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Verwenden von Citrix Receiver für Linux als ICA-zu-X-Proxy

Jan 05, 2017

Sie können eine Workstation, auf der Citrix Receiver ausgeführt wird, als Server verwenden und die Ausgabe auf ein anderes X11-fähiges Gerät umleiten. So können Sie Microsoft Windows-Anwendungen auch auf X-Terminals oder auf UNIX-Workstations bereitstellen, für die es Citrix Receiver nicht gibt.

Hinweis

Citrix Receiver-Software ist für zahlreiche X-Geräte verfügbar und in diesen Fällen ist das Installieren der Software auf diesen Geräten die bevorzugte Lösung. Das Ausführen von Citrix Receiver in dieser Weise, als ICA-zu-X-Proxy, wird auch serverseitiges ICA genannt.

Citrix Receiver kann als ICA-X11-Konverter angesehen werden, der die X11-Ausgabe auf den lokalen Linux-Desktop leitet. Natürlich können Sie die Ausgabe auch auf ein anderes X11-Display umleiten. Folglich können Sie mehrere Kopien von Citrix Receiver gleichzeitig auf einem System ausführen und dabei festlegen, dass jede Kopie die Ausgabe an ein anderes Gerät sendet.

Diese Grafik zeigt ein System, in dem Citrix Receiver für Linux als ICA-zu-X-Proxy eingerichtet ist:

Für solche Systeme benötigen Sie einen Linux-Server als ICA-zu-X11-Proxy:

  • Wenn Sie bereits X-Terminals verwenden, können Sie Citrix Receiver auf dem Linux-Server ausführen, der normalerweise die X-Anwendungen für die X-Terminals bereitstellt.
  • Wenn Sie UNIX-Workstations einsetzen möchten, für die es Citrix Receiver nicht gibt, benötigen Sie einen eigenen Server, der als Proxy dient. Hier wäre ein PC, auf dem Linux ausgeführt wird, denkbar.

Unterstützte Features

Anwendungen werden dem Endgerät mit X11 und den Funktionen des ICA-Protokolls bereitgestellt. Standardmäßig können Sie mit der Laufwerkszuordnung nur auf Laufwerke auf dem Proxy zugreifen. Dies ist bei Einsatz von X-Terminals kein Problem (diese haben normalerweise keine lokalen Laufwerke). Wenn Sie Anwendungen anderen UNIX-Workstations bereitstellen, können Sie Folgendes tun:

  • Einhängen der lokalen UNIX-Workstation über NFS auf der als Proxy dienenden Workstation und dann Verweisen einer Clientlaufwerkszuordnung auf den NFS-Einhängepunkt (Mount Point) auf dem Proxy.
  • Verwenden eines NFS-SMB-Proxys (z. B. SAMBA) oder eines NFS-Clients auf dem Server (z. B. Microsoft Services for UNIX).

Einige Leistungsmerkmale werden nicht an das Endgerät weitergeleitet:

  • Dem X11-Gerät wird kein Audio übermittelt, selbst wenn der als Proxy dienende Server Audio unterstützt.
  • Clientdrucker werden nicht an das X11-Gerät weitergeleitet. Sie müssen mit LPD-Druck manuell auf den UNIX-Drucker vom Server zugreifen oder einen Netzwerkdrucker verwenden.

Starten von Citrix Receiver mit serverseitigem ICA von einem X-Terminal oder einer UNIX-Workstation

  1. Stellen Sie über ssh oder Telnet eine Verbindung zum Computer her, der als Proxy dient.
  2. Setzen Sie in einer Shell auf dem Proxygerät die Umgebungsvariable DISPLAY auf den lokalen Computer. Geben Sie z. B. in einer C-Shell Folgendes ein:

    setenv DISPLAY <local:0>

    Hinweis: Wenn Sie mit dem Befehlssh -X eine Verbindung zu dem Gerät herstellen, das als Proxy fungiert, müssen Sie die Umgebungsvariable DISPLAY nicht einrichten.
  3. Geben Sie an der Befehlszeile des lokalen Rechners Folgendes ein:xhost <Proxyservername>
  4. Wenn Receiver nicht im Standardverzeichnis installiert wurde, muss die Umgebungsvariable ICAROOT auf das richtige Installationsverzeichnis verweisen.
  5. Suchen Sie das Verzeichnis, in dem Citrix Receiver installiert ist. Geben Sie an der Eingabeaufforderungselfservice &