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Steigern der Multimedialeistung

Nov 20, 2015

Receiver enthält zahlreiche Technologien, die in den heutigen medienreichen Benutzerumgebungen eine High-Definition-Benutzererfahrung ermöglichen. Diese verbessern die Benutzererfahrung bei Verbindungen mit gehosteten Anwendungen und Desktops.

Mit HDX MediaStream-Windows Media-Umleitung sind keine hohen Bandbreiten mehr erforderlich, um auf virtuellen Desktops, auf die von Linux-Benutzergeräten zugegriffen wird, Multimediainhalte aufzunehmen und wiederzugeben. Mit Windows Media-Umleitung werden die Laufzeitdateien von Medieninhalten auf dem Benutzergerät statt auf dem Server abgespielt. Dies führt zu einer Reduktion der Bandbreitenanforderungen beim Abspielen von Multimediadateien.

Windows Media-Umleitung verbessert die Leistung des Windows Media-Players und anderer kompatibler Player, die auf virtuellen Windows-Desktops ausgeführt werden. Es werden eine Vielzahl von Formaten unterstützt, u. a.:
  • Advanced Systems Format (ASF)
  • Motion Picture Experts Group (MPEG)
  • Audio-Video Interleaved (AVI)
  • MPEG Audio Layer-3 (MP3)
  • WAV-Sounddateien
Receiver enthält eine textbasierte Übersetzungstabelle, MediaStreamingConfig.tbl, die Windows-spezifische Medienformat-GUIDs in MIME-Typen übersetzt, die GStreamer verwenden kann. Sie können die Übersetzungstabelle bearbeiten, um folgende Aktionen auszuführen:
  • Hinzufügen bisher unbekannter oder nicht unterstützter Medienfilter/-dateiformate zur Übersetzungstabelle
  • Blockieren problematischer GUIDs, um Fallback auf serverseitige Wiedergabe zu erzwingen
  • Hinzufügen zusätzlicher Parameter zu vorhandenen MIME-Strings, um Probleme mit schwierigen Formaten durch Ändern der GStreamer-Parameter eines Streams beheben zu können
  • Verwalten und Bereitstellen benutzerdefinierter Konfigurationen basierend auf den Mediendateitypen, die von GStreamer auf einem Benutzergerät unterstützt werden

Mit dem clientseitigem Inhaltabruf können Sie zulassen, dass das Benutzergerät Medien direkt von URLs im Format http://, mms:// oder rtsp:// streamt, statt die Medien über einen Citrix Server zu streamen. Der Server leitet das Benutzergerät an die Medien um und sendet Steuerbefehle (einschließlich Wiedergabe, Pause, Stopp, Lautstärke, Suchen), er behandelt aber keine Mediendaten. Dieses Feature erfordert erweiterte GStreamer-Multimediabibliotheken auf dem Gerät.

So implementieren Sie die Windows Media-Umleitung

  1. Installieren Sie GStreamer, ein Open-Source-Multimedia-Framework, auf jedem erforderlichen Benutzergerät. Normalerweise installieren Sie GStreamer vor Receiver.

    GStreamer ist in den meisten Linux-Distributionen enthalten. Ansonsten können Sie GStreamer auch von http://gstreamer.freedesktop.org herunterladen.

  2. Um den clientseitigen Inhaltsabruf zu aktivieren, installieren Sie den erforderlichen Protocol Source-Plug-Ins für die Dateitypen, die Benutzer auf dem Gerät wiedergeben. Sie prüfen mit dem Hilfsprogramm gst-launch, ob ein Plug-In installiert und funktionsbereit ist. Wenn gst-launch die URL wiedergeben kann, ist das erforderliche Plug-In funktionsbereit. Führen Sie beispielsweise Folgendes aus: gst-launch-0.10 playbin2 uri=http://example-source/file.wmv und vergewissern Sie sich, dass das Video einwandfrei wiedergegeben wird.
  3. Wählen Sie bei der Installation von Receiver auf dem Gerät die GStreamer-Option.

