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Optimieren der Grafik- und Multimediabereitstellung

Sep 29, 2015

XenApp und XenDesktop bieten standardmäßig hochwertige Grafiken und Videos, sodass für die meisten Benutzer keine Konfiguration erforderlich ist.

  • HDX wählt automatisch die beste Bereitstellungsmethode basierend auf Client, Plattform, Anwendung und Bandbreite und nimmt dann selbständig entsprechend der geänderten Bedingungen eine Einstellung vor.
  • HDX optimiert die Leistung von 2D- und 3D-Grafiken und Video.
  • HDX liefert den Windows-Desktopbenutzern eine Windows Aero-Oberfläche auf jedem Client.
  • HDX ermöglicht das Streamen von Multimediadateien für die Benutzergeräte direkt vom Quellenanbieter im Internet oder Intranet, ohne dass der Hostserver beteiligt wird. Wenn die Anforderungen für diesen clientseitigen Inhaltsabruf nicht erfüllt sind, erfolgt die Medienbereitstellung automatisch über Windows Media-Umleitung zur Wiedergabe von Medieninhalten auf dem Benutzergerät statt auf dem Hostserver. In den meisten Fällen ist keine Änderung der Richtlinien für Windows Media erforderlich.

Reduzieren der Bandbreite für Windows-Desktops

XenDesktop bietet standardmäßig eine hochgradig dynamische Windows Aero- oder Windows 8-Desktopdarstellung auf virtuellen Desktops von Windows-Benutzergeräten. Um dies zu gewährleisten, nutzt XenDesktop den Grafikprozessor (GPU) oder den integrierten Grafikprozessor (IGP) auf unterstützten Windows-Benutzergeräten für lokale DirectX Grafikwiedergabe. Dieses Feature wird als Desktopgestaltungsumleitung bezeichnet und gewährleistet hohe Skalierbarkeit auf dem Server.

Weitere Informationen finden Sie unter What to do with all these choices unter http://blogs.citrix.com/2013/11/06/go-supersonic-with-xendesktop-7-x-bandwidth-supercodecs/#Choices.

Wichtig: Bei Nicht-Windows-Clients oder wenn die Desktopgestaltungsumleitung nicht verfügbar ist, verarbeitet HDX die Grafiken auf dem Server, komprimiert die Bitmapdatei und sendet sie über das Netzwerk an den Client. Aero-Designs werden unterstützt, sind jedoch nicht erforderlich.

Im neuesten Release von Citrix Receiver wurde die Leistung für die serverseitige Videowiedergabe verbessert.

Um die für Benutzersitzungen erforderliche Bandbreite zu reduzieren, sollten Sie die folgenden Richtlinieneinstellungen ändern. Beachten Sie, dass sich die Änderung der Einstellungen auf die Qualität der Benutzererfahrung auswirken kann.

  • Desktopgestaltungsumleitung: gilt nur für Windows-Desktopbetriebsystemmaschinen, auf die über Windows-Benutzergeräte zugegriffen wird und nur für die Komposition des Windows-Desktops. Anwendungsfenster werden auf dem Server wiedergegeben, es sei denn, die Citrix Richtlinieneinstellung Zugriff auf lokale Anwendungen zulassen wurde auf Zugelassen eingestellt.
  • Grafikqualität Desktopgestaltungsumleitung: Verwendet hochwertige Grafiken für die Desktopgestaltung, es sei denn, Seamless-Anwendungen oder Zugriff auf lokale Anwendungen ist aktiviert. Reduzieren Sie die Grafikqualität, um die Bandbreite zu reduzieren.
  • Dynamische Fenstervorschau: Steuert die Anzeige von Seamlessfenstern, sodass folgende Vorschauoptionen auf den virtuellen Desktops von Benutzern angeboten werden:
    Windows Aero-Vorschauoption Beschreibung
    Symbolleistenvorschau Wenn der Benutzer auf das Symbol eines Fensters zeigt, wird ein Bild dieses Fensters über der Symbolleiste angezeigt.
    Fenstervorschau Wenn der Benutzer auf ein Symbolleistenvorschaubild zeigt, wird das Bild in voller Größe auf dem Bildschirm angezeigt.
    Flip Wenn der Benutzer Alt + Tab drückt, werden kleine Vorschausymbole für jedes geöffnete Fenster angezeigt.
    Flip-3D Wenn der Benutzer die Tabulator- und Windows-Tasten drückt, werden große Bilder der geöffneten Fenster überlappend auf dem Bildschirm angezeigt.

    Zum Reduzieren der Bandbreite deaktivieren Sie diese Richtlinieneinstellung.

Verbessern der Bildqualität an Benutzergeräten

Die folgenden Richtlinieneinstellungen für "Visuelle Anzeige" steuern die Qualität der Bilder, die von virtuellen Desktops auf Benutzergeräte gesendet werden.
  • Bildqualität: Steuert die optische Qualität der Bilder auf dem Benutzergerät.
    • Mittel: Mittlere Bildqualität bietet die beste Leistung und Bandbreiteneffizienz in den meisten Anwendungsfällen. Dies ist die Standardeinstellung.
    • Hoch: Die hohe Bildqualitätseinstellung wird empfohlen, wenn visuell verlustfreie Bildqualität gewünscht wird.
    • Immer verlustfrei: Mit der Einstellung "Immer verlustfrei" wird die pixelgenaue Bildverarbeitung sichergestellt. Diese Einstellung ist für besondere Anwendungsfälle erforderlich.
    • Zu verlustfrei verbessern: Mit der Einstellung "Zu verlustfrei verbessern" werden Anzeigedaten mit verlustreicher Komprimierung übertragen und nach der Übertragung wird die verlustfreie Bildqualität wieder hergestellt. Mit dieser Einstellung wird die Leistung bei Netzwerkverbindungen mit beschränkter Bandbreite verbessert.
  • Frameratesollwert: Gibt die maximale Anzahl von Frames pro Sekunde an, die vom virtuellen Desktop zum Benutzergerät gesendet werden. Der Standardwert ist 30 Frames pro Sekunde. In vielen Fällen können Sie die Benutzererfahrung verbessern, indem Sie einen höheren Wert festlegen.

