Product Documentation

Benutzerprofile

Sep 29, 2015

Standardmäßig wird bei der Installation des Virtual Delivery Agents die Citrix Profilverwaltung 5.1 ohne Benutzereingriff auf Masterimages installiert. Sie muss jedoch nicht als Profillösung verwendet werden.

Mit XenApp- und XenDesktop-Richtlinien können Sie auf die Maschinen jeder Bereitstellungsgruppe ein anderes Profilverhalten anwenden, um die Profile an unterschiedliche Benutzerbedürfnisse anzupassen. Beispiel: Eine Bereitstellungsgruppe erfordert möglicherweise verbindliche Citrix Profile, deren Vorlage an einem Netzwerkspeicherort gespeichert ist, aber eine andere Bereitstellungsgruppe erfordert möglicherweise Citrix Roamingprofile an einem anderen Speicherort mit mehreren umgeleiteten Ordnern.

Unabhängig davon, für welche Lösung Sie sich entscheiden, können Director-Administratoren auf Diagnoseinformationen für Benutzerprofile zugreifen und die Problembehandlung durchführen. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation für Director.

Wichtige Informationen zu Richtlinien

Wenn andere Administratoren in Ihrer Organisation für XenApp- und XenDesktop-Richtlinien zuständig sind, stimmen Sie gemeinsam ab, welche profilbezogenen Richtlinien für die Bereitstellungsgruppen gelten.

Richtlinien zur Profilverwaltung können auch in der Gruppenrichtlinie, in der INI-Datei der Profilverwaltung und lokal auf einzelnen virtuellen Maschinen festgelegt werden. Diese verschiedenen Methoden zum Definieren des Profilverhaltens werden in der folgenden Reihenfolge gelesen:

  1. Gruppenrichtlinie (ADM- oder ADMX-Dateien)
  2. XenApp- und XenDesktop-Richtlinien im Knoten "Richtlinie"
  3. Lokale Richtlinien auf der virtuellen Maschine, zu der der Benutzer eine Verbindung herstellt
  4. INI-Datei der Profilverwaltung

Beispiel: Wenn Sie die gleiche Richtlinie sowohl in der Gruppenrichtlinie als auch im Knoten "Richtlinie" konfigurieren, wird die Richtlinieneinstellung in der Gruppenrichtlinie vom System gelesen und die XenApp- bzw. XenDesktop-Richtlinieneinstellung wird ignoriert.

Profilverwaltung und Personal vDisk

Wenn Sie das Personal vDisk-Feature verwenden, werden Citrix Benutzerprofile standardmäßig auf den persönlichen vDisks der virtuellen Desktops gespeichert. Löschen Sie die Kopie eines Profils im Benutzerspeicher nicht, wenn gleichzeitig eine Kopie auf der persönlichen vDisk verbleibt. Dies würde einen Profilverwaltungsfehler auslösen und dazu führen, dass für Anmeldungen an dem virtuellen Desktop ein temporäres Profil verwendet wird.

Funktionsweise der automatischen Konfiguration

Der Desktoptyp wird automatisch basierend auf der VDA-Installation erkannt und entsprechende Standardwerte für die Profilverwaltung werden neben Ihrer Konfigurationsauswahl in Studio festgelegt.

Die Richtlinien, die von der Profilverwaltung angepasst werden, werden in der Tabelle angezeigt. Nicht-Standard-Richtlinieneinstellungen bleiben erhalten und werden nicht von diesem Feature überschrieben. Weitere Informationen zu jeder Richtlinie finden Sie in der Dokumentation zur Profilverwaltung.

Die Maschinentypen, für die Profile erstellt werden, wirken sich auf die angepassten Richtlinien aus. Wichtig ist, ob Maschinen persistent oder bereitgestellt sind, und ob sie von mehreren Benutzern gemeinsam verwendet werden oder nur einem dedizierten Benutzer zugeordnet sind.

Persistente Systeme verfügen über einen lokalen Speicher, dessen Inhalt auch nach dem Abschalten des Systems bestehen bleibt. Persistente Systeme imitieren u. U. mit Speichertechnologien wie Speichernetzwerke (Storage Area Networks, SANs) einen lokalen Datenträger. Bereitgestellte Systeme werden dagegen bei Bedarf von einem Basisdatenträger und einem Identitätsdatenträger erstellt. Der lokale Speicher wird üblicherweise durch eine RAM-Disk oder Netzwerk-Disk imitiert. Letztere wird oft über ein SAN mit einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zur Verfügung gestellt. Für die Bereitstellung wird allgemein Provisioning Services oder die Maschinenerstellungsdienste (oder ein entsprechendes Produkt eines Drittanbieters) verwendet. Manchmal haben bereitgestellte Systeme persistenten lokalen Speicher, der möglicherweise durch persönliche vDisks zur Verfügung gestellt wird; diese werden als persistent klassifiziert.