Beachten Sie Folgendes beim clientseitigen Inhaltsabruf:

  • Standardmäßig ist dieses Feature aktiviert. Sie können es in All-Regions.ini im Abschnitt "Multimedia" mit der Option SpeedScreenMMACSFEnabled deaktivieren. Wenn Sie für diese Option "False" einstellen, wird die Windows Media-Umleitung für die Medienverarbeitung verwendet.
  • Standardmäßig verwenden alle MediaStream-Features das GStreamer-Protokoll "playbin2". Sie können auf ein früheres playbin-Protokoll für alle MediaStream-Features außer dem clientseitigen Inhaltsabruf zurückgehen, der weiter playbin2 verwendet. Stellen Sie dazu in All-Regions.ini im Abschnitt "Multimedia" die Option SpeedScreenMMAEnablePlaybin2 ein.
  • Receiver erkennt nicht Playlistdateien oder Streamkonfigurationsdateien wie ASX- oder NSC-Dateien. Benutzer sollten möglichst eine Standard-URL angeben, die nicht auf diese Dateitypen verweist. Überprüfen Sie mit gst-launch, ob eine URL gültig ist.

So konfigurieren Sie die HDX MediaStream-Flash-Umleitung

HDX MediaStream-Flash-Umleitung sorgt dafür, dass Adobe Flash-Inhalte lokal auf den Benutzergeräten wiedergegeben werden. So erhalten Benutzer High Definition-Audio und -Video, ohne dass die Bandbreitenanforderungen steigen.

  1. Stellen Sie sicher, dass das Benutzergerät die Anforderungen für dieses Feature erfüllt. Weitere Informationen finden Sie unter Systemanforderungen.
  2. Fügen Sie in der Datei wfclient.ini im Abschnitt [WFClient] (für alle Verbindungen eines bestimmten Benutzers) oder in der Datei All_Regions.ini im Abschnitt [Client Engine\Application Launching] (für alle Benutzer in Ihrer Umgebung) folgende Parameter hinzu:
    • HDXFlashUseFlashRemoting=Ask|Never|Always

      Aktiviert HDX MediaStream für Flash auf dem Benutzergerät. Die Standardeinstellung ist Ask. Benutzer werden beim Aufrufen von Webseiten mit Flash-Inhalten in einem Dialogfeld gefragt, ob sie diese optimieren möchten.

    • HDXFlashEnableServerSideContentFetching=Disabled|Enabled

      Aktiviert oder deaktiviert serverseitigen Inhaltsabruf für Receiver. Die Standardeinstellung ist Disabled.

    • HDXFlashUseServerHttpCookie=Disabled|Enabled

      Aktiviert oder deaktiviert HTTP-Cookie-Umleitung. Die Standardeinstellung ist Disabled.

    • HDXFlashEnableClientSideCaching=Disabled|Enabled

      Aktiviert oder deaktiviert clientseitige Zwischenspeicherung für von Receiver abgerufene Inhalte. Die Standardeinstellung ist Enabled.

    • HDXFlashClientCacheSize= [25-250]

      Definiert die Größe des Clientcaches, in Megabytes (MB). Die Größe kann zwischen 25 und 250 MB liegen. Wenn die maximale Größe erreicht ist, werden bereits im Cache vorhandene Daten gelöscht, um Platz für neue Inhalte zu schaffen. Die Standardeinstellung ist 100.

    • HDXFlashServerSideContentCacheType=Persistent|Temporary|NoCaching
      Definiert den Zwischenspeicherungstyp, den Receiver für mit serverseitigem Inhaltsabruf abgerufene Inhalte verwendet. Die Standardeinstellung ist Persistent.
      Hinweis: Dieser Parameter ist nur erforderlich, wenn HDXFlashEnableServerSideContentFetching auf Enabled gesetzt ist.
  3. Damit Receiver-Sitzungen Tastatur- und Mauseingaben innerhalb und außerhalb eines Fensters handhabt, in dem Flash-Inhalte wiedergegeben werden, ändern Sie in der Datei /config/module.ini den Eintrag FlashV2=Off zu FlashV2=On.

