (AEC). Citrix Receiver-Versionen für Windows, Linux und Mac unterstützen VoIP. Dell Wyse bietet überdies VoIP-Unterstützung für ThinOS (WTOS).

CPU: Überwachen Sie die CPU-Auslastung auf dem VDA, um festzustellen, ob jeder virtuellen Maschine zwei virtuelle CPUs zugewiesen werden müssen. Echtzeit Sprach- und Videoanrufe sind datenintensiv. Durch Konfigurieren von zwei virtuellen CPUs wird die Latenz beim Threadwechsel reduziert. Daher wird empfohlen, dass Sie in einer XenDesktop VDI-Umgebung zwei virtuelle CPUs konfigurieren.

Die Konfiguration von zwei virtuellen CPUs bedeutet nicht unbedingt die Verdoppelung der Zahl physischer CPUs, da diese von Sitzungen geteilt werden können.

Auch das für die Sitzungszuverlässigkeit verwendete Citrix Gateway Protocol (CGP) erhöht den CPU-Verbrauch. Bei Netzwerkverbindungen mit hoher Qualität können Sie dieses Feature zum Verringern des CPU-Verbrauchs auf dem VDA deaktivieren. Auf einem leistungsstarken Server ist evtl. keiner der o. g. Schritte erforderlich.

UDP-Audio: Audio über UDP bietet eine hervorragende Toleranz bei starker Netzwerklast und Paketverlusten. Citrix empfiehlt die Verwendung anstelle von TCP, sofern möglich.

LAN/WAN-Konfiguration: Die richtige Konfiguration des Netzwerks ist für eine gute Echtzeit-Audioqualität unerlässlich. Normalerweise müssen Sie virtuelle LANs (VLANs) konfigurieren, da eine hohe Zahl Broadcastpakete Jitter verursachen können. IPv6-aktivierte Geräte können eine hohe Zahl Broadcastpakete generieren. Wenn IPv6 nicht erforderlich ist, können Sie es auf den Geräten deaktivieren. Konfigurieren Sie es für Servicequalitätzwecke.

Einstellungen für WAN-Verbindungen: Sie können Sprach-Chat über das lokale Netzwerk (LAN) und ein Wide Area Network (WAN) verwenden. Bei WAN-Verbindungen hängt die Audioqualität von der Latenz, Paketverlust und Jitter ab. Für die Bereitstellung von Softphones über eine WAN-Verbindung empfiehlt Citrix zur Gewährleistung einer hohen Servicequalität die Verwendung von NetScaler SD-WAN zwischen dem Datencenter und dem Remotestandort. NetScaler SD-WAN unterstützt Multistream-ICA und UDP. Bei TCP-Einzelstreams kann überdies die Priorität der verschiedenen virtuellen ICA-Kanäle unterschieden werden, um sicherzustellen, dass Echtzeit-Audiodaten mit hoher Priorität bevorzugt werden.

Verwenden Sie Director oder HDX Monitor zur Überprüfung der HDX-Konfiguration.

Remotebenutzerverbindungen: NetScaler Gateway 11 unterstützt DTLS für die native (ohne TCP-Einkapselung) Bereitstellung von UDP/RTP-Datenverkehr. Sie müssen Firewalls bidirektional für UDP-Datenverkehr über Port 443 öffnen.

Codec-Auswahl und Bandbreitenverbrauch: Für den Datenverkehr zwischen dem Benutzergerät und dem VDA im Datencenter empfiehlt Citrix die Verwendung der Codec-Einstellung “Sprachoptimiert” (= mittlere Audioqualität). Zwischen VDA und IP-Telefon verwendet das Softphone den konfigurierten oder ausgehandelten Codec. Beispiel:

  • G711 bietet eine sehr gute VoIP-Qualität, erfordert jedoch eine Bandbreite von 80 bis 100 Kilobit pro Sekunde und Anruf (abhängig vom Overhead in Netzwerk-Schicht 2).
  • G729 bietet eine gute VoIP-Qualität bei geringer Bandbreitennutzung von 30 bis 40 Kilobit pro Sekunde und Anruf (abhängig vom Overhead in Netzwerk-Schicht 2).