Zusammen definieren diese beiden Faktoren die folgenden Maschinentypen:

  • Persistent und dediziert: Beispiele sind Desktopbetriebssystemmaschinen mit festen Zuweisungen und einer persönlichen vDisk, die mit den Maschinenerstellungsdiensten erstellt wurden, Desktops mit persönlichen vDisks, die in VDI-in-a-Box erstellt wurden, physische Arbeitsstationen und Laptops.
  • Persistent und freigegeben: Beispiele sind Serverbetriebssystemmaschinen, die mit den Maschinenerstellungsdiensten erstellt wurden.
  • Bereitgestellt und dediziert: Beispiele sind Desktopbetriebssystemmaschinen mit statischen Zuweisungen, aber ohne persönliche vDisk, die mit Provisioning Services erstellt wurden.
  • Bereitgestellt und freigegeben: Beispiele sind Desktopbetriebssystemmaschinen mit zufälliger Zuweisung, die mit Provisioning Services erstellt wurden, und Desktops ohne persönliche vDisks, die mit VDI-in-a-Box erstellt wurden.

Die folgenden Richtlinieneinstellungen der Profilverwaltung werden für die verschiedenen Maschinentypen empfohlen. Sie funktionieren in den meisten Fällen gut, aber Sie müssen sie ggf. an die Anforderungen Ihrer Bereitstellung anpassen.

Wichtig: Lokal zwischengespeicherte Profile nach Abmeldung löschen, Profilstreaming und Immer zwischenspeichern werden durch die automatische Konfiguration erzwungen. Passen Sie die anderen Richtlinien manuell an.

Richtlinie

Persistent und dediziert

Persistent und freigegeben

Bereitgestellt und dediziert

Bereitgestellt und freigegeben

Lokal zwischengespeicherte Profile nach Abmeldung löschen

Deaktiviert

Aktiviert

Deaktiviert (Hinweis 5)

Aktiviert

Profilstreaming

Deaktiviert

Aktiviert

Aktiviert

Aktiviert

Immer zwischenspeichern

Aktiviert (Hinweis 1)

Deaktiviert (Hinweis 2)

Deaktiviert (Hinweis 6)

Deaktiviert

Aktiv zurückschreiben

Deaktiviert

Deaktiviert (Hinweis 3)

Aktiviert

Aktiviert

Anmeldungen lokaler Administratoren verarbeiten

Aktiviert

Deaktiviert (Hinweis 4)

Aktiviert

Aktiviert (Hinweis 7)

Hinweise

  1. Da Profilstreaming für diesen Maschinentyp deaktiviert ist, wird die Einstellung Immer zwischenspeichern immer ignoriert.
  2. Deaktivieren Sie Immer zwischenspeichern. Sie können sicherstellen, dass große Dateien möglichst bald nach der Anmeldung in Profile geladen werden, wenn Sie diese Richtlinie aktivieren und mit ihr ein Dateigrößenlimit definieren (in MB). Dateien, die diese Größe überschreiten, werden so schnell wie möglich lokal zwischengespeichert.
  3. Deaktivieren Sie Aktiv zurückschreiben, außer wenn Sie Änderungen in Profilen für Benutzer speichern, die zwischen XenApp-Servern roamen. Aktivieren Sie in dieser Situation diese Richtlinie.
  4. Deaktivieren Sie Anmeldungen lokaler Administratoren verarbeiten, außer für gehostete, freigegebene Desktops. Aktivieren Sie in dieser Situation diese Richtlinie.
  5. Deaktivieren Sie Lokal zwischengespeicherte Profile nach Abmeldung löschen. Damit bleiben lokal zwischengespeicherte Profile erhalten. Da die Maschinen beim Abmelden zurückgesetzt werden, aber einzelnen Benutzern zugewiesen sind, ist die Anmeldung mit zwischengespeicherten Profile schneller.
  6. Deaktivieren Sie Immer zwischenspeichern. Sie können sicherstellen, dass große Dateien möglichst bald nach der Anmeldung in Profile geladen werden, wenn Sie diese Richtlinie aktivieren und mit ihr ein Dateigrößenlimit definieren (in MB). Dateien, die diese Größe überschreiten, werden so schnell wie möglich lokal zwischengespeichert.
  7. Aktivieren Sie Anmeldungen lokaler Administratoren verarbeiten, außer für Benutzer, die zwischen XenApp-Servern roamen. Deaktivieren Sie in dieser Situation diese Richtlinie.