Konfigurieren Sie HDX RealTime-Webcamvideokomprimierung

HDX RealTime bietet Webcamvideokomprimierung, mit der die Bandbreiteneffizienz während Videokonferenzen verbessert wird. So erhalten Benutzer optimale Leistung, wenn sie Anwendungen wie GoToMeeting mit HD Faces, Skype oder Microsoft Office Communicator verwenden.

  1. Stellen Sie sicher, dass das Benutzergerät die Anforderungen für dieses Feature erfüllt.
  2. Stellen Sie sicher, dass der virtuelle Multimedia-Kanal aktiviert ist. Öffnen Sie hierzu die Konfigurationsdatei module.ini im Verzeichnis $ICAROOT/config und überprüfen Sie, ob im Abschnitt [ICA3.0] die Option "MultiMedia" auf "On" gesetzt ist.
  3. Aktivieren Sie die Audioeingabe durch Klicken auf Mikrofon und Webcam verwenden auf der Seite Mikrofon und Webcam des Dialogfelds "Einstellungen".

Deaktivieren Sie die HDX RealTime-Webcamvideokomprimierung

Standardmäßig bietet die HDX RealTime-Webcamvideokomprimierung optimale Webcamleistung. In manchen Situationen jedoch, müssen Benutzer Webcams mit USB-Unterstützung anschließen. Dazu müssen Sie die folgenden Schritte ausführen:
  • Deaktivieren Sie die HDX RealTime-Webcamvideokomprimierung
  • Aktivieren Sie die USB-Unterstützung für Webcams
  1. Fügen Sie der entsprechenden INI-Datei im Abschnitt [WFClient] den folgenden Parameter hinzu: HDXWebCamEnabled=Off

    Weitere Informationen finden Sie unter Anpassen von Receiver mit Konfigurationsdateien.

  2. Öffnen Sie die Datei usb.conf, die normalerweise unter $ICAROOT/usb.conf ist.
  3. Entfernen Sie die folgende Zeile oder kommentieren Sie sie aus:
    DENY: class=0e # UVC (standardmäßig über HDX RealTime-Webcamvideokomprimierung)
  4. Speichern und schließen Sie die Datei.

Konfigurieren der H.264-Unterstützung

Receiver unterstützt die H.264-Grafikanzeige einschließlich der von XenDesktop 7 bereitgestellten HDX 3D Pro-Technologie. Bei dieser Unterstützung wird der standardmäßig aktivierte Tiefenkomprimierungscodec verwendet. Dieses Feature liefert im Vergleich zum JPEG-Codec eine bessere Leistung bei reichhaltigen und professionellen Grafikanwendungen in WAN-Netzwerken.

Befolgen Sie die Anweisungen in diesem Abschnitt, um das Feature zu deaktivieren und zur Grafikverarbeitung stattdessen den JPEG-Codec zu verwenden. Sie können auch die Textprotokollierung deaktivieren und gleichzeitig den Tiefenkomprimierungscodec weiterverwenden. So lassen sich CPU-Kosten während der Verarbeitung von Grafiken mit komplexen Bildern aber relativ wenig oder unwichtigem Text senken.

Wichtig: Verwenden Sie zum Konfigurieren dieses Features keine verlustfreie Einstellung in der XenDesktop-Richtlinie Bildqualität. Wenn Sie eine verlustfreie Einstellung wählen, ist die H.264-Codierung auf dem Server deaktiviert und funktioniert für Receiver nicht.

So deaktivieren Sie die Unterstützung für den Tiefenkomprimierungscodec

  • Legen Sie in wfclient.ini für H264Enabled die Einstellung False fest. Dadurch wird auch die Textprotokollierung deaktiviert.

So deaktivieren Sie ausschließlich die Textprotokollierung

  • Legen Sie bei aktiviertem Tiefenkomprimierungscodec in wfclient.ini TextTrackingEnabled auf False fest.