    Wenn Benutzergeräte, z. B. Thin Clients, langsame CPUs haben, geben Sie einen niedrigeren Wert zum Verbessern der Benutzererfahrung ein.

    Wenn die Skalierbarkeit des Servers ein Problem ist, geben Sie einen niedrigeren Wert an. Wenn die CPU-Auslastung des Servers bei 100 % oder knapp darunter liegt, denken Sie darüber nach, eine zusätzliche vCPU hinzuzufügen.

  • Anzeigespeicherlimit: Gibt die maximale Größe des Videopuffers (in Kilobyte) für die Sitzung an. Der Standardwert ist 65536 KB. Für Verbindungen, die eine größere Farbtiefe und eine höhere Auflösung erfordern, erhöhen Sie den Grenzwert. Berechnen Sie den maximal erforderlichen Arbeitsspeicher mit dieser Formel:

    (Farbtiefe in Bits pro Pixel / 8) * (vertikale Auflösung in Pixel) * (horizontale Auflösung in Pixel) = erforderlicher Speicher in Byte

    Beispiel: Bei einer Farbtiefe von 32, einer vertikalen Auflösung von 600 und einer horizontalen Auflösung von 800 ergibt dies einen maximalen Arbeitsspeicher von (32 bpp / 8) * (600 Pixel) * (800 Pixel) = 1920000 Byte, also müssten Sie das Anzeigespeicherlimit auf 1920 KB einstellen.

    Andere Farbtiefen als 32 Bit sind nur verfügbar, wenn die Richtlinie Legacygrafikmodus aktiviert ist.

Verbessern der Videokonferenzleistung

Zur Verbesserung der Bandbreiteneffizienz und Latenztoleranz bei Videokonferenzen in einer Sitzung wird standardmäßig HDX-Videokomprimierung für Webcams verwendet. Bei der HDX-Videokomprimierung werden die Webcamdaten über einen dedizierten virtuellen Multimediakanal gestreamt. Die HDX-Videokomprimierung beansprucht erheblich weniger Bandbreite im Vergleich zum isochronen HDX-Plug-n-Play und funktioniert gut über WAN-Verbindungen.

Allerdings können Receiver-Benutzer das Standardverhalten überschreiben, wenn sie in Desktop Viewer unter Mikrofon & Webcam die Einstellung Mikrofon und Webcam nicht verwenden auswählen. Um zu verhindern, dass Benutzer die HDX-Videokomprimierung ändern, deaktivieren Sie die Umleitung von USB-Geräten über die Richtlinieneinstellungen unter ICA> USB-Geräte.

Hinweis: Die HDX-Videokomprimierung ist bei Receiver unter Windows standardmäßig aktiviert, muss jedoch für Receiver unter Linux konfiguriert werden. Weitere Informationen finden Sie in der Receiver-Dokumentation in den eDocs.

HDX-Videokomprimierung erfordert, dass die folgenden Richtlinieneinstellungen aktiviert sind. Alle diese Einstellungen sind standardmäßig aktiviert.

  • Clientaudioumleitung
  • Clientmikrofonumleitung
  • Multimediakonferenzen
  • Windows Media-Umleitung

Erzwingen von Softwarekomprimierung über Netzwerke mit geringer Bandbreite

Bei Webcams, die H.264-Hardwarecodierung unterstützen, verwendet HDX-Videokomprimierung die Hardwarecodierung standardmäßig. Die Hardware-Codierung beansprucht zusätzliche Bandbreite und ist nicht für Netzwerke mit geringer Bandbreite geeignet.

Achtung: Eine unsachgemäße Bearbeitung der Registrierung kann schwerwiegende Probleme verursachen und eine Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich machen. Citrix übernimmt keine Garantie dafür, dass Probleme, die auf eine unsachgemäße Verwendung des Registrierungs-Editors zurückzuführen sind, behoben werden können. Die Verwendung des Registrierungs-Editors geschieht daher auf eigene Gefahr. Sichern Sie die Registrierung auf jeden Fall vor dem Bearbeiten ab.

Zum Erzwingen der Softwarekomprimierung fügen Sie dem Registrierungsschlüssel HKCU\Software\Citrix\HdxRealTime den folgenden DWORD-Schlüsselwert hinzu: DeepCompress_ForceSWEncode = 1.

Bevorzugen der Skalierbarkeit des Servers vor der Benutzererfahrung

Bei Bereitstellungen bei denen die Skalierbarkeit des Servers wichtiger ist als die Benutzererfahrung, können Sie das Legacygrafiksystem verwenden, indem Sie die Einstellung Legacygrafikmodus einer Richtlinie hinzufügen und die einzelnen Richtlinieneinstellungen für Legacygrafiken konfigurieren. Ältere Grafiksysteme wirken sich besonders auf die Benutzererfahrung über WAN- und mobile Verbindungen aus.