Ordnerumleitung

Hinweis: Konfigurieren Sie die Ordnerumleitung entweder mit den Citrix Richtlinien oder den Active Directory-Gruppenrichtlinienobjekten, jedoch nicht mit beiden. Das Konfigurieren der Ordnerumleitung mit beiden Richtlinienengines kann zu unvorhersehbarem Verhalten führen.

Sie können die Ordnerumleitung mit Richtlinien in Studio konfigurieren. Die Ordnerumleitung ermöglicht das Speichern von Benutzerdaten auf Netzwerkfreigaben, die nicht zum Speichern von Profilen verwendet werden. Dies verringert die Profilgröße und die Ladezeit, hat aber möglicherweise Auswirkungen auf die Netzwerkbandbreite.

Zur Ordnerumleitung müssen keine Citrix Benutzerprofile verwendet werden. Sie können die Benutzerprofile selbst verwalten und dennoch Ordner umleiten.

Allgemeine Empfehlungen für die Ordnerumleitung

Achten Sie beim Einrichten der Ordnerumleitung in Studio auf Folgendes:

  • Stellen Sie sicher, dass die Netzwerkspeicherorte zum Speichern des Inhalts von umgeleiteten Ordnern verfügbar sind, und die erforderlichen Berechtigungen richtig sind. Die Speicherorteigenschaften werden überprüft.
  • Umgeleitete Ordner werden im Netzwerk eingerichtet und mit Inhalten der virtuellen Desktops bei der Anmeldung aufgefüllt.

Erweiterte Ordnerumleitung

In Bereitstellungen mit mehreren Betriebssystemen können Sie Teile eines Benutzerprofils für jedes Betriebssystem freigeben. Der Rest des Profils ist nicht freigegeben und kann nur von einem Betriebssystem verwendet werden. Um sicherzustellen, dass die Benutzererfahrung für alle Betriebssysteme konsistent ist, benötigen Sie für jedes Betriebssystem eine andere Konfiguration. Dies ist die erweiterte Ordnerumleitung. Beispiel: Bei verschiedenen Versionen einer Anwendung auf zwei Betriebssystemen muss möglicherweise eine freigegebene Datei gelesen oder bearbeitet werden. Sie entscheiden daher, sie an einen einzigen Speicherort im Netzwerk umzuleiten, von dem beide Versionen auf sie zugreifen können. Oder Sie entscheiden, da die Inhalte des Startmenüordners der beiden Betriebssysteme unterschiedlich strukturiert sind, nur einen Ordner statt beide umzuleiten. Dadurch werden die Startmenüordner und die Inhalte auf jedem Betriebssystem getrennt, und die Benutzererfahrung ist konsistent.

Wenn Sie die erweiterte Ordnerumleitung in Ihrer Bereitstellung benötigen, müssen Sie die Struktur der Profildaten Ihrer Benutzer genau kennen und festlegen, welche Teile davon zwischen Betriebssystemen freigegeben werden können. Dies ist wichtig, weil eine falsch angewendete Ordnerumleitung zu unvorhersehbarem Verhalten führen kann.

Umleiten von Ordnern in erweiterten Bereitstellungen

  1. Verwenden Sie eine separate Bereitstellungsgruppe für jedes Betriebssystem.
  2. Informieren Sie sich, wo die Benutzerdaten und -einstellungen von den virtuellen Anwendungen, einschließlich solcher auf virtuellen Desktops, gespeichert werden, und wie die Daten strukturiert sind.
  3. Leiten Sie die Ordner bei freigegebenen Profildaten, bei denen ein sicheres Datenroaming gewährleistet ist (da sie in jedem Betriebssystem identisch strukturiert sind), in jeder Bereitstellungsgruppe um.
  4. Bei nicht freigegebenen Profildaten, für die kein Roaming möglich ist, leiten Sie den Ordner nur in einer Desktopgruppe um. Dies ist in der Regel diejenige mit dem am häufigsten verwendeten Betriebssystem oder diejenige mit den relevantesten Daten. Alternativ können Sie bei nicht freigegebenen Daten, für die kein Roaming zwischen Betriebssystemen möglich ist, die Ordner beider Betriebssysteme an separate Netzwerkadressen umleiten.