Bereitstellung von Softphone-Anwendungen auf dem virtuellen Desktop

Es gibt zwei Methoden zur Bereitstellung von Softphones auf virtuellen XenDesktop-Desktops:

  • Die Anwendung kann auf dem virtuellen Desktopimage installiert werden.
  • Die Anwendung kann mit Microsoft App‑V an den virtuellen Desktop gestreamt werden. Diese Methode ist verwaltungsmäßig besser, da das virtuelle Desktopimage übersichtlich bleibt. Nach dem Streaming an den virtuellen Desktop wird die Anwendung so ausgeführt, als wäre sie normal installiert worden. Nicht alle Anwendungen sind mit App-V kompatibel.

Übertragen von Audiodaten auf Benutzergeräten

Generisches HDX RealTime unterstützt zwei Methoden der Audiobereitstellung für Benutzergeräte:

  • Citrix Audio Virtual Channel: Citrix Audio Virtual Channel wird von Citrix normalerweise empfohlen, da es speziell für die Audioübertragung entwickelt wurde.
  • Generische USB-Umleitung: Diese Methode ist nützlich für Audiogeräte mit Tasten und/oder einem Bildschirm oder Eingabegerät, wenn zwischen Benutzergerät und XenApp- oder XenDesktop-Server eine LAN- oder LAN-ähnliche Verbindung besteht.

Citrix Audio Virtual Channel

Der bidirektionale Citrix Audio Virtual Channel (CTXCAM) ermöglicht die effiziente Audioübertragung über das Netzwerk. Beim generischen HDX RealTime werden Audiodaten vom Headset oder Mikrofon komprimiert und über ICA an die Softphone-Anwendung auf dem virtuellen Desktop gesendet. Die Audioausgabe des Softphones wird ebenfalls komprimiert und in die Gegenrichtung gesendet. Diese Komprimierung ist unabhängig von der Komprimierung des Softphones selbst (z. B. G.729 oder G.711). Sie erfolgt unter Einsatz des sprachoptimierten Codec (mittlere Qualität). Die Eigenschaften sind ideal für VoIP (Voice-over-IP). Die Codierung ist schnell und die Netzwerkbandbreite ist mit nur ca. 56 Kilobit pro Sekunde (28 Kbit/s in jede Richtung) gering. Dieses Codec muss in der Studio-Konsole ausgewählt werden, da er nicht standardmäßig aktiviert ist. Der Standard-Codec ist HD-Audio (hohe Qualität). Dieser Codec eignet sich hervorragend für Hi-Fi-Stereosound, ist aber im Vergleich zum sprachoptimierten Codec langsamer.

Generische USB-Umleitung

Die generische USB-Umleitung von Citrix (CTXGUSB – virtueller Kanal) bietet eine generische Methode für das Remoting von USB-Geräten, auch für Kombi-Geräte (Audio plus Eingabegerät) sowie isochrone USB-Geräte. Diese Methode ist auf LAN-Verbindungen beschränkt, da das USB-Protokoll latenzempfindlich ist und eine beträchtliche Netzwerkbandbreite erfordert. Die isochrone USB-Umleitung funktioniert bei einigen Softphones gut. Sie bietet eine hervorragende Sprachqualität und geringe Latenz, doch Citrix Audio Virtual Channel ist zu bevorzugen, da es für Audioverkehr optimiert ist. Die primäre Ausnahme bilden Audiogeräte mit Tasten, z. B. an ein Benutzergerät mit LAN-Verbindung zum Datencenter angeschlossene USB-Telefone. Die generische USB-Umleitung unterstützt in diesem Fall Tasten auf dem Telefon oder Headset zur Steuerung von Features unter Rückgabe eines Signals an das Softphone. Dies ist kein Problem bei Tasten, die lokal auf dem Gerät funktionieren.