Beispiel einer erweiterten Bereitstellung

In diesem Beispiel werden Anwendungen, einschließlich Versionen von Microsoft Outlook und Internet Explorer auf Windows 8-Desktops und Anwendungen sowie andere Versionen von Outlook und Internet Explorer von Windows Server 2008 bereitgestellt. Sie haben hierfür bereits zwei Bereitstellungsgruppen für die beiden Betriebssysteme eingerichtet. Die Benutzer möchten auf dieselben Kontakte und Favoriten in beiden Versionen dieser beiden Anwendungen zugreifen.

Wichtig: Die folgenden Entscheidungen und Hinweise gelten für die hier beschriebenen Betriebssysteme und die beschriebene Bereitstellung. Die Ordner, die Sie in Ihrer Organisation umleiten oder freigeben, hängen von mehreren Faktoren ab, die nur für Ihre Bereitstellung relevant sind.

Sie leiten mit Richtlinien, die auf Bereitstellungsgruppen angewendet werden, die folgenden Ordner um:

Ordner Umleitung in Windows 8? Umleitung in Windows Server 2008?
Dokumente Ja Ja
Anwendungsdaten Nein Nein
Kontakte Ja Ja
Desktop Ja Nein
Downloads Nein Nein
Favoriten Ja Ja
Verknüpfungen Ja Nein
Musik Ja Ja
Bilder Ja Ja
Videos Ja Ja
Suchen Ja Nein
Gespeicherte Spiele Nein Nein
Startmenü Ja Nein

Beachten Sie die folgenden Informationen zu freigegebenen, umgeleiteten Ordnern:

  • Nach der Analyse der Datenstruktur der von anderen Versionen von Outlook und Internet Explorer gespeicherten Daten entscheiden Sie, dass es sicher ist, die Ordner für Kontakte und Favoriten freizugeben.
  • Sie wissen, dass die Struktur der Ordner Eigene Dokumente, Musik, Bilder und Videos auf allen Betriebssystemen gleich ist, und sie können daher für jede Bereitstellungsgruppe am gleichen Netzwerkspeicherort gespeichert werden.

Beachten Sie die folgenden Informationen zu nicht freigegebenen, umgeleiteten Ordnern:

  • Die Ordner Desktop, Verknüpfungen, Suchen oder Startmenü werden nicht in die Windows Server-Bereitstellungsgruppe umgeleitet, da die Daten dieser Ordner unterschiedlich in den beiden Betriebssystemen organisiert sind. Eine Freigabe ist daher nicht möglich.
  • Um ein vorhersagbares Verhalten für diese nicht freigegebenen Daten sicherzustellen, leiten Sie sie nur in der Windows 8-Bereitstellungsgruppe um. Sie entscheiden dies, da Windows 8 öfter von den Benutzern bei ihrer täglichen Arbeit verwendet wird, die vom Server bereitgestellten Anwendungen hingegen werden nur gelegentlich genutzt. Außerdem sind in diesem Fall die nicht freigegebenen Daten relevanter für eine Desktop- als für eine Anwendungsumgebung. Desktopverknüpfungen werden beispielsweise im Ordner "Desktop" gespeichert und sind nützlich, wenn sie von einer Windows 8-Maschine, aber nicht von einem Windows-Server stammen.

Beachten Sie die folgenden Informationen zu nicht umgeleiteten Ordnern:

  • Die Server sollen keine von Benutzern heruntergeladene Dateien ansammeln, und Sie leiten den Ordner "Downloads" daher nicht um.
  • Daten von einzelnen Anwendungen können zu Kompatibilitäts- und Leistungsproblemen führen. Daher leiten Sie den Ordner "Anwendungsdaten" nicht um.

Weitere Informationen zur Ordnerumleitung finden Sie unter http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc766489%28v=ws.10%29.aspx.

Ordnerumleitung und Ausschlüsse

In der Citrix Profilverwaltung (nicht aber in Studio) können Sie mit einer Leistungsverbesserung die Ordnerverarbeitung mit Ausschlüssen verhindern. Wenn Sie dieses Feature verwenden, schließen Sie keine umgeleiteten Ordner aus. Die Ordnerumleitung und die Ausschlussfunktion arbeiten zusammen, d. h. wenn Sie sicherstellen, dass keine umgeleiteten Ordner ausgeschlossen sind, können sie von der Profilverwaltung wieder in die Profilordnerstruktur verschoben werden, während gleichzeitig die Datenintegrität beibehalten wird, sollten sie später doch nicht umgeleitet werden.